Informationen zur DGP

Sektion Physiotherapie Drucken

Seit 1995 steigt der Bedarf an qualifizierten Physiotherapeuten, die sich der Behandlung von Palliativpatienten widmen. Vielfach fehlen aber noch klare Konzepte und Strukturen in der Arbeit mit schwerstkranken und sterbenden Menschen. Behandlungsziele müssen angepasst bzw. neu definiert werden. Eine erweiterte Fachkompetenz wird erforderlich. Da die DGP palliativmedizinische interdisziplinäre Zusammenarbeit unterstützt, hat sich am 30.März 2001 der AK Physiotherapie in der DGP gegründet (seit 1.1.2012: Sektion Physiotherapie).

Ziele der Sektion

  • Förderung des Erfahrungsaustauschs der Physiotherapeuten, die auf Palliativstationen , Hospizen , klinischen Fachbereichen, und ambulanten Praxen Palliativpatienten therapieren
    Erstellen eines Curriculums "Physiotherapie in der Palliativmedizin"
    Entwickeln von palliativmedizinischen Fortbildungsangeboten für Physiotherapeuten
  • Integration der Grundlagen der Palliativmedizin und Schmerztherapie in die schulische Ausbildung von Physiotherapeuten

Arbeitsweise

Die Sektion "Physiotherapie in der Palliativmedizin" plant zwei Treffen jährlich. Der Austausch erfolgt überwiegend per Post und eMail.

Allgemeine Informationen

Stationär
Bundesweit wird immer öfter eine Palliativstation in Kliniken und Krankenhäusern eröffnet. Dies ist durch die umfangreiche Finanzierung palliativer Versorgungsstrukturen durch die Bundesregierung verständlich. Dabei stellt die stationäre palliativ-physiotherapeutische Behandlung von schwerkranken uns sterbenden Patienten zunehmend eine große fachliche und personale Herausforderung an ambulant und stationär tätige Physiotherapeuten und deren Leitungen dar. Die abrechnungsfähige OPS Ziffer 8-982 Palliativmedizinische Komplexbehandlung bildet die Finanzierungs- und Assestmentgrundlage. Die Mindestmerkmale dieser Versorgung sind:
Durchführung eines standardisierten palliativmedizinischen Basisassestments (PBA) zu Beginn der Behandlung, die aktive, ganzheitliche Behandlung zur Symptomkontrolle und psychosozialen Stabilisierung ohne kurative Intention und im Allgemeinen ohne Beeinflussung der Grunderkrankung von Patienten mit einer progredienten, fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung unter Einbeziehung ihrer Angehörigen und unter Leitung eines Facharztes mit der Zusatzweiterbildung Palliativmedizin, aktivierend- oder begleitend-therapeutische Pflege durch besonders in diesem Bereich geschultes Pflegepersonal,
die Erstellung und Dokumentation eines individuellen Behandlungsplans bei Aufnahme
Wöchentliche multidisziplinäre Teambesprechung mit wochenbezogener Dokumentation bisheriger Behandlungsergebnisse und weiterer Behandlungsziele.
Einsatz von mindestens zwei der folgenden Therapiebereiche: Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Psychologie, Physiotherapie, künstlerische Therapie (Kunst- und Musiktherapie),Entspannungstherapie, Patienten-, Angehörigen- und/oder Familiengespräche mit insgesamt mindestens 6 Stunden pro Patient und Woche in patientenbezogenen unterschiedlichen Kombinationen (Die Patienten-, Angehörigen- und/oder Familiengespräche können von allen Berufsgruppen des Behandlungsteams durchgeführt werden.)
8-982.0 Bis zu 6 Behandlungstage
8-982.1 Mindestens 7 bis höchstens 13 Behandlungstage
8-982.2 Mindestens 14 bis höchstens 20 Behandlungstage
8-982.3 Mindestens 21 Behandlungstage

Ambulant
Es werden immer mehr Musterverträge über spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) in den Bundesländern abgeschlossen. Es gibt bereits in Hessen, Nordrhein Westfalen und nun auch in Bayern gültige SAPV Verträge. Wichtige Kernaussage ist dabei die geforderte Kooperation und Bündelung von multiprofessioneller Kompetenz, insbesondere mit den bestehenden ambulanten physiotherapeutischen Praxen bzw. Versorgern. Aus diesem Prozess entstehen verstärkt regionale ambulante Netzwerke mit Koordinatoren, die die medizinischen Kompetenzen bündeln. Ich empfehle allen Kolleginnen und Kollegen dringend sich in diesen palliativen Netzwerken mit zu engagieren und den direkten Kontakt zu den Medizinern und den Pflegediensten zu suchen. Dabei ist der Wegweiser Hospiz und Palliativmedizin Deutschland (www.wegweiser-hospiz-palliativmedizin.de) hilfreich.

Aus-, Fort- und Weiterbildung
Im palliativen Feld erfolgt nach Empfehlung des ZVK die Ausbildung von Physiotherapieschülern über das Basiscurriculum "Physiotherapie in Palliative Care - Palliativmedizin und Hospizwesen“, das von Mehne, Nieland und Simader in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), dem Deutschen Palliativ- und Hospizverband (DHPV), dem Zentrum für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus Bonn.Rhein.Sieg, dem Zentralverband für Physiotherapeuten ZVK und dem Alpha Trauerinstitut Rheinland ehrenamtlich erstellt wurde. Erhältlich über (ISBN: 3-933154-56-1) Pallia-Med Verlag Bonn. Auf Basis dieses Curriculum finden seit 2009 bundeweit Fortbildungen für bereits examinierte Physiotherapeuten statt. Wichtig hierbei ist der Hinweis, dass es für physiotherapeutisch-palliative Fortbildungen, anders als bei palliativ tätigen Medizinern und Pflegekräften, noch keine gesetzliche Fortbildungspflicht gibt, um palliativ tätig zu werden. Um den speziellen Anforderungen einer palliativmedizinischen Versorgung aber gerecht zu werden, ist eine Weiterbildung im palliativen Feld nach meinen Erfahrungen dringend zu empfehlen.

 

Hinweise

Im Frühjahr 2007 ist im Pallia Med Verlag das „Basiscurriculum Physiotherapie in Palliative Care“ der Autorengruppe Mehne/ Nieland/ Simader erschienen. Das Curriculum kann zum Preis von € 10,- bestellt werden bei:
Pallia Med Verlag, von-Hompesch-Str.1, 53123 Bonn, Fon: 0228 / 6481-9206, Fax: 0228 / 6481-9209, eMail: eva.schumacher@malteser.org

Fortbildungen zu Physiotherapie in Palliative Care - Palliativmedizin und Hospizwesen für Physiotherapeuten, palliativ tätigen Berufsgruppen und das Ehrenamt

Weiterbildungen in Deutschland und Österreich

Informationen / Newsletter

Infobrief des AK vom 2.12.2010

Aktueller Newsletter 4 / 2011

Newsletter 3 / 2010

Newsletter Nr. 2 / 2009

 

HOPE: Dokumentation Modul Physiotherapie

Das neue HOPE Modul „Physiotherapie in Palliative Care" wurde vom AK Physiotherapie der DGP sowie dem Zentralverband für Physiotherapie (ZVK) erstellt und durch die HOPE Koordinationsgruppe unterstützt und beraten. Auf die Möglichkeit einer ambulanten wie stationären Verwendung wurde geachtet. Ohne physiotherapeutisch palliative Datengrundlagen sind die Verhandlungen mit den Kostenträgern äußerst schwierig. Wir bitten Sie aus diesem Grunde dringend, ihre ambulanten und stationären palliativ-physiotherapeutischen Behandlungsdaten im HOPE Modul Physiotherapie unter www.hope-clara.de erfassen zu lassen. Wir wollen damit einen Prozess zur Evaluation palliativ-physiotherapeutischer Versorgung in multiprofessionellen Teams und Netzwerken einleiten.

Infos zu HOPE (Anmeldung / Ablauf /Rücksendung ) unter : www.hope-clara.de. HOPE Physiotherapiemodul zum download unter: http://www.hope-clara.de/download/HOPE2010Physiotherapie.pdf

 

Sprecher der Sektion und Kontaktperson für weitere Informationen:

Peter Nieland
Malteser Krankenhaus Bonn
Physiotherapie
von - Hompesch - Str. 1
53123 Bonn
Tel./Fax : 0228 / 6481- 323
eMail : peter.nieland@malteser.org

 

Downloads:

Physiotherapeutenliste

Anmeldung zur Therapeutenliste der DGP (Bitte senden Sie diese Anmeldung per E-Mail an die DGP.)

Befundbogen für physiotherapeutische Behandlungsdaten (Testversion: Stand 8/2009)

Physiotherapie in Palliative Care (Newsletter 2/2009)

EAPC Physiotherapy Premeeting „Physiotherapy in Palliative Care“ (Abstractbook)

Information der Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV zu zu bundesländerbezogenen Praxisisbesonderheiten:
http://www.kbv.de/vl/24206.html