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DGP-Präsidentin anlässlich 20 Jahren Nationales Suizidpräventionsprogramm: Suizidprävention auch essenzielles Feld der Palliativmedizin

Anlässlich des Welttages der Suizidprävention blickt das Nationale Suizidpräventionsprogramm auf sein 20jähriges Bestehen zurück. Möglichkeiten zur einer gesetzlichen Verankerung der Suizidprävention werden an diesem Montag im Rahmen des Symposiums „Suizidprävention in Zeiten globaler Krisen & Konflikte“ in Berlin thematisiert.

„Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 9.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Todesfälle als durch Verkehrsunfälle, Mord und illegale Drogen zusammen“, erklärt Birgit Wagner von der Leitung des NaSPro. Statistisch gesehen nimmt sich damit alle 57 Minuten in Deutschland ein Mensch das Leben. Mehr als 75 % der Suizide in Deutschland entfallen auf Männer. Der Welttag der Suizidprävention macht seit 2003 jährlich am 10. September auf diese Problematik aufmerksam. Das Motto lautet auch in diesem Jahr: „Aktiv werden und Hoffnung schaffen“.

Gemeinsam mit Palliativ- und Hospiz-Verbänden gesetzliche Verankerung der Suizidprävention gefordert

Die Suizidprävention in Deutschland muss vorrangig gefördert werden. „Deswegen fordern wir gemeinsam mit Verbänden der Suizidprävention und der Palliativ- und Hospizarbeit eine gesetzliche Fundierung der Suizidprävention“, sagt Barbara Schneider von der Leitung des NaSPro. Die Forderungen werden derzeit von mehr als 40 relevanten gesellschaftlichen Institutionen unterstützt.

Darüber hinaus sieht das NaSPro neue Herausforderungen für die Suizidprävention durch globale Krisen und Konflikte und nationale Entwicklungen. Es nennt insbesondere die Folgen von Krieg, Flucht, Migration, Pandemie und Klimawandel sowie nicht zuletzt die Entwicklung des assistierten Suizids.

Besorgnis erregen besonders die vorgesehenen Beratungsangebote in den vorliegenden Gesetzentwürfen zur Regelung des assistierten Suizids. „Diese haben mit Suizidprävention wenig zu tun“ betont Reinhard Lindner von der Leitung des NaSPro. Vielmehr bedarf es beziehungsorientierter langfristiger Beratungsangebote, die es schon an vielen Stellen in Deutschland gibt. Allerdings nicht in hinreichender Anzahl und ausreichender finanzieller Förderung. Diese Angebote müssen gefördert werden. Angebote der Suizidprävention dürfen nicht schwerer erreichbar sein als der Zugang zum assistierten Suizid.

DGP-Präsidentin Claudia Bausewein: Suizidprävention ist ein essenzielles Feld der Palliativmedizin

Ebenfalls im Bündnis vertreten ist die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Deren Präsidentin Claudia Bausewein gratuliert dem NaSPro zum 20jährigen Bestehen und resümiert: „Die Impulse aus der Suizidprävention zeigen uns, dass die direkte und sichere Beziehung in der existenziellen Situation des Sterbens durch wissenschaftlich fundierte Konzepte und Strategien Menschen dabei helfen können, bis zuletzt selbstbestimmt und würdevoll leben zu können“. Claudia Bausewein betonte in der Pressekonferenz: "Suizidprävention ist ein essenzielles Feld der Palliativmedizin." Gespräche über persönliche Belastungen und die Information über weitere Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung können suizidpräventiv wirken.

Das Nationale Suizidpräventionsprogramm entstand im Jahr 2002 auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Deren Vorsitzende Ute Lewitzka ist zufrieden: „Die DGS freut sich sehr darüber, dass dieses, von ihr initiierte Projekt eine so gute Entwicklung genommen hat“.

Veranstaltungen und Informationen zum Welttag der Suizidprävention:
http://www.welttag-suizidpraevention.de

Das Eckpunktepapier zur gesetzlichen Verankerung der Suizidprävention ist abrufbar unter:
https://www.koordinierung-hospiz-palliativ.de/ks_news/eckpunkte-fuer-eine-gesetzliche-verankerung-der-suizidpraevention.html

Die komplette Pressemappe inklusive der Suizidzahlen in Deutschland finden Sie unter:
https://www.naspro.de/dl/2022-PK-WSPD-Pressemappe.pdf

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