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WHA: Bahnbrechende Resolution zur Palliativversorgung

Ende Mai hat sich das welthöchste Gremium zur Gesundheitspolitik, die 67. Weltgesundheits-versammlung (WHA, World Health Assembly) zum ersten Mail mit der Palliativversorgung befasst. Eine Resolution zur Palliativversorgung, vorbereitet durch eine internationale Arbeitsgruppe unter Leitung der Delegation aus Panama, erfuhr breite Zustimmung und wurde von 44 Ländern als Co-Sponsoren unterstützt. Diesem außerordentlichen Erfolg war im Januar eine Diskussion im Vorstand der WHO (World Health Organisation) zu einem Bericht über die bisherigen Aktivitäten zur Palliativversorgung vorangegangen (Strengthening of palliative care as a component of integrated treatment throughout the life course Report by the Secretariat).

Die Resolution stellt klare Anforderungen an die WHO (die WHA erteilt der WHO die Arbeitsaufträge) und an die Mitgliedsstaaten zur Sicherstellung der Palliativversorgung: Entwicklung einer nationalen Strategie zur Palliativversorgung, Bereitstellung von ausreichenden (finanziellen und personellen) Ressourcen für die Palliativversorgung im Gesundheitswesen, Unterstützung von Ehrenamtlichen und pflegenden Angehörigen und Sicherung der häuslichen Versorgung, Bereitstellung von essentiellen Medikamenten, Überprüfung und falls erforderlich auch Änderung der gesetzlichen Regelungen zu Opioiden, sowie Ausbildung auf der Ebene der allgemeinen, schwerpunktmäßigen und spezialisierten Palliativversorgung.

Die Resolution wurde durch ein Symposium unterstützt, das von Panama mit weiteren neun Co-Sponsoren sowie der Worldwide Palliative Care Alliance (WPCA), der International Association for Hospice and Palliative Care (IAHPC), der Union for International Cancer Control (UICC) und Human Rights Watch organisiert wurde. Die Resolution zur Palliativversorgung ist ein riesiger Sprung vor-wärts für die weltweite Entwicklung der Palliativversorgung.

Nun gilt es, die Empfehlungen in möglichst allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen wie auch in allen Bereichen der WHO umzusetzen. Selbst in Deutschland wird dies Auswirkungen auf die Gesundheitspolitik haben. „Mit den Erfahrungen, die wir bereits haben, sollten wir aber vor allem anderen Ländern zur Seite stehen, die in der Entwicklung der Palliativversorgung noch nicht so weit gekommen sind." so der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. Lukas Radbruch.

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