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EAPC veröffentlicht whitepaper „Euthanasia and physician-assisted suicide“ - Deutsche Übersetzung steht als download zur Verfügung

Die European Association for Palliative Care (EAPC) hat am 20. November das white paper „Euthanasia and physician-assisted suicide“ veröffentlicht und zeitgleich eine deutsche Übersetzung zur Verfügung gestellt. Hintergrund: Angesichts der laufenden Diskussion über Euthanasie und ärztlich-assistierten Suizid hat der Vorstand der European Association for Palliative Care (EAPC) ein Weißbuch aus der Perspektive der Palliativversorgung in Auftrag gegeben. Dieses Weißbuch soll einen ethischen Rahmen bezüglich Euthanasie und ärztlich assistierten Suizid für Palliativmediziner aufzeigen sowie einen Überblick über die verfügbaren Nachweise sowie einen Diskurs über ethische Grundsätze in Bezug auf diese Themen vermitteln. Beginnend mit einem Positionspapier der Europäischen Gesellschaft für Palliativmedizin von 2003 wurden 21 Aussagen ausgearbeitet und einem fünfstufigen Delphi-Verfahren unterzogen. Original English version / Deutsche Übersetzung

DGP: Beihilfe zum Suizid darf kein Dienstleistungsangebot werden

„Wir begrüßen die heute im Bundestag getroffene Entscheidung, die darauf abzielt, die organisierte und auf Wiederholung angelegte Beihilfe zum Suizid zu verhindern.“ erklärt Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Nun sei eine zweifelsfreie Klarstellung notwendig, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen sich Ärzte, die im Rahmen ihrer Berufstätigkeit wiederkehrend „Sterbehilfe“ leisten, strafbar machen. „Um einer möglichen Verunsicherung in der Ärzteschaft zu begegnen, muss darüber aufgeklärt werden, dass die angemessene Palliativversorgung nicht unter die Regelungen zur Suizidbeihilfe fällt. Behandlungsabbruch oder -verzicht sowie Maßnahmen zur Symptomlinderung  müssen unmissverständlich von der organisierten Suizidhilfe getrennt werden. “

DGP und Deutsche Krebshilfe anlässlich der Beratungen zum HPG: Lücken in der Hospiz- und Palliativversorgung dringend schließen

„Wir stehen kurz vor der Verabschiedung eines Hospiz- und Palliativgesetzes und dies ist ein wichtiger Schritt für Deutschland!“ erklärt Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), im Hinblick auf die heutigen Beratungen zum Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) im Bundestag. „Trotz der bisher positiven Entwicklung haben wir Lücken in sämtlichen Bereichen der Palliativversorgung, die dringend geschlossen werden müssen. Schwerstkranke und sterbende Menschen müssen sich auf allen Stationen eines Krankenhauses ebenso wie zuhause, im Hospiz oder Altenpflegeheim auf eine qualitativ hochwertige Palliativversorgung verlassen können.“

Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Krebshilfe, begrüßt das Gesetz: „Besonders vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland wird das Thema Palliativmedizin in Zukunft wichtiger denn je. Wir leben in einer alternden Gesellschaft und die Zahl der altersbedingten, schweren Krank-heiten wird weiter ansteigen. Somit auch der Bedarf nach einer würdevollen, hochwertigen und flächendeckenden Versorgung von unheilbar erkrankten Menschen.“ Ihnen und ihren Familien sollte ein gut vernetztes multiprofessionelles Angebot zur Verfügung stehen, ergänzt Prof. Dr. Maria Wasner, Vizepräsidentin der DGP.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin zu den vier Gesetzentwürfen zur Suizidbeihilfe - Entwurf zur "ärztlich begleiteten Lebensbeendigung" öffnet Tür, die sich nicht mehr schließen lässt

„Schwerkranke müssen über etwaige Sterbewünsche offen sprechen können - ohne Sanktionen für sich, ihre Angehörigen oder ihre Behandler befürchten zu müssen, und mit der Gewissheit, dass dies nicht gleich als Aufforderung zur Suizidassistenz, sondern als Signal, so nicht mehr leben zu wollen, verstanden wird.“ resümiert Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), die Position der DGP zu den vorliegenden vier Gesetzentwürfen zur Neuregelung der Sterbehilfe, die vom Verbot bis zur weitgehenden Freigabe reichen. Aus Sicht der DGP gibt es grundsätzlich keinen Grund für eine Verschärfung des gültigen Strafrechts. Nur 21 Prozent der kürzlich befragten DGP-Mitglieder hatten sich für eine strafrechtliche Änderung ausgesprochen.

DGP verleiht Förderpreis für Palliativmedizin an drei wissenschaftliche Arbeitsgruppen


Preisverleihung Mundipharmav.l.n.r.:
vordere Reihe: Dr. Andrea Schmitz, Dr. Christian Schulz, Alexandra Scherg, Dr. Eva Katharina Schildmann.
hintere Reihe: Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Vizepräsident der DGP, Prof. Dr. Nils Schneider, Jurypräsident, Prof. Dr. Friedemann Nauck, Dr. Birgit Jaspers, Eva Rudolf, Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP, Ursula Wenzel-Meyburg, Dr. Ingrid Spohr, Leiterin des Bereichs Medizin der Mundipharma GmbH. Foto: dlu

Mainz, 21.9.2015. Der Förderpreis für Palliativmedizin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) wurde am 19. September im Rahmen des Mitgliedertages der DGP in Mainz an drei Autorengruppen verliehen, die sich durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit um die Weiterentwicklung der Palliativmedizin verdient gemacht haben. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 1999 von der Firma Mundipharma gestiftet. Die multidisziplinäre Jury unter Leitung von Prof. Dr. Nils Schneider entschied sich entlang inhaltlicher, wissenschaftlicher und formaler Kriterien für die Vergabe eines ersten Preises und zweier gleichgewichtiger zweiter Preise an folgende Arbeitsgruppen:

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin verleiht Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung" 2015 an Letzte Hilfe-Kurs

Preisverleihung Grünenthal

 

v.l.n.r.:
Prof. Dr. Gerhild Becker, Jurypräsidentin des Anerkennungs- und Förderpreises für „Ambulante Palliativversorgung", Kai Martens, Geschäftsleiter Deutschland der Grünenthal GmbH, Preisträger Dr. Georg Bollig und Dipl. Soz.Päd. Nadine Kuklau, Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Foto: Jürgen Hofmann


Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum achten Mal den Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung" verliehen. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet. Im Rahmen des Mitgliedertages der DGP in Mainz nahmen die beiden Preisträger Dr. Georg Bollig und Nadine Kuklau die Auszeichnung entgegen. Die Bewertungsjury der DGP unter Leitung von Prof. Dr. Gerhild Becker kam zu dem Ergebnis, dass entlang der Kriterien Relevanz, Originalität, Realisierung und Qualitätssicherung in diesem Jahr ein Projekt aus den neun eingereichten Arbeiten besonders herausragte:

DGP: Palliativärzte lehnen mehrheitlich den ärztlich assistierten Suizid ab - Nur 20 Prozent von über 1.800 Befragten für Änderung des Strafrechts

DGP: Palliativärzte lehnen mehrheitlich den ärztlich assistierten Suizid ab - Nur 20 Prozent von über 1.800 Befragten für Änderung des Strafrechts - Sie sind sich einig: Flächendeckendes Hospiz- und Palliativangebot kann Schwerkranke mit Sterbewunsch erheblich entlasten

Berlin, 22.09.2015. „Eine Normalisierung des ärztlich assistierten Suizids wäre ebenso der falsche Weg wie dessen strafrechtliches Verbot" warnte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Prof. Dr. Lukas Radbruch, heute in Berlin mit Blick auf die morgige Anhörung zur Sterbebegleitung im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages. Dabei stützt sich Radbruch auf erste Ergebnisse einer aktuellen Befragung unter DGP-Mitgliedern, in der 1.836 Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Vertreter weiterer Berufsgruppen bis Ende August umfassend Auskunft zu ihren täglichen Erfahrungen in der Versorgung schwerstkranker Menschen und zu ihrer Einstellung zu Suizidassistenz und Sterbebegleitung gegeben haben. 56 Prozent der befragten Ärzte lehnen eine eigene Beteiligung am ärztlich assistierten Suizid grundsätzlich ab. Nur 21 Prozent aller befragten Berufsgruppen sehen die Notwendigkeit einer strafrechtlichen Änderung, wohingegen ein Verbot der organisierten („geschäftsmäßigen") Sterbehilfe von 56 Prozent befürwortet wird.

DGP: Normalisierung des ärztlich assistierten Suizids wäre der falsche Weg - Auch unter engen Sorgfaltskriterien bleiben Fragen offen - Verschärfung des Strafrechts nicht notwendig

„Die Normalisierung des ärztlich assistierten Suizids wäre der falsche Weg." warnt der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Prof. Dr. Lukas Radbruch, anlässlich der heutigen Bundestagsdebatte zu den Gesetzentwürfen zur Sterbebegleitung. Auch der Versuch, mit engen Sorgfaltskriterien die Bedingungen klar zu definieren, unter denen der Arzt dies tun darf, sei zum Scheitern verurteilt, weil das Lebensende nicht klar zu definieren ist. Wer entscheidet, ab wann das Leid unerträglich genug ist? Wie sicher kann eine Depression ausgeschlossen werden? Wann ist ein Patientenwunsch, insbesondere bei schwerer Krankheit, wirklich frei von inneren Zwängen oder äußeren Einflüssen? Wer entscheidet, wenn Arzt, Patient und Angehörige unterschiedlicher Meinung sind?

Das Sterben lasse sich nicht in solch einfache Definitionen zwängen, so der erfahrene Palliativmediziner. In Nachbarländern wie Belgien oder den Niederlanden denken Menschen am Lebensende inzwischen viel selbstverständlicher über Sterbehilfe nach, allein, weil Weiterleben nur eine von zwei möglichen Optionen darstellt.

Auf der anderen Seite würde eine Verschärfung des geltenden Strafrechts im Sinne eines Verbots der Beihilfe zum Suizid einzelne Patienten über die Maßen isolieren. Für diese sehr wenigen Einzelfälle brauche man keine Gesetzesänderung. Eine organisierte Sterbehilfe, sei es von Vereinen oder von einzelnen, sieht der DGP-Präsident allerdings kritisch: „Deshalb unterstütze ich den Entwurf der Bundestagsabgeordneten um Michael Brand, der die geschäftsmäßige Sterbehilfe verbietet, aber sonst nichts ändert im Straf- oder Zivilrecht."

DGP zur heutigen ersten Beratung des Palliativ- und Hospizgesetzes - „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland" freigeschaltet - Schwererkrankte und ihre Familien brauchen qualifizierte Informationen

„Ob zuhause, im Altenpflegeheim, im Krankenhaus oder im Hospiz - schwererkrankte Menschen brauchen an jedem dieser Orte die Gewissheit, gut, sicher und in Gemeinschaft aufgehoben zu sein. Sie sollen über ihre Behandlung mitentscheiden können und so wenig Leid wie möglich aushalten müssen." so Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), anlässlich der heutigen ersten Beratung des Palliativ- und Hospizgesetzes im Bundestag.

Dringend notwendige Voraussetzungen dafür seien:
1. Flächendeckender Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung
2. „Hand in Hand"-Übergang zwischen allgemeiner und spezialisierter, ambulanter und stationärer Versorgung
3. Qualifizierter Personalstandard in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Hospizen und SAPV-Diensten
4. Niedrigschwellige und zeitnahe Information und Beratung von Patienten und Familien.

DGP: Debatte um Beihilfe zum Suizid geht an Problemen der Patienten vorbei - Es fehlen Kenntnisse zu Palliativversorgung, palliativer Sedierung und Therapieverzicht

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung bitten nur wenige Krebspatienten ihren Arzt um Suizidbeihilfe, heißt es in einer heute von der DGHO veröffentlichten Umfrage. Dies kann die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) mit 5.000 in der Palliativversorgung tätigen Mitgliedern nur bestätigen: Die Anfrage nach ärztlicher Beihilfe zum Suizid ist auch aus ihrer Erfahrung ein sehr seltenes Phänomen. „Diese absoluten Einzelfälle rechtfertigen keine Änderung des Strafrechts.", betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP.

Hingegen kann eine schwere Erkrankung den Wunsch, „so nicht mehr leben zu wollen", mit sich bringen und Patienten sollten offen über ihre Belastungen sprechen können, unterstreicht Radbruch, welcher wie zahlreiche seiner Kolleginnen und Kollegen mehr als 1.000 sterbende Patientinnen und Patienten pro Jahr begleitet. „Die palliativmedizinischen Möglichkeiten in Ruhe erklärt zu bekommen, als Familie mit einem sterbenden Angehörigen ein multiprofessionelles Team zur Seite zu haben und über alle Nöte, Ängste und Beschwerden frei sprechen zu können, trägt oft erheblich zur Entlastung bei und kann die individuelle Not deutlich lindern."

Neben einer guten palliativmedizinischen Symptombehandlung, die bis zur palliativen Sedierung gehen kann, ist es rechtlich auch möglich, „das Sterben zuzulassen", d.h. lebenserhaltende oder -verlängernde Maßnahmen zu unterlassen, zu begrenzen oder zu beenden, sofern dies dem Willen des Patienten entspricht, ergänzt Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Vizepräsident der DGP: „Viele ärztliche Kollegen tun sich schwer, auf medizinisch machbare Therapiemaßnahmen, die das Leben verlängern könnten, zu verzichten oder diese zu beenden." (...)

DGP-Pressemitteilung vom 8.6.2015

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