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Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin feiert 25 Jahre: Schwerstkranke und sterbende Menschen brauchen unsere Unterstützung

all together25 Jahre: Ein guter Grund zum Feiern für die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin! Foto: stefan-zeitz.de"25 Jahre und kein bisschen leise" - rund 200 Gäste feierten im Berliner Museum für Kommunikation das 25-jährige Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP): Am 2. Juli 1994 von 14 Personen in Köln gegründet, zählt die DGP heute über 6.000 Mitglieder: Ärztinnen & Ärzte, Pflegende und in der Palliativversorgung Tätige aus weiteren beteiligten Berufsgruppen.

Die Fachgesellschaft setzt sich an diversen Schnittstellen dafür ein, schwerkranken und sterbenden Menschen unabhängig von ihrer Grunderkrankung, ihrem Alter und ihren Lebensumständen den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Palliativ- und Hospizversorgung zu öffnen.

Bundesgesundheitsminister: Hospiz- und Palliativgesetz als Rahmen für letzte Lebensphase

Präsidenten DGPBerlin, 12. September 2019: Gemeinsam feierten die bisherigen Präsidenten der DGP (v.l.n.r.): Prof. Dr. Lukas Radbruch (seit 2014), Prof. Dr. Eberhard Klaschik (1998 - 2006), Prof. Dr. Friedemann Nauck (2010 - 2014) & Prof. Dr. H. Christof Müller-Busch (2006 - 2010). Foto: stefan-zeitz.de

Berlin,13.09.2019. Anlässlich des Festaktes zu 25 Jahren Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) in Berlin betonte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in seinem Video-Grußwort: „Wenn ein geliebter Mensch schwer krank wird und sterben muss, ist das für niemanden leicht – nicht für den Erkrankten und auch nicht für die Angehörigen. Darum ist es ungeheuer wichtig, dass wir die Menschen in einer solch schwierigen Zeit unterstützen, ihnen so gut es geht helfen und für sie da sind. Es geht auch darum, die Betroffenen bestmöglich medizinisch zu versorgen, Schmerzen zu lindern und bis zuletzt für ein selbstbestimmtes Leben zu sorgen. Hierfür leistet die Palliativmedizin einen unschätzbar wichtigen Beitrag. Das 25-jährige Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ist darum ein guter Anlass, um „Danke“ zu sagen. Danke, dass Sie für die Menschen da sind, wenn sie Sie am dringendsten brauchen.“

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. Lukas Radbruch, bedankte sich für die kontinuierliche und starke Unterstützung der Politik auf dem Weg zu einer qualitativ hochwertigen Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland: „Das Hospiz- und Palliativgesetz 2015 ist ein Meilenstein, welcher das Recht auf eine angemessene Versorgung am Ende des Lebens festschreibt.“

Bundesfamilienministerium gratuliert mit Förderzusage

ZierkeBMFSFJÜber das Präsent des Parlamentarischen Staatssekretärs im BMFSFJ Stefan Zierke, MdB (2.v.r.), freuten sich Franziska Kopitzsch, Koordinierungs-/Vernetzungsstelle Hospiz- und Palliativversorgung, DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch & DGP-Geschäftsführer Heiner Melching. Foto: stefan-zeitz.deEbenso habe das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Unterstützung des Prozesses zur Umsetzung der „Charta zur Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ erheblich dazu beigetragen, dass die Themen Sterben, Tod und Trauer in der Gesellschaft selbstverständlicher und offener miteinander besprochen werden.

ZEI08937Für beste Stimmung sorgte das Moderatorenduo des Festabends: Dr. Henrikje Stanze und Prof. Dr. Dr. Berend Feddersen. Foto: stefan-zeitz.deEin besonderes Präsent zum Jubiläum hatte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Stefan Zierke, MdB, dabei: „Mit herzlichen Glückwünschen auch von der Bundesfamilienministerin darf ich Ihnen übermitteln, dass unser Ministerium die Koordinierungs- und Vernetzungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung für weitere drei Jahre fördert.“ Dies mit dem Ziel, die zentralen Anliegen der Charta und ihre Leitsätze zu verbreiten und die Umsetzung der Handlungsempfehlungen zu befördern.

Deutsche Krebshilfe: Gründung der DGP im Jahr 1994 war bedeutender Meilenstein

müntefering MuebuFranz Müntefering und H. Christof Müller-Busch, ehemaliger DGP-Präsident, sind gespannt auf das Programm zu 25 Jahren DGP. Foto: stefan-zeitz.deWesentlich auf dem Weg der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin war von Anbeginn an die äußerst großzügige und fortdauernde Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe. Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe, hob in seinem Videoglückwunsch hervor: “Die Gründung Ihrer Fachgesellschaft war zweifellos ein bedeutender Meilenstein für die Versorgung schwerstkranker Menschen hierzulande. Seitdem hat sich viel getan, heute ist die Palliativmedizin ein unverzichtbarer Teil unseres Versorgungssystems, wenngleich nach wie vor noch Verbesserungsbedarf besteht. (…) Sie können sicher sein, dass die Deutsche Krebshilfe auch in Zukunft die Arbeit Ihrer Fachgesellschaft begleiten und die Palliativmedizin sowie Hospizarbeit nach Kräften unterstützen wird. Sie alle haben in den vergangenen 25 Jahren wertvolle Arbeit geleistet und viel für eine angemessene und würdevolle Betreuung schwerstkranker Menschen getan.“ 

Erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin rechtzeitig zum Jubiläum erschienen

DGP FestaktgröheDGP-Präsident Lukas Radbruch (li) und DGP-Vizepräsident Bernd-Oliver Maier freuen sich, den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe als Gast begrüßen zu können. Foto: stefan-zeitz.deEinen weiteren immensen Fortschritt auf dem Weg zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen konnte die DGP rechtzeitig zum Jubiläum verzeichnen: Unter ihrer Federführung wurde kürzlich im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie die erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patient*innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung veröffentlicht: In 15 Kapiteln zu Themen wie Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Fatigue, maligne Wunden, Obstipation, aber auch Depression, Angst, Schlafstörungen/nächtliche Unruhe, Todeswünsche, Kommunikaton, Sterbephase und Versorgungsstrukturen werden 442 Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung geboten. Diese sind nahezu vollständig auch auf andere chronische Erkrankungen übertragbar.

leseheftZum Festakt erschienen: Die DGP - Eine wissenschaftliche Gesellschaft in Bewegung. Foto: stefan-zeitz.de „25 Jahre und kein bisschen leise“ – dies feierten rund 200 Gäste im Berliner Museum für Kommunikation die dynamische Entwicklung der wissenschaftlichen Fachgesellschaft: Am 2. Juli 1994 von 14 Personen in Köln gegründet, zählt die DGP heute über 6.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren an der Palliativversorgung beteiligten Berufsgruppen und setzt sich an diversen Schnittstellen dafür ein, schwerkranken und sterbenden Menschen unabhängig von ihrer Grunderkrankung, ihrem Alter und ihren Lebensumständen den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Palliativ- und Hospizversorgung zu öffnen.

DGP-Präsident Lukas Radbruch: Zugang zur Palliativversorgung muss allen offenstehen

MuseumKommunikationDer Berliner Museum für Kommunikation bot einen sehr festlichen Rahmen für den Festakt zu 25 Jahren DGP. Foto: stefan-zeitz.deTrotz Feierlaune unterstrich DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch: “Wenn auch vieles erreicht ist, so bleibt doch keine Zeit zum Ausruhen!“ Noch immer gäbe es weiße Flecken auf der Landkarte der Palliativversorgung, in ländlichen Gebieten sei der Weg zum nächsten SAPV-Team oder zu einer entsprechend qualifizierten Einrichtung oft viel zu weit. Nach wie vor seien vor allem Patient*innen mit weit fortgeschrittener Krebserkrankung im Fokus der Palliativversorgung, Patienten mit chronischen Herz-, Lungen-, Nieren- oder neurologischen Erkrankungen bedürfen ihrer aber genauso. In Pflegeeinrichtungen finden die Bewohner häufig noch keinen Zugang zu einer angemessenen Hospiz- und Palliativversorgung.

Der Staffelstab der Fachgesellschaft wurde seit 1994 vom Gründungspräsidenten Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier an insgesamt vier weitere Präsidenten weitergegeben, gemeinsam gedachten diese in Berlin mit Dankbarkeit des im Frühjahr 2019 verstorbenen Pioniers der Palliativmedizin. Die Fachgesellschaft freute sich außerdem über zahlreiche Ehrengäste sowie über eine Reihe von Gründungs-, Vorstands- und Ehrenmitgliedern, die zusammen mit aktuell Aktiven einen beschwingten und anregenden Abend in Berlin feierten. betzoldDr. Celina von Betzold

Dafür sorgte auch der Festvortrag der Philosophin Dr. Celina von Bezold zum Thema „Aushalten – Festhalten – Haltung zeigen? Philosophische Ideen zum Umgang mit Leid und Leben“ im Zusammenspiel mit Musik und jiddischen Liedern der Klezmerschicksen, all dies launig moderiert von Prof. Dr. Dr. Berend Feddersen und Dr. Henrikje Stanze.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

25Weitere Veranstaltungen mit Bezug zu 25 Jahren DGP. Foto: stefan-zeitz.Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) steht seit ihrer Gründung am 2. Juli 1994 als wissenschaftliche Fachgesellschaft für die interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung. Ihre 6.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren Berufsgruppen engagieren sich für eine umfassende Palliativ- und Hospizversorgung in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Die Palliativmedizin konzentriert sich auf die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. www.palliativmedizin.de

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (Hrsg.): Die DGP – Eine wissenschaftliche Gesellschaft in Bewegung:
Stand: August 2019

S3-Leitlinie Palliativmedizin unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin aktualisiert und um acht neue Themengebiete erweitert: Leitlinienprogramm Onkologie publiziert aktualisierte und erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung, Version 2.0, August 2019

PRESSEINFORMATION


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gratuliert der DGP.


Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutsche Krebshilfe.

 

Die DGP - Eine wissenschaftliche Gesellschaft in Bewegung: Update Imagebroschüre erschienen

Titelbild ImagebroschüreZum heutigen Festakt der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zur Feier ihres 25-jährigen Jubiläums liegt druckfrisch ein Update der DGP-Imagebroschüre unter dem Titel „Die DGP – Eine wissenschaftliche Gesellschaft in Bewegung“ vor: Ab sofort lädt das Leseheft dazu ein, sich über die Entwicklung und Meilensteine der Palliativ- und Hospizversorgung in den vergangenen Jahrzehnten zu informieren, in die Geschichte, Struktur und Inhalte der Fachgesellschaft mit inzwischen über 6.000 Mitgliedern einzutauchen und Interessantes aus sämtlichen Phasen auf dem Weg zum heutigen Stand der Palliativversorgung zu erfahren.

Ausruhen? Nein danke!

„Ausruhen? Nein danke!“ konstatiert der Präsident der DGP Prof. Dr. Lukas Radbruch in seinem Überblick: „Vieles erreicht, manches verwunden & weiterhin voller Zukunftspläne!“, während Vizepräsident Dr. Bernd-Oliver Maier und Geschäftsführer Heiner Melching unter der Überschrift „In Bewegung bleiben“ über wackelige und zunehmend stabilere Momente beim „Tanz auf dem politischen Parkett“ berichten. Ein spannendes Thema insbesondere im aktuellen Jahr des erstmaligen Weltkongresses der EAPC in Berlin: „Internationales Networking für weltweit gleichberechtigten Zugang zur Palliativversorgung“ von DGP-Vorstandsmitglied PD Dr. Anne Letsch und EAPC-Präsident Prof. Dr. Christoph Ostgathe.

Mit den besten Empfehlungen

Der 27-jährige Arzt Max Spickermann denkt darüber nach, was die DGP jungen Mitgliedern bieten kann, während die ehemalige DGP-Vizepräsidentin Martina Kern seit über 25 Jahren in spezifischen Bildungsangeboten nicht nur Wissen, sondern auch die adäquate Haltung vermittelt. Und zu guter Letzt geben „mit besten Empfehlungen“ die Koordinatoren der jüngst veröffentlichten S3-Leitlinie Palliativmedizin Prof. Dr. Claudia Bausewein, Prof. Dr. Raymond Voltz und PD Dr. Steffen Simon einen Einblick, „wie schwerstkranke Menschen mit ihren Familien von Leitlinien profitieren.“ Hier knüpft der Beitrag von Wissenschaftsjournalistin Dr. Petra Thorbrietz an, welche offen darüber schreibt, wie sie persönlich den Ort erlebt hat, an dem ihr Mann starb. Für sie war die Palliativstation "ein Annehmen – von Anfang an.“

Zeitreise bis zur heutigen Palliativversorgung

Welche Entwicklungen die DGP in ihren 25 Jahren angestoßen, begleitet und auf den Weg gebracht hat, ist am ehesten zu verstehen, wenn man sich zusammen mit zweien der 14 Gründungsmitglieder, Dr. Ingeborg Jonen-Thielemann und Dr. Thomas Binsack, auf eine Zeitreise in die 70er und 80er Jahre begibt, als noch „Therapieren bis zuletzt“ galt, das Thema Sterben vollkommen ausgeblendet wurde und dadurch eine Diskussion und Bewegung in Gang kam, die 1994 in die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin mündete.

Insgesamt ein hoffentlich für viele Interessierte abwechslungsreiches Heft zum Blättern und Nachlesen, ergänzt um Fakten, Daten und Projekte rund um die DGP. Die Broschüre ist online verfügbar und kann bei Interesse auch als Printexemplar in der DGP-Geschäftsstelle angefragt werden.

DIE DGP – EINE WISSENSCHAFTLICHE GESELLSCHAFT IN BEWEGUNG

Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin weist in aktuellem Video auf erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin hin

Herzlichen Dank an die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V.: In aktuell erschienenen Videoclips auf Youtube weist der Präsident der DGIIN, Prof. Dr. med. Uwe Janssens, mit Nachdruck auf die vor wenigen Tagen erschienene erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung hin und unterstützt damit die Verbreitung der Leitlinie sehr.

DGIIN VIDEO ZUR S3 LEITLINIE PALLIATIVMEDIZIN

DIV VIDEO ZUR S3 LEITLINIE PALLIATIVMEDIZIN

Die Version 2.0 der S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und unter Mitarbeit von 70 Fachgesellschaften, zu denen die DGIIN wie auch die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin gehörten, im Leitlinienprogramm Onkologie erarbeitet und am 28. August 2019 veröffentlicht.

ERWEITERTE S3 LEITLINIE PALLIATIVMEDIZIN

 

 

S3-Leitlinie Palliativmedizin unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin aktualisiert und um acht neue Themengebiete erweitert

Leitlinienprogramm Onkologie publiziert aktualisierte und erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin

Berlin, 28.08.2019. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e. V. (DGP) wurde im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie die aus dem Jahr 2015 stammende S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patient*innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung aktualisiert und um acht Kapitel erweitert. Die Leitlinie greift dabei unter anderem den Umgang mit dem Wunsch zu sterben sowie die Versorgung einer tumorbedingten Fatigue und maligner Wunden auf. Ziel der Leitlinie ist es, die Symptomkontrolle und somit auch die Lebensqualität der Patient*innen zu verbessern und Ärzt*innen sowie allen an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu geben.

Für Menschen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung können stark belastende Symptome wie Schmerzen und Atemnot Grund für einen geäußerten Todeswunsch sein. „Der Todeswunsch muss von den Behandlern wahrgenommen und professionell sowie verantwortungsvoll begleitet werden. Die Symptomkontrolle ist hier von besonderer Bedeutung“, sagt Prof. Dr. Raymond Voltz von der Universitätsklinik Köln, Koordinator der Leitlinie. In der Leitlinie werden deshalb Strategien zum Umgang mit dem Todeswunsch und eine verbesserte Symptomkontrolle aufgezeigt.

Patient*innen mit tumorbedingter Fatigue werden oft nicht ausreichend medizinisch versorgt

Zudem wurde die Leitlinie auch um das Thema Fatigue ergänzt, einer dauerhaften körperlichen, kognitiven und emotionalen Erschöpfung. „Die Mehrzahl der Patienten mit tumorbedingter Fatigue wird nicht ausreichend medizinisch versorgt. Eine ursächliche Behandlung der Fatigue ist oftmals langwierig und deshalb für Menschen am Lebensende leider ungeeignet. Hier bietet sich eine Behandlung der Symptome eher an, beispielsweise durch eine medikamentöse Therapie oder durch Verhaltenstherapie“, so Prof. Dr. Claudia Bausewein vom Klinikum der Universität München, ebenfalls Koordinatorin der Leitlinie und Vorstandsmitglied der DGP. Auch Bewegungstraining kann infrage kommen.

In die Leitlinie aufgenommen wurde außerdem ein Kapitel zu malignen Wunden, die oftmals für Patient*innen mit starken Schmerzen verbunden sind. Als maligne Wunde wird der Durchbruch eines Tumors durch die Haut bezeichnet. „Bei zu erwartenden Schmerzen – beispielsweise bei einem Verbandswechsel – kann präventiv ein Analgetikum verabreicht werden. Zudem neigen maligne Wunden häufig zu Blutungen. Das kann gerade bei Tumorpatienten, die oftmals thrombosegefährdet sind und gerinnungshemmende Medikamente erhalten, zu Risiken führen“, so Leitlinienkoordinator PD Dr. Steffen Simon, ebenfalls von der Universitätsklinik Köln.

70 Fachgesellschaften und Organsiationen an der S3-Leitlinie Palliativmedizin beteiligt

Trotz des medizinischen Fortschritts zählt Krebs nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu der zweithäufigsten Todesursache in Deutschland. Etwa jeder Vierte verstarb im Jahr 2016 an einer Krebserkrankung (Quelle: Statistisches Bundesamt). Damit kommt der Palliativversorgung von Menschen mit nicht-heilbaren Krebserkrankungen eine besondere Rolle zu. Ziel der Palliativmedizin ist es, die Lebensqualität von Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zu erhalten und Symptome zu lindern. Zu den häufigsten Symptomen, unter denen Patient*innen leiden, zählen Schmerzen, Schwäche, Fatigue, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen.

Neben den bereits bestehenden Kapiteln zu Versorgungsstrukturen, Kommunikation, Atemnot, Tumorschmerz, Obstipation, Depression und Sterbephase wurde die Leitlinie um die folgenden Themen erweitert: Therapiezielfindung, Fatigue, nächtliche Unruhe, Übelkeit und Erbrechen (unabhängig von der Chemotherapie), maligne intestinale Obstruktion, maligne Wunden, Angst und Todeswünsche. An der S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung waren 70 Fachgesellschaften und Organisationen beteiligt.

Inhalte über Website und kostenfreie Leitlinien-App zugänglich

Die Leitlinie ist auf dieser Webseite abrufbar:
https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/palliativmedizin/

Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert. Android-Smartphone-Nutzer finden die App hier. iPhone-Nutzer können die Leitlinien-App hier herunterladen.

INFO DEUTSCHE KREBSGESELLSCHAFT

PRESSEMITTEILUNG

25 Jahre DGP: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin freut sich zu ihrem Jubiläum über 6.000 Mitglieder

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist im Sommer 25 Jahre alt geworden und es ist eine besondere Freude, dass sich nahezu exakt zu diesem Jubiläumsdatum das sechstausendste Mitglied in der DGP angemeldet hat!

Gefeiert wird der 25. Geburtstag der DGP im Rahmen diverser regionaler Veranstaltungen unter dem Motto "Wissen schafft Lebensqualität". Die Abendveranstaltung beim bundesweiten Mitgliedertag der DGP am 22. Mai in Berlin haben ebenfalls zahlreiche Mitglieder und Gäste genutzt, um gemeinsam auf das Jubiläum anzustoßen. Am 12. September findet der Festakt der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin mit geladenen Gästen in Berlin statt.

Am 2. Juli 1994 von 14 Gründungsmitgliedern in Köln aus der Taufe gehoben, engagieren sich nun über 6.000 Mitglieder aus Medizin und Pflege wie auch aus der Seelsorge, Psychologie, Physiotherapie, Sozialen Arbeit, Pharmazie und weiteren Berufsgruppen in der multiprofessionellen Fachgesellschaft.

25 JAHRE DGP

FOTOAUSWAHL FESTAKT

DGP begrüßt Urteil des SG Karlsruhe zur Einbeziehung der Seelsorge in die Palliativmedizinische Komplexbehandlung

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) begrüßt das Urteil des Sozialgerichts Karlsruhe zur Einbeziehung der Seelsorge in die Palliativmedizinische Komplexbehandlung. In der Pressemitteilung des SG Karlsruhe vom 24.06.2019 heißt es zu dem rechtskräftigen Urteil vom 28.02.2019: „Im Rahmen des OPS 8-982 Palliativmedizinische Komplexbehandlung unterfallen auch angestellte Seelsorger des Krankenhauses dem Behandlungsteam. Die durch diese angefallene und nachgewiesene Behandlungszeit ist grundsätzlich voll zu berücksichtigen.“

Durch das vorliegende Urteil wird Rechtsklarheit hergestellt. Auf der Grundlage der WHO-Definition von Palliativmedizin/Palliative Care folgt das Gericht in seiner Urteilsbegründung im Wesentlichen der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 09.05.2012 zur Relevanz des seelsorgerischen Beitrags zur palliativmedizinischen Komplexbehandlung (OPS 8-982 und 8-98e). Das Gericht hat damit deutlich unterstrichen, dass in diesem Fall die Interpretation der Fachgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, maßgeblich für die Deutung des OPS ist.

Ausführliche Stellungnahme:

DGP STELLUNGNAHME

Arbeitsgruppe der DGP legt praktikable Definitionen der Begriffe „Psychosozial“ und „Spiritualität“ im hospizlich-palliativen Kontext vor

Erkrankt ein Mensch lebensbedrohlich, hat dies vielfältige Auswirkungen auf ihn und sein soziales Umfeld. Es können Probleme und Belastungen entstehen, die laut WHO-Definition „Palliativversorgung“ (2002) auf körperlicher, psychosozialer und spiritueller Ebene auftreten und einer entsprechenden umfassenden Behandlung und Begleitung bedürfen. Doch was genau im hospizlich-palliativen Kontext unter den Begriffen „psychosozial“ und „Spiritualität“ verstanden wird, bleibt offen. Folglich ist in vielen Fällen unklar, wer die psychosoziale und spirituelle Versorgung/Begleitung zu leisten und wie diese in der konkreten Situation auszusehen hat.

Die AG Psychosoziale und Spirituelle Versorgung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) sieht es als ihre Aufgabe an, in dem namensgebenden Tätigkeitsbereich für begriffliche Klarheit zu sorgen und eindeutige Verantwortungsbereiche zu schaffen. Deshalb hat die AG nunmehr klare und praktikable Definitionen für die Begriffe „psychosozial“ und „Spiritualität“ vorgelegt.

Die Palliativversorgung ist per Definition und Selbstverständnis multiprofessionell angelegt. Diese Bedeutung wird auch in den S3-Leitlinien und in der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen betont. Sie findet sich jedoch vor allem im allgemeinen und ambulanten Bereich (SAPV, AAPV) so gut wie nie adäquat wieder. Insofern kann die Klarheit auf begrifflicher Ebene dabei helfen, in der Versorgungspraxis den Bedarf an angemessener, qualifizierter und multiprofessioneller Betreuung zu fördern.

DEFINITIONEN PSYCHOSOZIAL SPIRITUELL

 

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) begrüßt die Freisprüche in zwei Fällen ärztlich assistierter Selbsttötungen

BGH Urteile vom 3. Juli 2019 - 5 StR 132/18 und 5 StR 393/18
Freisprüche in zwei Fällen ärztlich assistierter Selbsttötungen bestätigt

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) begrüßt die Freisprüche und betont die besondere Verantwortung von Ärztinnen und Ärzten bei der Auseinandersetzung mit Sterbewünschen.

Berlin, 03.07.2019. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) begrüßt die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 03.07.2019, in der die Bedeutung und Verbindlichkeit des Patientenwillens noch einmal hervorgehoben wurde. Der Präsident der DGP Prof. Lukas Radbruch: „Es wäre völlig widersinnig, wenn der Arzt weiß, dass der Patient sterben möchte und lebenserhaltende Behandlungen ablehnt, und trotzdem diese Behandlungen durchführen müsste.“ Das Urteil des BGH, dass die Ärzte keine Tötung durch Unterlassung begehen, wenn sie lebenserhaltende Behandlungen in einer solchen Situation nicht durchführen, gibt den Ärzten die notwendige Sicherheit in der Begleitung.

Dennoch darf dieses Urteil nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ärztinnen und Ärzte, ebenso wie andere an der Patientenversorgung beteiligte Berufsgruppen, sich mit Sterbewünschen in besonderer Weise sorgsam und verantwortungsvoll auseinandersetzen müssen. In Fällen, in denen Patientinnen und Patienten den Wunsch nach Hilfe und Beistand beim Suizid äußern, gilt es immer zunächst die Ursachen und Hintergründe für den geäußerten Sterbewunsch genau zu eruieren und alle Optionen zur Linderung des Leidempfindens anzubieten. Patienten, die einen Sterbewunsch äußern, erwarten durchaus vom Arzt, auch Alternativen zu hören. Hierzu gehören insbesondere palliativmedizinische Angebote einschließlich einer psychosozialen und gegebenenfalls seelsorgerischen Begleitung sowie Möglichkeiten der Therapiebegrenzung und, im Falle einer entsprechenden Indikation, auch die Möglichkeit einer palliativen Sedierung. Auch sollten, soweit dies die Zustimmung der Betroffen findet, das engere soziale Umfeld und andere an der Versorgung beteiligten Personen in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. In vielen Fällen können ethische Fallkonferenzen, die dringend auch im Bereich der ambulanten Versorgung etabliert und finanziert werden sollten, eine Hilfe sein.

Von entscheidender Bedeutung ist die Sicherheit, dass der geäußerte Sterbewunsch freiverantwortlich getroffen wurde und nicht eine psychische Erkrankung oder äußerer Druck dem Wunsch zugrunde liegen.

In den Fällen, zu denen der BGH nun entschieden hat, scheint dies der Fall zu sein, und insbesondere in dem Berliner Fall, bei dem der Hausarzt einen engen und guten Patientenkontakt über einen längeren Zeitraum gepflegt hat, ist davon auszugehen, dass von ärztlicher Seite hier richtig und wohlüberlegt gehandelt wurde.

Auch wenn die vor dem BGH verhandelten Fälle schon einige Jahre zurück liegen, gehen wir davon aus, dass auch unter der aktuell durch den § 217 StGB veränderten Rechtslage aufgrund des nahestehenden Verhältnisses zur Patientin der Hausarzt keine Strafe zu befürchten hätte.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 12.03.2019 im Vorfeld der mündlichen Verhandlung des 2. Senats des Bundesverfassungsgerichts am 16. und 17. April 2019 in Sachen § 217 StGB (geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung) zu den Verfassungsbeschwerdeverfahren 2 BvR 651/16, 2 BvR 1261/16, 2 BvR 2347/15, 2 BvR 1593/16, 2 BvR 2354/16, 2 BvR 2527/16 https://www.dgpalliativmedizin.de/phocadownload/DGP%20Stellungnahme%20Verhandlung%20BVerfG%20120319.pdf

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 14.02.2019 zum Antrag der Abgeordneten Katrin Helling-Plahr, Stephan Thomae, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP „Rechtssicherheit für schwer und unheilbar Erkrankte in einer extremen Notlage schaffen“ https://www.dgpalliativmedizin.de/phocadownload/stellungnahmen/DGP_Stellungnahme_Rechtssicherheit_fr_schwer_und_unheilbar_Erkrankte_130202019.pdf

Tolmein O, Simon A, Ostgathe C, Alt-Epping B, Melching H, Radbruch L et al: Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung. Balanceakt in der Palliativmedizin. Deutsches Ärzteblatt 2017; 114: A302-307.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/186377/Verbot-der-geschaeftsmaessigen-Foerderung-der-Selbsttoetung-Balanceakt-in-der-Palliativmedizin

Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung (§ 217 StGB): Hinweise und Erläuterungen für die ärztliche Praxis. Bekanntmachung der Bundesärztekammer. Deutsches Ärzteblatt 2017; 114: A 334 – 336.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/186360/Verbot-der-geschaeftsmaessigen-Foerderung-der-Selbsttoetung-(-217-StGB)-Hinweise-und-Erlaeuterungen-fuer-die-aerztliche-Praxis

Nauck F, Ostgathe C, Radbruch L: Ärztlich assistierter Suizid: Hilfe beim Sterben – keine Hilfe zum Sterben. Deutsches Ärzteblatt 2014; 111: A 67-71.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/152921

Jansky M, Jaspers B, Radbruch L, Nauck F: Einstellungen zu und Erfahrungen mit ärztlich assistiertem Suizid. Eine Umfrage unter Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Bundesgesundheitsbl 2017, 60: 89- 98.

https://www.springermedizin.de/einstellungen-zu-und-erfahrungen-mit-aerztlich-assistiertem-suiz/11096338

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Senat Berlin beauftragt DGP mit Konzept für Palliativbeauftragte: Erste Kurse starten Ende September

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat von der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Berlin den Auftrag erhalten, ein Curriculum und Kurskonzept für die Fortbildung von Palliativbeauftragten zu erarbeiten. Die ersten Kurse finden ab Ende September 2019 in Berlin statt.

Die 80plus-Rahmenstrategie der Berliner Senatsverwaltung sieht insgesamt zwei Module einer Gesamtqualifikation zum „Demenz- und Palliativbeauftragten“ vor, dessen zweites Modul allein dem Schwerpunkt „Palliativversorgung im Krankenhaus“ gilt. Letzteres können Personen absolvieren, die bereits das erste Modul zur „Demenzbegleitung im Krankenhaus“ erfolgreich absolviert haben. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin entwickelt das gesamte Kurskonzept in Kooperation mit der Fachgesellschaft Palliative Geriatrie (FGPG) und der KPG Bildung.

Ziel der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung ist es, die Versorgung von vulnerablen Patient*innengruppen bei einem erforderlichen Krankenhausaufenthalt zu verbessern. So heißt es in der Kursbeschreibung: „Es ist davon auszugehen, dass Betroffene häufig zu spät oder gar nicht einer qualifizierten palliativen Versorgungsstruktur zugeleitet werden.“

Konkret ist u.a. geplant, dass Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen nach entsprechender Zusatzqualifikation in Berliner Krankenhäusern als Demenz- und Palliativbeauftragte tätig werden.

Spannende Daten & Fakten zur europaweiten Palliativversorgung: Update EAPC-Atlas 2019: Platz 15 für Deutschland…

…aber, so der Präsident der DGP, Lukas Radbruch: Anzahl der Einrichtungen ist nur ein Faktor unter vielen – Meilensteinplan Deutschland ist beachtenswert: Rechtsanspruch SAPV, Hospiz- und Palliativgesetz, Charta & Nationale Strategie, Pflicht-, Lehr- und Prüfungsfach Palliativmedizin, erweiterte S3-Leitlinie

Berlin, 14.06.2019. Der „Atlas der Palliativversorgung in Europa“ der European Association for Palliative Care (EAPC) wurde in aktueller Auflage 2019 beim kürzlichen 16. Weltkongress in Berlin vorgestellt. Im europäischen Durchschnitt weist er 0,8 spezialisierte Palliativdienste/Einrichtungen für je 100.000 erwachsene Einwohner*innen aus, in Deutschland 1,1 Dienste pro 100.000 Menschen. Vor dem Hintergrund dieser Daten und der EAPC-Empfehlung von zwei Diensten pro 100.000 Menschen erreicht Deutschland im Europavergleich deshalb Platz 15 von 49 Ländern hinsichtlich der Palliativversorgung von Erwachsenen.

Dazu erklärt Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP): „Die Einordnung auf Platz 15 bei der Zahl der Einrichtungen ergibt insofern eine Schieflage, als dass hier z.B. die 1.321 ambulanten Hospizdienste für Erwachsene nicht mitgezählt werden, in denen sich nach aktuellen Schätzungen weit über 80.000 Menschen ehrenamtlich engagieren.“ Dies sei ebenfalls eine wesentliche Ressource der Umsorgung und des Halts für lebensbegrenzend erkrankte Menschen und ihre Familien. In der Gesamtbetrachtung wäre Deutschland nicht im Mittelfeld, sondern deutlich in Richtung Spitzengruppe unterwegs: „Wir haben in der Hospiz- und Palliativversorgung in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht, was sich nicht allein in der Anzahl der Palliativstationen, SAPV und Palliativdienste abbilden lässt.“

So weist der Palliativatlas als weiteren Meilenstein der Palliativversorgung in Deutschland den Rechtsanspruch auf die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) seit 2007 aus. Weit vorn ist Deutschland zudem in der „Palliative Medicine Education“: Seit 2009 ist Palliativmedizin an den Universitäten Pflicht-, Lehr- und Prüfungsfach. Im Jahr 2010 wurde zudem die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ konsentiert und mittels daraus folgender Handlungsempfehlungen in eine Nationale Strategie überführt. Essentiell ist außerdem der Nationale Krebsplan mit einem eigenen Kapitel zur Palliativmedizin. Schließlich wird Deutschland als eines von insgesamt nur acht Ländern mit nationalen Gesetzen genannt: Das grundlegende Hospiz- und Palliativgesetz wurde 2015 verabschiedet. Und in wenigen Wochen ist die um neue Themen erweiterte und aktualisierte – 2015 erstveröffentlichte – „S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ zu erwarten.

In den Atlas eingeflossen sind folgende Zahlen vom Januar 2019 aus dem „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“, der Online-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: Für Erwachsene waren zu diesem Zeitpunkt 336 Palliativstationen, 283 SAPV-Teams, 232 stationäre Hospizen und 63 Palliativdienste im Krankenhaus ausgewiesen. Weitere 24 spezialisierte Einrichtungen sind bis heute hinzugekommen. Außerdem sind aktuell 1321 ambulante Hospizdienste für Erwachsene verzeichnet. Die Einrichtungen für schwerkranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden zusätzlich ausgewiesen. Bis Ende 2017 hatten 11.440 Ärztinnen und Ärzte die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin erworben.

Der „Atlas of Palliative Care in Europe 2019“ wurde in 3. Auflage 2019 von Prof. Carlos Centeno und seinem Team an der Universität Navarra erstellt:
http://dadun.unav.edu/handle/10171/56787?mode=full

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