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Teilhabe bis zum Lebensende: Neue DGP-Broschüre konkretisiert Teilhabeplanung und ihre Umsetzung bei älteren, kranken und pflegebedürftigen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung

teilhabe 2„Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) fordert heraus. Viele Aspekte der Arbeit für und mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung sind neu zu bedenken.“ – so lauten die ersten Zeilen der heute in Herausgeberschaft der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) online erschienenen Broschüre „Teilhabe bis zum Lebensende“.

Ziel dieser umfassenden „Handreichung für die Entwicklung und Darstellung von Leistungen in der Begleitung am Lebensende in der Eingliederungshilfe“ ist es, anhand von konkreten Beispielen aufzuzeigen, wie eine gute Begleitung bei schwerer Krankheit und am Lebensende in der individuellen Teilhabeplanung und in Fachkonzepten der Einrichtungen beschrieben und berücksichtigt werden kann.

Dafür haben die Autorinnen Anna Roemer, Barbara Schroer und Prof. Dr. Sabine Schäper, Institut für Teilhabeforschung der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Münster, gemeinsam mit Mitgliedern der AG „Menschen mit intellektueller und komplexer Beeinträchtigung“ der DGP diverse hilfreiche, praktikable und informative Aspekte zusammengetragen. Mitarbeitenden in unterschiedlichen Wohnformen wie auch rechtlichen Betreuer*innen werden konkrete Ideen vermittelt, welche Assistenzleistungen zur Sicherung der sozialen Teilnahme bei schwerer Erkrankung und am Lebensende notwendig sind. Außerdem steht im Fokus der Veröffentlichung die gezielte Teilhabeplanung und ihre Umsetzung bei älteren, kranken und pflegebedürftigen Bewohner*innen.

„Ziel der Ausführungen in der Broschüre ist es, möglichst allen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, die sich das wünschen, eine gute Versorgung und Begleitung in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen.“ betonen AG-Sprecherin Barbara Hartmann und AG-Sprecher Dr. Dietrich Wördehoff in ihrem Vorwort.

NEU ERSCHIENEN: HANDREICHUNG TEILHABE BIS ZUM LEBENSENDE

AG MENSCHEN MIT INTELLEKTUELLER UND KOMPLEXER BEEINTRÄCHTIGUNG

 

Update 5.0: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 / Leitlinie unter Beteiligung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

Am 17. Mai ist die aktuelle Überarbeitung der „Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 - Living Guideline“ (Version 5.0) erschienen - dies unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI).

In der Berichterstattung hebt die Pharmazeutische Zeitung hervor: „Erstmals ist auch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin an der Leitlinie beteiligt gewesen. Das Autorenteam hat nun formuliert, welche palliative medikamentöse Behandlung Patienten mit schweren Covid-19-Verläufen zur Symptombehandlung bei Luftnot (Opioide), Angst (Benzodiazepine), Rasselatmung (Anticholinergika) oder einem Delir (Antipsychotika) erhalten sollen.“

https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/113-001LG.html

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/covid-leitlinie-empfiehlt-erstmals-tocilizumab-125691/

Modellprojekt: Für eine bessere Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen in strukturschwachen Regionen

In Deutschland leben ca. 50.000 Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden oder lebensbedrohlichen Erkrankung. Die Hospiz- und Palliativversorgung für diese Kinder und Jugendlichen ist durch besondere Herausforderungen gekennzeichnet. Dazu zählen u.a. geringe Fallzahlen bei sehr unterschiedlichen Diagnosen, lange Wegezeiten für Versorgende und Familien und nicht zuletzt die Notwendigkeit der Vernetzung und Zusammenarbeit einer Vielzahl von Akteuren in der Versorgung und Betreuung. Beispielsweise im Land Brandenburg ist diese Situation einerseits durch eine gute Versorgungslage geprägt, andererseits bestehen die typischen Herausforderungen eines Flächenlandes und die Notwendigkeit der Zusammenarbeit aller an der Versorgung Beteiligten über Bundeslandgrenzen hinweg.

Im gemeinsamen Einsatz für schwerstkranke und sterbende Kinder und Jugendliche

Diese besondere Situation diente beim heutigen Netzwerktreffen zur Implementierung von überregionalen Hospiz- und Palliativnetzwerken in strukturschwachen Regionen als Grundlage für einen interprofessionellen digitalen Austausch. Ziel war es, regionale Netzwerke zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen in strukturschwachen Regionen weiterzuentwickeln. Unter dem Motto „Offen und gemeinsam verbinden wir uns für schwerstkranke und sterbende Kinder und Jugendliche“ haben verschiedene Akteure der Hospiz- und Palliativversorgung aus den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern einen ersten Grundstein für Kompetenzaustausch, Kommunikation und Koordination gelegt.

Der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Zierke vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Abteilungsleiter für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg Michael Zaske haben die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnet. Organisiert und moderiert wurde das digitale Austauschtreffen durch die Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland.

Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland

Das Projekt Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, unterstützt die verbindliche und nachhaltige Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland und ihrer Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie. Die Träger der Charta sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK).

Kontakt: Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativevrsorgung in Deutschland, Aachener Str. 5, 10713 Berlin
Tel: 0151/73005339 / Mail: info@koordinierung-hospiz-palliativ.de

PRESSEINFORMATION

DGP begrüßt Beschluss des Deutschen Ärztetages: Suizidassistenz ist keine ärztliche Aufgabe / DGP unterstreicht Forderung nach Ausbau der Suizidprävention

„Wir begrüßen die Klarstellung, dass die Mitwirkung an einem Suizid keine ärztliche Aufgabe ist!“ erklärt Prof. Dr. Claudia Bausewein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zur gestrigen Entscheidung des 124. Deutschen Ärztetages: Dieser lehnt eine Verpflichtung von Ärztinnen und Ärzten zur Mitwirkung beim assistierten Suizid ab und bestätigt die Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung der Bundesärztekammer. Auch wenn der Wunsch zu sterben aus einer Vielzahl von Gründen erwachsen könne, von denen Krankheit nur einer sein, habe die Ärzteschaft verdeutlicht: „Das vertrauensvolle und wertschätzende Gespräch über den Wunsch zu sterben oder das eigene Leben zu beenden, gehört zum Kern ärztlicher Tätigkeit.“ Zudem seien laut DGP entscheidende Signale in Richtung Politik bezüglich der dringend notwendigen Förderung und des Ausbaus von Angeboten der Suizidprävention gesetzt worden.

Für palliativmedizinisch tätige Ärztinnen und Ärzte ist außerdem der Beschluss von Bedeutung, dass in der Muster-Berufsordnung der Bundesärztekammer im §16 „Beistand für Sterbende“ der dritte Satz „Sie dürfen keine Hilfe zur Selbsttötung leisten.“ gestrichen wurde. Nun heißt es allein: „Ärztinnen und Ärzte haben Sterbenden unter Wahrung ihrer Würde und unter Achtung ihres Willens beizustehen. Es ist ihnen verboten, Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen zu töten.“ Die DGP befürwortet den Wegfall des dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts entgegenstehenden Satzes. DGP-Geschäftsführer Heiner Melching appelliert an die Landesärztekammern, dies so in ihre Berufsordnungen zu übernehmen, um bundeslandübergreifende Rechtssicherheit zu schaffen: „Die derzeitige Uneinheitlichkeit der Berufsordnungen hinsichtlich des §16 und die damit einhergehende Unklarheit über berufsrechtliche Konsequenzen verunsichert Ärztinnen und Ärzte.“

DGP-Präsidentin: Ein Mensch mit einem Sterbewunsch braucht verlässliche Gesprächsangebote

Der einhellige Beschluss „Der 124. Deutsche Ärztetag 2021 fordert die Politik auf, die Suizidprävention in Deutschland in den Fokus zu nehmen, zu unterstützen, auszubauen und zu verstetigen.“ entspricht den kürzlich veröffentlichten Eckpunkten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zu einer möglichen Neuregulierung der Suizidassistenz und Stärkung der Suizidprävention. DGP-Präsidentin Claudia Bausewein: „Menschen mit einem Sterbewunsch sollten vor allem wissen, mit wem sie darüber sprechen können.“

Gesellschaft, Ärzteschaft und weitere Berufsgruppen seien laut DGP spätestens ab der ersten Äußerung eines Sterbewunsches gefordert: „Als fürsorgende Gemeinschaft dürfen wir es uns nicht zu leicht machen und den Todeswunsch unmittelbar als Handlungsaufforderung verstehen“, so DGP-Vizepräsident Urs Münch, Psychoonkologe und Psychologischer Psychotherapeut, Berlin: „Wir brauchen im ambulanten wie im stationären Bereich flächendeckende und niedrigschwellige Beratungs- und Gesprächsangebote, in denen – z.B. mehrfach erkrankte alte – Menschen offen über ihre Lebensmüdigkeit sowie mögliche Sterbewünsche sprechen können.“

Suizidprävention muss Normalität werden, Suizidassistenz absolute Ausnahme bleiben!

Unmissverständlich äußert sich auch DGP-Vizepräsident Dr. Bernd-Oliver Maier, Chefarzt für Interdisziplinäre Onkologie und Palliativmedizin, Wiesbaden: „Suizidprävention muss Normalität werden, Suizidassistenz absolute Ausnahme bleiben!“ Die Palliativmedizin versteht sich als ein Teil der Suizidprävention, da sie Sterbewünschen durch Linderung von Leidenszuständen, die ganzheitliche Begleitung der schwerkranken Menschen in ihrem Umfeld und eine Verbesserung der Lebensqualität in sehr vielen Fällen wirksam begegnen kann.

ECKPUNKTE der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zu einer möglichen Neuregulierung der Suizidassistenz und Stärkung der Suizidprävention (24.02.2021)

DGP PRESSEMITTEILUNG SUIZIDASSISTENZ KEINE ÄRZTLICHE AUFGABE

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin stellt virtuell bei der "Leben und Tod" aus / DGP-Vize zu Würde in Coronazeiten / Schlussworte mit DGP-Präsidentin

Aktuell sind im Rahmen der Online-Themenwoche „Leben und Tod“ noch bis zum 8. Mai sechs „Themenwelten“ zu entdecken. Als virtuelle Ausstellerin zu „Palliative Care“ ist die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin mit dabei. Auf der Seite finden sich nicht nur diverse Links und Infomaterialien, sondern auch ein Video mit DGP-Geschäftsführer Heiner Melching: Nach dem Einstieg „Wann haben Sie das letzte Mal an den Tod gedacht?“ erhalten Interessierte diverse Informationen zu den Angeboten am digitalen Ausstellungsstand der DGP. Am 7. Mai wird Heiner Melching ergänzend am Live-Tag im Chat für Fragen zur Verfügung stehen. Außerdem lassen sich über die Plattform Gesprächstermine für Videomeetings vereinbaren.

Im Programm sei insbesondere auf das (24h kostenfreie) Interview mit DGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein und Rainer Simader am 5. Mai und den Vortrag von DGP-Vizepräsident Dr. Bernd Oliver Maier am 7. Mai hingewiesen.

BAUSEWEIN SIMADER SCHLUSSWORTE

MAIER WÜRDE IN CORONAZEITEN

DGP BEI DER "LEBEN UND TOD"

THEMENWOCHE LEBEN UND TOD

 

DGP veranstaltet am 22. Juni Online-Fachtag „Teilhabe bis zum Lebensende“: Gute palliative Versorgung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung

Die AG Menschen mit intellektueller und komplexer Beeinträchtigung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin lädt in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal zu ihrem Fachtag ein, das Thema der Online-Veranstaltung lautet „Teilhabe bis zum Lebensende“. Am 22. Juni sind Geschäftsführer*innen, Leitungen und Mitarbeitende aus Wohnformen der Eingliederungshilfe, Angehörige und rechtliche Betreuer*innen sowie Mitarbeitende aus Hospiz- und Palliativ-Einrichtungen, Personen aus der Seelsorge und weitere Interessierte zu einem spannenden virtuellen Programm aus Vorträgen und Workshops eingeladen. „Gute palliative Versorgung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung“ ist das zentrale Anliegen. Anmelden können sich Interessierte für eine Teilnahmegebühr von 30 Euro bis zum 31. Mai unter koordination@palliativmedizin.de.

PROGRAMM

Handlungsempfehlung zum "Einsatz sedierender Medikamente in der Spezialisierten Palliativversorgung" erschienen

sedpall2Der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist es eine Freude, die Handlungsempfehlungen zum „Einsatz sedierender Medikamente in der Spezialisierten Palliativversorgung“ gemeinsam mit dem Forschungsverbund SedPall heute veröffentlichen zu dürfen.

Im Rahmen des BMBF geförderten Verbundprojektes „SedPall: Von der Anxiolyse bis zu tiefer kontinuierlicher Sedierung“ hat der Forschungsverbund über die letzten drei Jahre hinweg zum Thema „Sedierung am Lebensende in der Spezialisierten Palliativversorgung“ multidisziplinär geforscht. Daraus entwickelte der Forschungsverbund empirisch und normativ fundierte Handlungsempfehlungen zum „Einsatz sedierender Medikamente in der Spezialisierten Palliativversorgung“. Diese Handlungsempfehlungen und Forschungsergebnisse hat der Forschungsverbund im Rahmen der Abschlusskonferenz am 26. April vorgestellt.

Eingeladen hatte im Namen des gesamten Forschungsverbundes Prof. Dr. med. Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen und Präsident der European Association for Palliative Care (EAPC).

Bitte beachten: Die Broschüre steht nur online zur Verfügung!

HANDLUNGSEMPFEHLUNG ZUM EINSATZ SEDIERENDER MEDIKAMENTE IN DER SPEZIALISIERTEN PALLIATIVVERSORGUNG

26. April: Abschlusskonferenz des BMBF-geförderten Verbundprojektes "SedPall: Von der Anxiolyse bis zu tiefer kontinuierlicher Sedierung"

Im Rahmen des BMBF geförderten Verbundprojektes „SedPall: Von der Anxiolyse bis zu tiefer kontinuierlicher Sedierung“ hat der Forschungsverbund über die letzten drei Jahre hinweg zum Thema „Sedierung am Lebensende in der Spezialisierten Palliativversorgung“ multidisziplinär geforscht. Daraus entwickelte der Forschungsverbund empirisch und normativ fundierte Handlungsempfehlungen zum „Einsatz sedierender Medikamente in der Spezialisierten Palliativversorgung“. Diese Handlungsempfehlungen und Forschungsergebnisse möchte Ihnen der Forschungsverbund gerne im Rahmen der Abschlusskonferenz vorstellen.

Dazu lädt im Namen des gesamten Forschungsverbundes Prof. Dr. med. Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen und Präsident der European Association for Palliative Care (EAPC), herzlich ein.

Die Abschlusskonferenz findet am Montag, den 26.04.2021, von 15.00 bis 18.45 Uhr statt und wird aufgrund der weiterhin andauernden Corona-Pandemie als Online-Veranstaltung per Zoom-Webinar realisiert. Näheres zu Konferenzprogramm und Einwahldaten:

ABSCHLUSSKONFERENZ SED PALL

Die Handlungsempfehlung steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung:

HANDLUNGSEMPFEHLUNG EINSATZ SEDIERENDER MEDIKAMENTE IN DER SPEZIALISIERTEN PALLIATIVVERSORGUNG

DGP-Präsidentin zur Suizidhilfe-Debatte im Bundestag: „Wir sind einen Schritt weiter“ / Palliativversorgung und Suizidprävention müssen für alle zugänglich sein

„Die Stärkung der Palliativ- und Hospizversorgung bei gleichzeitigem Ausbau der Suizidprävention war ein zentrales Thema bei der Debatte zur Suizidhilfe im Bundestag. Das geht in die richtige Richtung“, erklärt Prof. Dr. Claudia Bausewein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Die ernsthafte fraktionsübergreifende Debatte habe deutlich gezeigt: „Wir sind einen Schritt weiter als 2015: Menschen mit einem Sterbewunsch brauchen vor allem Zugang zu offenen Gesprächsangeboten, in denen ihr Anliegen ernstgenommen wird, ohne dies als unmittelbare Handlungsaufforderung zu missverstehen.“

Im Rahmen der gestrigen Debatte im Bundestag sind von den Abgeordneten aus allen Fraktionen mehrfach Bedenken hinsichtlich einer „Normalisierung“ der Suizidassistenz geäußert worden, die Furcht vor sozialem Druck, dass Menschen sich überflüssig fühlen oder als Last empfinden könnten. Hierzu hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin Ende Februar mit der Veröffentlichung eines Eckpunktepapiers unmissverständlich Stellung genommen, so DGP-Vizepräsident Dr. Bernd-Oliver Maier: „Suizidprävention muss Normalität werden, Suizidassistenz absolute Ausnahme bleiben!“ Die Palliativmedizin versteht sich als ein Teil der Suizidprävention, da sie Sterbewünschen durch Linderung von Leidenszuständen, die ganzheitliche Begleitung der schwerkranken Menschen in ihrem Umfeld und eine Verbesserung der Lebensqualität in sehr vielen Fällen wirksam begegnen kann.

Am 26. Februar 2020 hatte das Bundesverfassungsgericht das 2015 vom Bundestag beschlossene Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung aufgehoben und ein umfassendes Recht auf selbstbestimmtes Sterben identifiziert. Deshalb wurde gestern im Rahmen einer Orientierungsdebatte im Bundestag offen, auch über Fraktionsgrenzen hinweg, über mögliche Neuregelungen diskutiert. 38 Abgeordnete aus allen Fraktionen erhielten für jeweils drei Minuten das Wort, weitere Redebeiträge konnten zu Protokoll gegeben werden.

BUNDESTAG DEBATTE SUIZIDHILFE (21.04.2021)

PRESSEMITTEILUNG Eckpunkte Suizidassistenz Suizidprävention (26.02.2021)

ECKPUNKTE der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zu einer möglichen Neuregulierung der Suizidassistenz und Stärkung der Suizidprävention (24.02.2021)

 

DGP-Präsidentin fordert gesellschaftlichen Austausch, wie wir Schwerstkranke, Sterbende und ihre Familien gemeinsam durch diese Pandemie begleiten können

Corona-Gedenken: Was es bedeutet, die Liebsten im Sterben allein lassen zu müssen

Requiem Jochen SandigBilder für Trauer und Schmerz, aber auch für Trost und Zuversicht: "Ein deutsches Requiem" von Brahms mit dem Rundfunkchor Berlin in der Inszenierung von Jochen Sandig. VIDEOEindringlich waren die Worte der Angehörigen bei der Gedenkfeier für die während der Corona-Pandemie Verstorbenen: Den Vater, die Mutter, den Ehemann oder die Tochter in schwerster Krankheit und im Sterben allein lassen zu müssen und nichts dagegen tun zu können, das drang auch in die Herzen all derer, die sich vor den Fernsehgeräten auf die Trauer der Familien einließen. Ebenso die Dankbarkeit für winzige Momente des Dabeiseins, die in anderen Zeiten so selbstverständlich sind.

„Insbesondere unter den Bedingungen strenger Schutz- und Isolationsmaßnahmen wird es noch bedeutsamer, die Schwerstkranken und ihre Nahestehenden gut zu begleiten. Diese dringend notwendige Betreuung kann durch die Mitarbeit von Palliativversorgern besser gelingen.“ so Dr. Wiebke Nehls, Chefärztin der Klinik für Palliativmedizin und Geriatrie des Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Nach ihren Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr ist dies in enger Zusammenarbeit zwischen Intensiv- und Palliativmedizin möglich und schafft ein neues Miteinander.

Ein Weg: Enge Zusammenarbeit zwischen Intensiv- und Palliativmedizin - Jede Geste zählt

„Wir sind die Verbindung und die Brücke zwischen den Schwerkranken und den ihnen nahestehenden Menschen“, betont Nehls. „Machen wir uns klar, welch große Bedeutung eine kleine Geste für den Abschied und die Trauer der Familien haben kann. Machen wir uns klar, was es für eine Mutter bedeutet, die ihrer Tochter auf der Intensivstation verspricht wiederzukommen und das dann nicht darf. Machen wir uns klar, wieviel Trost es auch noch lange nach dem Tod des geliebten Menschen bedeuten kann, sich noch einmal nah gewesen zu sein.“ Manchmal wird eine kleine Rose am Bett zum Symbol für die Familie, dass hier ein geliebter Mensch gestorben ist und nicht nur ein Patient.

Prof. Dr. Claudia Bausewein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin mit über 6.000 Mitgliedern: „Auch wenn wir Schwerkranken und Sterbenden mit ihren Familien derzeit nicht immer die umfassende Fürsorge und Nähe zukommen lassen können, die wir in der Palliativversorgung für essentiell halten, so möchte ich ausdrücklich all denen danken, die unter höchstem persönlichen Einsatz neue Ideen und Wege entwickelt haben, um die Verbindung zu Sterbenden und den ihnen Nahestehenden allen Schutz- und Isolierungsbedingungen zum Trotz zu halten.“ Diese Grundhaltung und gelebte Solidarität sei es, die Hoffnung auf menschliches Miteinander und gemeinsames Aushalten von Abschied und Trauer vermittele.

Regisseur Jochen Sandig: "Wir alle tragen Verantwortung"

Diese außerordentliche gemeinschaftliche Aufgabe kann nicht allein auf den Schultern der Gesundheitsversorger lasten, sondern sie muss von allen Teilen der Gesellschaft unterstützt werden. „Wir alle tragen Verantwortung“, unterstrich Regisseur Jochen Sandig, welcher mit der Inszenierung des vom Rundfunkchor Berlin in der Gedenkveranstaltung dargebotenen „Human Requiems“ eindrucksvolle Bilder für Trauer und Schmerz von Menschen, aber auch für Trost und Zuversicht geschaffen hat. „Brahms richtet sich in seinem sehr menschlichen Requiem direkt an uns, damit wir das Sterben als Teil unseres Lebens erkennen. Mit der Palliativversorgung werden Wege aus der Angst und Einsamkeit heraus entwickelt – diese Kultur der würdevollen Begegnung mit dem Tod verbindet uns.“, unterstreicht der Kulturschaffende und wünscht sich eine breite gesellschaftliche Unterstützung für Familien, die einen persönlichen Abschied am Sterbebett ersehnen.

„Lassen Sie uns in den gesellschaftlichen Austausch darüber gehen, wie wir Schwerstkranke, Sterbende und ihre Angehörigen so eingebunden wie möglich durch diese Pandemie begleiten können, ohne uns und unsere Ressourcen aus den Augen zu verlieren.“ so das Fazit von Claudia Bausewein.

DGP, DIVI, BVT, PSO, DVSG, DGSF: Empfehlungen zur Unterstützung von belasteten, schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen in der Corona Pandemie aus palliativmedizinischer Perspektive

Deutsche Gesellschaft
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F 030 / 30 10 100 - 16
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