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DGP 2020: 13. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin findet als Präsenz- und Online-Kongress statt!

dgp2020 streamingDer 13. DGP-Kongress zum Thema „Kontroversen am Lebensende“ findet wie geplant vom 9. bis zum 12. September 2020 statt – wir nehmen die Herausforderung an!

Aktuell arbeiten wir mit Hochdruck daran, das Kongressformat so umzubauen, dass es sowohl als Online-Kongress als auch als Präsenz-Kongress funktionieren wird.

Wir gehen davon aus, dass zwar im Sinne eines hybriden Kongresses leider nur eine überschaubare Anzahl Teilnehmer*innen in Wiesbaden vor Ort zugelassen werden kann, aber für den Großteil der Teilnehmenden werden wir die Aktivitäten online erfahrbar machen. Neben der Übertragung der Veranstaltungen per Livestream ist uns besonders daran gelegen, die vielfältigen digitalen Optionen zu nutzen, um Ihnen als Teilnehmer*innen auch online das Mitwirken zu ermöglichen.

Das wird spannend und wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam dieses tatsächliche & gleichzeitig virtuelle Event zu gestalten und zu erleben! Näheres zu Teilnahmekonditionen, angepasster Programmstruktur, Rahmenprogramm, DGP-Mitgliederversammlung, Preisverleihungen u.v.m. erfahren Sie in Kürze auf der Kongress-Website: www.dgp2020.de

Dr. Bernd Oliver Maier, Michaela Hach und Dr. Kurt W. Schmidt
Kongresspräsidium

DGP veröffentlicht Positionspapier zur Definition von Trauer im palliativen Kontext

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat aktuell ein Positionspapier zur Definition von Trauer im palliativen Kontext veröffentlicht. Dipl.-Psych. Urs Münch, Mitautor des Papiers und Vizepräsident der DGP, betont: „Der Umgang mit Trauer und die Begleitung von sowie die Arbeit mit Trauernden stellt einen wesentlichen Teil der Palliativversorgung dar. Entsprechend ist es besonders wichtig, dass sich eine Fachgesellschaft auch wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzt.“ Verlust und Trauer sind für schwerstkranke und sterbende wie auch für nahestehende Menschen grundsätzlich bedeutsame Themen – zu COVID-19-Zeiten ebenso wie im Zusammenhang mit anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen.

POSITIONSPAPIER DEFINITION TRAUER

 

DGP legt Empfehlungen zur psychosozialen und spirituellen Unterstützung in Zeiten von Covid-19 vor: Belastete, schwerstkranke, sterbende und trauernde Menschen brauchen jemanden an ihrer Seite

Berlin, 08.04.20. „Empfehlungen zur Unterstützung von belasteten, schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen in der Corona-Pandemie aus palliativmedizinischer Perspektive“ hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) heute gemeinsam mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), dem Bundesverband Trauerbegleitung (BVT), der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (PSO), der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG) und der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) veröffentlicht. Damit ergänzt die wissenschaftliche Fachgesellschaft mit 6.000 in der Palliativversorgung tätigen Mitgliedern ihre bereits erschienenen Handlungsempfehlungen zur Therapie und Symptomkontrolle.

„Die Einschränkungen bei Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie sämtliche Konsequenzen der Isolation der COVID-19 Patientinnen und Patienten sorgen bei vielen für erhebliche psychosoziale, aber auch spirituelle Belastungen. Das betrifft vor allem schwer Kranke und die Menschen, die ihnen nahestehen.“ erläutert DGP-Vizepräsident Urs Münch, Dipl.-Psych. und Psychoonkologe an den DRK Kliniken Berlin Westend. „Diese Empfehlungen sind notwendig gerade angesichts dessen, dass in Folge der Corona-Pandemie auch andere Begleitungs- und Unterstützungsangebote verringert oder ganz eingestellt worden sind.“

Der Verlust von körperlicher Nähe und Berührung belastet Schwerstkranke, Sterbende und ihre An- und Zugehörigen besonders. Dieser beeinträchtigt den Prozess der Abschiednahme und kann den Trauerprozess erschweren, so Heidi Müller, Trauerberaterin, Trauerforscherin und Sprecherin der AG Psychosoziale und Spirituelle Versorgung der DGP.

„In dieser existentiellen Krisensituation lastet die Aufgabe der psychosozialen Unterstützung der schwersterkrankten Menschen in ihrer Not und Angst somit größtenteils und zusätzlich zu allem anderen auf den Schultern der Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte vor Ort.“ betont Teresa Deffner von der DIVI, Psychologin auf der Operativen Intensivstation und der Pädiatrischen Intensivstation am Universitätsklinikum Jena, Mitautorin der Empfehlungen: „Gerade diese belasteten Teams brauchen dringend psychosoziale Unterstützung und Entlastung, um mit der Verantwortung und dem Druck zurechtzukommen, dem sie zunehmend ausgesetzt sind.“

Die psychosoziale und spirituelle Begleitung und Unterstützung für Betroffene, deren An- und Zugehörige und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist unter den besonderen Umständen der Pandemie von herausragender Bedeutung, begründen die Autorinnen und Autoren die Vorlage der Empfehlungen.

EMPFEHLUNGEN ZUR UNTERSTÜTZUNG BELASTETER SCHWERSTKRANKER STERBENDER TRAUERNDER

DGP bittet BMG um Unterstützung: Auch spezialisierte Teams der ambulanten Palliativversorgung brauchen einen Schutzschirm!

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin zu den heute veröffentlichten Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes zum Ausgleich der COVID-19 bedingten finanziellen Belastungen der Pflegeeinrichtungen

Berlin, 06.04.20. „Über 300 spezialisierte Teams der ambulanten Palliativversorgung brauchen vor Ort dringend Schutzkleidung und müssen diese auch finanzieren können!“ unterstreicht der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Prof. Dr. Lukas Radbruch, anlässlich der heute veröffentlichten Festlegungen nach § 150 Absatz 3 SGB XI zum Ausgleich der COVID-19 bedingten finanziellen Belastungen der Pflegeeinrichtungen durch den GKV-Spitzenverband.

Mit der Einbindung der stationären Hospize sei eine wesentliche Weichenstellung für die Absicherung der Hospiz- und Palliativversorgung vor Ort getroffen, jedoch weist die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) mit Nachdruck darauf hin, dass ein Schutzschirm für die Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) fehlt.

Da dieser im Rahmen des §150 SGB XI so nicht möglich sei, hat sich die Fachgesellschaft mit der Bitte um Unterstützung heute an den Bundesgesundheitsminister gewandt. DGP-Vorstandsmitglied Andreas Müller: „Die bundesweit in der Palliativversorgung tätigen SAPV-Teams brauchen umgehend die Sicherheit, wie sie die anfallenden Mehrausgaben als auch Mindereinnahmen ausgleichen können.“

Die DGP mit 6.000 in der Palliativversorgung tätigen Mitgliedern ist derzeit unter Hochdruck und im Austausch mit weiteren (inter)nationalen Fachgesellschaften sowie ihren internen Fachgremien dabei, den ambulanten und stationären Angeboten der Palliativversorgung, in denen gerade jetzt die Behandlung und Begleitung sowohl von Palliativ- als auch von an COVID-19 leidenden und versterbenden Patientinnen und Patienten mit einem besonderen Aufwand verbunden ist, konkrete Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben und schwierige Punkte in der Umsetzung, Koordination und Kooperation vor Ort zu identifizieren.

Die Beschaffung von Schutzausrüstung stellt derzeit eines der drängendsten Probleme dar, da die SAPV-Teams COVID-19-Patientinnen und Patienten im Hospiz, im Altenpflegeheim und zunehmend auch in der häuslichen Umgebung behandeln und begleiten. Letzteres ist aus Sicht der Fachgesell-schaft absolut wünschenswert: „Es muss alles dafür getan werden, um Patienten und Patientinnen mit COVID-19 auch zuhause zu unterstützen!“ betont DGP-Vizepräsident Dr. Bernd Oliver Maier, Chefarzt für Palliativmedizin und Onkologie in Wiesbaden, der einen offenen Brief der regionalen ambulanten und stationären Palliativversorger an den Bundesgesundheitsminister mit initiiert hat.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Handlungsempfehlung zur stationären Therapie von Patient*innen mit Covid-19 aus pallia-tivmedizinischer Perspektive 2.0
https://www.dgpalliativmedizin.de/images/200401_DGP_Handlungsempfehlung_palliative_Therapie_bei_COVID-19_2.0.pdf

DGP unterstützt offenen Brief regionaler Palliativversorger an den Bundesgesundheitsminister:
https://www.dgpalliativmedizin.de/dgp-aktuell/dgp-traegt-anliegen-regionaler-palliativversorger-mit-offener-brief-aus-wiesbaden-an-den-bundesgesundheitsminister.html

PRESSEMITTEILUNG

Deutsche Krebshilfe verschiebt Abgabefristen für Förderschwerpunktprogramm „Ethische Verantwortung in der modernen Krebsmedizin“

Bitte beachten: Die Abgabefristen für das Förderungsschwerpunktprogramm der Deutschen Krebshilfe "Ethische Verantwortung in der modernen Krebsmedizin" wurden wie folgt verschoben: Absichtserklärungen: 15.05.2020, Kurzanträge: 15.07.2020, Vollanträge: wird noch bekannt gegeben. Alle weiteren Informationen zu dem Programm finden Sie auf der Homepage der Deutschen Krebshilfe: https://www.krebshilfe.de/forschen/foerderung/ausschreibungen/

DGP veröffentlicht Update 2.0 der Handlungsempfehlung zur Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive

Berlin, 01.04.2020. Heute hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin das Update ihrer gemeinsamen „Handlungsempfehlung zur Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive 2.0“ vorgelegt.

Seit Erstveröffentlichung vor zwei Wochen haben die beiden medizinischen Fachgesellschaften vor dem Hintergrund bisheriger klinischer Erfahrungen und unter Einbezug aktueller Publikationen und Entscheidungshilfen maßgeblicher weiterer Fachgesellschaften die Empfehlung erweitert und spezifiziert: „In der aktuellen Situation der COVID-19-Pandemie müssen viele Fragen der Therapiezielfindung, Indikationsstellung und Eruierung des Patientenwillens bei Patient*innen mit COVID-19-Erkrankung, beantwortet werden.“

Die Grundsätze der Entscheidung zur Therapieeskalation und zur Therapielimitation stehen ebenso im Zentrum wie die Empfehlungen zur Symptomkontrolle bei Patient*innen mit Covid-19-Atemwegserkrankung. Diese sind um weitere wichtige Symptome ergänzt worden.

Handlungsempfehlung zur Therapie von Patient*innen mit Covid-19 aus palliativmedizinischer Perspektive 2.0

DGP verlängert Frist zur Einreichung der beiden Förderpreise bis zum 30. April!

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) verlängert die Frist zur Einreichung von Arbeiten für ihre beiden Förderpreise über den geplanten 31. März hinaus bis zum 30. April!

Zur Förderung der klinischen Wissenschaft verleiht die DGP seit 1999 jährlich den Förderpreis für Palliativmedizin. Stifter des Preises war bis 2018 die Firma Mundipharma GmbH, seit 2019 wird der Preis von der DGP gestiftet. Zur Anerkennung des besonderen Engagements bzw. zur Förderung von Initiativen und Projekten im Rahmen der ambulanten Palliativversorgung verleiht die DGP außerdem seit 2008 den Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung. Stifter des Preises ist die Firma Grünenthal GmbH.
FÖRDERPREISE

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: Schwerstkranke und sterbende COVID-19-Patient*innen müssen bei Luftnot und Angst auch jenseits der Beatmung adäquat versorgt werden!

Berlin, 18.03.2020. „Wir müssen in der Akutmedizin auf eine Häufung von Sterbefällen mit den Leitsymptomen Luftnot und Angst vorbereitet sein. Die Palliativmedizin möchte mit ihren heute veröffentlichten Handlungsempfehlungen sowie individueller Beratung die Kolleginnen und Kollegen auf den Akutstationen unterstützen und stärken.“ erklärt der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) Dr. Bernd Oliver Maier, Chefarzt für Palliativmedizin und Onkologie in Wiesbaden, zur vorgelegten Empfehlung zur Therapie von Patientinnen und Patienten mit COVID-19. „Zudem muss die palliativmedizinische Versorgung im ambulanten und stationären Sektor trotz erschwerter Rahmenbedingungen aufrechterhalten werden.“ Beide Aspekte sind Gegenstand der zweidimensionalen Handlungsempfehlung der DGP.

Akutkrankenhäuser müssen sich darauf einstellen, dass bei schwer oder mehrfach vorerkrankten Menschen die akute Ateminsuffizienz bei einer COVID-19-Infektion den Beginn des Sterbeprozesses markieren kann. DGP-Vorstandsmitglied Dr. Wiebke Nehls, Oberärztin der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin und Bereichsleitung Palliativmedizin, betont: „Wir müssen zum frühestmöglichen Zeitpunkt Entscheidungen über mögliche Therapieeskalationen oder Therapielimitationen vor dem Hintergrund der Kenntnisse über Vorerkrankungen treffen. Das heißt, beim ersten Kontakt mit dem Patienten sind Inhalte von Vorausverfügungen regelhaft zu erfragen. Eine gut dokumentierte Festlegung zur Therapieeskalation kann Patienten vor Therapiemaßnahmen bewahren, die vor dem Hintergrund einer oder mehrerer schwerer Grunderkrankungen nicht zielführend sind.“ Gleichzeitig unterstütze dieses Vorgehen die sinnvolle Verteilung von medizinischen Ressourcen.

Sollte Atemnot trotz optimaler Therapie der Akuterkrankung bestehen bleiben, verweist Prof. Dr. Claudia Bausewein, Vorstandsmitglied der DGP, Chefärztin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum München sowie Leiterin der dortigen Atemnotambulanz, nachdrücklich auf medikamentöse Maßnahmen zur Symptomkontrolle, wie sie in der erst kürzlich veröffentlichten erweiterten S3-Leitlinie Palliativmedizin benannt werden: „So zählt zu den medikamentösen Maßnahmen mit guter Evidenz die Gabe von oralen oder parenteralen Opioiden. Retardierte Opioide mit einem kontinuierlichen Wirkspiegel zeigen eine bessere Linderung der Atemnot als nicht-retardierte Formen.“ Ebenso geht die von der DGP veröffentlichte Handlungsempfehlung auf in der Palliativversorgung etablierte Maßnahmen zur Behandlung der häufig mit Atemnot verbundenen Unruhe- und Angstsymptome ein.

Absolut unumgänglich wird sein, so die jahrzehntelang in der Palliativmedizin tätigen Internistinnen Claudia Bausewein und Wiebke Nehls wie auch ihr Kollege Bernd Oliver Maier, sowohl die Akutmedizin in der Begleitung sterbender Menschen zu unterstützen als auch die Palliativversorgung anderer schwerstkranker Menschen sicherzustellen: „Dies wird eine große Solidarität unter allen Mitarbeitenden im Gesundheitswesen erfordern.“

HANDLUNGSEMPFEHLUNG ZUR STATIONÄREN THERAPIE VON PATIENT*INNEN MIT COVID 19 AUS PALLIATIVMEDIZINISCHER PERSPEKTIVE

HANDLUNGSEMPFEHLUNG ZUR SICHERSTELLUNG PALLIATIVVERSORGUNG WÄHREND COVID-19-PANDEMIE

ERWEITERTE S3-LEITLINIE PALLIATIVMEDIZIN FÜR PATIENTEN MIT NICHT-HEILBARER KREBSERKRANKUNG

DGP PRESSEMITTEILUNG

 

Zum Umgang mit Off-Label-Use in der Palliativmedizin: Münchner Kompetenzzentrum Palliativpharmazie veröffentlicht mit der DGP zweite Auflage

olu 2Ab sofort steht die zweite Auflage der Broschüre „Zum Umgang mit Off-Label-Use in der Palliativmedizin“ in deutscher und englischer Version online zur Verfügung. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) freut sich, jedem Mitglied der DGP mit der Märzausgabe der Zeitschrift für Palliativmedizin ein Printexemplar zusenden zu können.

Der zulassungsüberschreitende Einsatz von Arzneimitteln („Off-Label-Use“) ist fester Bestandteil der palliativmedizinischen Pharmakotherapie. Neben rechtlichen Aspekten wie beispielsweise der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen ist vor allem die Arzneimitteltherapiesicherheit ein wichtiger Faktor. Durch den zulassungsüberschreitenden Arzneimitteleinsatz besteht eine nur eingeschränkt abschätzbare Gefährdung des Patienten durch ein nicht oder nur unzureichend geprüftes Arzneimittel. Off-Label-Use sollte daher nur innerhalb klarer therapeutischer Rahmenbedingungen stattfinden und die gemachten Erfahrungen zum Erkenntnisgewinn und Kompetenzzuwachs genutzt werden. Umso wichtiger ist es, dass alle an der medizinischen Versorgung beteiligten Berufsgruppen sowohl Unterstützung für Therapieentscheidungen aber auch für ein strukturiertes Vorgehen bei Behandlungsversuchen nicht zugelassener Therapien mit wenig oder keiner Evidenz bekommen.

Die Broschüre „Zum Umgang mit Off-Label-Use in der Palliativmedizin“ soll diese Unterstützung bieten. Seit heute ist sie in der 2. Auflage verfügbar und enthält als Neuerung u.a. Links zu weiterführendem Material. Neben der deutschen Broschüre können wir mit dieser Auflage zudem eine englische Version anbieten. Beide Broschüren werden von Dr. Constanze Rémi und Prof. Dr. Claudia Bausewein, Kompetenzzentrum Palliativpharmazie mit Zentralstelle Off-Label-Use, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum München gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) herausgegeben. Sie stehen online auf den Websites der beiden Herausgeber zur Verfügung, die Printausgabe der deutschen Fassung kann ab sofort in der Geschäftsstelle der DGP bestellt werden.

ZUM UMGANG MIT OFF LABEL USE IN DER PALLIATIVMEDIZIN

OFF LABEL USE IN PALLIATIVE MEDICINE

Bundesverfassungsgericht kippt Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung: DGP warnt vor freier Bahn für Sterbehilfeorganisationen

Berlin/Karlsruhe 26.02.2020. Die heutige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, dass das Verbot der „geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ gegen das Grundgesetz verstoße, eröffnet laut Deutscher Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) einen gefährlichen Spielraum: Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP, warnt vor „freier Bahn für Sterbehilfeorganisationen“. Dies begründet er wie folgt: „Die Äußerung eines Sterbewunsches als konkrete Handlungsaufforderung zu verstehen, ist viel zu kurz gegriffen!“ Vielmehr drücke dieser oftmals das Anliegen aus, über das Leiden unter einer unerträglichen Situation und die persönliche Hoffnungslosigkeit zu sprechen. Ein vertrauensvoller Gesprächsprozess über den Sterbewunsch in all seiner Ambivalenz sorge für Entlastung und eröffne nach Erfahrung der DGP – mit 6.000 in der Palliativversorgung tätigen Mitgliedern – fast immer auch Perspektiven zur Linderung der belastenden Symptome und Nöte.

Statt mehr Spielraum für Sterbehilfeorganisationen hält die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin eine breite gesellschaftliche Diskussion über Rahmenbedingungen am Lebensende in Pflegeheimen, Krankenhäusern und im häuslichen Umfeld für dringend erforderlich: „Besonders alte und hochaltrige mehrfach schwersterkrankte Menschen müssen offen darüber sprechen können, wenn sie so nicht mehr leben können und wollen!“ Die DGP fordert eine Debatte, die weit über das Recht des Einzelnen auf eine adäquate Hospiz- und Palliativversorgung hinausgeht. Mit dem Konsensusprozess zur „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ hat die DGP bereits vor zehn Jahren gemeinsam mit der Bundesärztekammer und dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband begonnen, gesellschaftliche Tabus zu Sterben, Tod und Trauer infrage zu stellen.

DGP PRESSEERKLÄRUNG 26.02.2020

DGP PRESSEERKLÄRUNG 25.02.2020

DGP PRESSEERKLÄRUNG 20.02.2020 

 

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