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Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu sterben.
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Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) steht als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung: 5.500 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

Gemeinsames Ziel ist es, bei schwerer Erkrankung für weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität zu sorgen - in welchem Umfeld auch immer Betroffene dies wünschen.
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DGP AKTUELL

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass in Extremfällen schwer und unheilbar kranken Patienten der Zugang zu einem Betäubungsmittel in tödlicher Dosierung nicht verwehrt werden darf.  Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte dies 2005 für eine Patientin mit Querschnittslähmung abgelehnt, weil eine Erlaubnis mit dem Ziel der Selbsttötung nach dem Betäubungsmittelgesetz nicht möglich sei.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) lehnt eine solche Freigabe auch in Einzelfällen klar ab. Schon der zugrunde liegende Fall zeigt deutlich die Probleme solcher Regelungen auf. Dazu Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: „Die querschnittsgelähmte Patientin hätte jederzeit die Beendigung der künstlichen Beatmung - unter angemessener Sedierung zur Symptomkontrolle - einfordern und damit das Sterben zulassen können. Warum war hier die Not so groß, dass ein tödliches Medikament eingefordert wurde?“

Das Urteil lässt viele Fragen offen. Wer soll beurteilen, ob die Leidenssituation unerträglich und ob die Betroffenen ihre Entscheidung frei und ernsthaft getroffen haben? Wie kann verhindert werden, dass Schwerstkranke eine solche Entscheidung treffen in einer (behandelbaren) Depression oder weil sie ihren Angehörigen nicht zur Last fallen wollen?

In der Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden werden Palliativmediziner immer wieder mit Sterbewünschen ihrer Patienten konfrontiert. Die tägliche Praxis zeigt aber, dass dies oft der Wunsch nach einem Gespräch ist, nach alternativen Angeboten und nach einem gemeinsamen Aushalten der bedrückenden Situation.

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, für diese leidenden Menschen den Zugang zu tödlichen Medikamenten zu gewähren, ist aus der Sicht der DGP ein Schritt in die falsche Richtung.

DGP PRESSEMITTEILUNG
AUS DEN MEDIEN

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband haben am 29.11.2016 eine Vereinbarung getroffen, mit der die besonders qualifizierte und koordinierte palliativ-medizinische Versorgung (BQKPMV) eingeführt wird. Die Umsetzung durch eine Ergänzung des Absatz 1b in den § 87 SGB V ist zum 01.01.2017 zur Wirkung gekommen. Als Garanten für die allgemeine ambulante Palliativversorgung sind in erster Linie die Hausärzte vorgesehen, da diese durch ihren Versorgungsauftrag (Familienmedizin, Hausbesuche, Versorgung in Pflegeheimen etc.) unmittelbar in die Betreuung Schwerstkranker eingebunden sind. Mit der besonders qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung (BQKPMV) wurde nun ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der allgemeinen PV gemacht, der von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) insgesamt sehr begrüßt wird. Einzelne Punkte in der Vereinbarung sind jedoch aus DGP-Sicht als problematisch anzusehen, diese sind in einem aktuell veröffentlichten Kommentar näher ausgeführt.

DGP KOMMENTAR

Vor gut einem Jahr wurde mit dem § 217 StGB ein gesetzliches Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung eingeführt, das insbesondere bei Ärztinnen und Ärzten Verunsicherung ausgelöst hat, inwieweit sie sich in der Begleitung und Behandlung von schwerkranken Patienten, die nicht länger leben wollen, strafbar machen könnten. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) stellt in einer aktuellen Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt klar, dass die neue strafrechtliche Regelung die Palliativversorgung von schwerstkranken Menschen auch dann nicht beeinträchtigt, wenn diese einen Sterbewunsch äußern. Ärzte müssen daher weiterhin sorgfältig zuhören, wenn Patienten von Todeswünschen berichten, und deren persönliche Haltungen und Einstellungen respektieren. Entsprechende Äußerungen von Patienten dürften auch nicht dazu führen, dass notwendige symptomlindernde Maßnahmen wie z.B. die Gabe von hochdosierten Opioiden zur Schmerzbehandlung unterlassen werden.

„Grundsätzlich bestehen zwischen einer auf die Herbeiführung des Todes zielenden Suizidbeihilfe und einer Palliativversorgung von schwer kranken Menschen deutliche Unterschiede, die klar erkennbar und benennbar sind.“ heißt es einleitend in der Stellungnahme der DGP. Dort zeigt die wissenschaftliche Fachgesellschaft aus palliativmedizinischer, ethischer und juristischer Sicht auf, welches Vorgehen unter dem neuen Recht unproblematisch und was möglicherweise bedenklich ist.

Zum heutigen 25-jährigen Verbandsjubiläum des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes (DHPV) gratulieren Vorstand und Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) sehr herzlich! In seinen Glückwünschen an den Dachverband der Verbände und Organisationen insbesondere der Hospizarbeit betont Prof. Dr. Lukas Radbruch als Präsident der etwas jüngeren wissenschaftlichen Fachgesellschaft: „Die positive Entwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland wäre ohne den Einsatz des DHPV und den kontinuierlichen Austausch zwischen „Hospiz“ und „Palliativ“ undenkbar gewesen. Auch ist eine vernetzte Hospiz- und Palliativversorgung, die niemanden mit seiner Erkrankung alleine lässt, nur mit Hilfe der enormen Anzahl der in der Hospizbegleitung ehrenamtlich Engagierten zu leisten.“

Die Geschäftsstellen beider Verbände arbeiten seit bald zehn Jahren in enger Nachbarschaft an einer Adresse in Berlin-Wilmersdorf zusammen, fast ebenso lange trägt das mit der Bundesärztekammer gemeinsame Projekt der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ zu einem regen und konstruktiven Austausch zwischen den beiden Berliner Institutionen bei. Deshalb freut sich die DGP besonders, heute mit Vertretern des Vorstands und der Geschäftsführung an den Feierlichkeiten in Berlin teilnehmen zu können.