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Nun auch als Online-Broschüre: Empfehlungen der DGP zum Umgang mit dem Wunsch nach Suizidassistenz in der Hospizarbeit und Palliativversorgung

Titel Umgang mit Wunsch nach SuizidassistenzDie im Herbst 2021 veröffentlichten „Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zum Umgang mit dem Wunsch nach Suizidassistenz in der Hospizarbeit und Palliativversorgung“ liegen nun auch als Online-Broschüre vor.

Diese ist im Verlauf des Jahres 2021 in enger Zusammenarbeit innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin entstanden: Der Text in Autorenschaft des Vorstands und der Geschäftsführung wurde den über 40 Arbeitsgruppen, Sektionen und Landesvertretungen der DGP mit der Bitte um Anmerkungen zur Verfügung gestellt. Nach sorgfältiger Auswertung der Rückmeldungen und einer Reihe redaktioneller Anpassungen konnte der vorliegende Text beim Mitgliedertag der DGP im September 2021 als „living document“ präsentiert werden, womit der Vorstand der DGP das Vorhaben unterstreicht, den Inhalt weiter fortzuschreiben, nötigenfalls zu aktualisieren oder an neue Rahmenbedingungen anzugleichen.

EMPFEHLUNGEN ZUM UMGANG MIT DEM WUNSCH NACH SUIZIDASSISTENZ

 

 

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin schreibt dank privater Stiftungsinitiative Anerkennungs- und Förderpreis Ethik aus

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) wird im Jahr 2022 erstmals den „Anerkennungs- und Förderpreis Ethik“ verleihen. Der jährlich vorgesehene Preis dient der Anerkennung der Umsetzung von Ideen sowie des besonderen Engagements bzw. der Förderung von Initiativen und Projekten im Rahmen von hospizlich oder palliativ relevanten ethischen Praxisfragestellungen.

DGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein: „Die DGP dankt den Stifterinnen Dipl.-Psych. Margit Schröer, Dr. med. Susanne Hirsmüller, Renate Thum-Geuer und Stifter Dipl. Psych. Wolfgang Geuer von Herzen für diese private und wichtige Initiative! In einer Zeit, in der ethische Fragestellungen auch gesamtgesellschaftlich stärker denn je eine entscheidende Rolle spielen, ermöglicht dieser Preis einen deutlichen Schritt in Richtung Weiterentwicklung und Verbesserung von ethischen Problem- oder Konfliktsituationen in der Hospiz- und Palliativversorgung, vielen Dank dafür.“

Der Anerkennungs- und Förderpreis Ethik kann an Personen und Institutionen vergeben werden, die sich in der Palliativversorgung in besonderer Weise um die Entwicklung und Verwirklichung praxistauglicher Ethik-Instrumente einsetzen, Strukturen zur Verbesserung der Begleitung und Behandlung in ethischen Fragen oder Konfliktsituationen geschaffen oder in der Vernetzung vor Ort die Ethikarbeit besonders vorangebracht haben.

Mit dem Anerkennungs- und Förderpreis Ethik in Höhe von 6.000 Euro sollen die Umsetzung von Ideen und ein geleistetes besonderes Engagement in ethischen Problem- oder Konfliktfeldern der hospizlichen oder palliativen Versorgung anerkannt werden. Arbeiten können von allen in der Hospiz- und Palliativversorgung tätigen Berufsgruppen eingereicht werden.

ANERKENNUNGS- UND FÖRDERPREIS ETHIK

 

8. Wissenschaftliche Arbeitstage der DGP am 4./ 5. März 2022 im ONLINE-Format!

DGP Logo WAT 2022 digital v2Angesichts der aktuellen Corona-Lage, der für die kommenden Wochen zu erwartenden angespannten Situation und zwecks besserer Planbarkeit hat sich die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin entschieden, die 8. Wissenschaftlichen Arbeitstage (WAT) am 4. und 5. März 2022 im ONLINE-Format umzusetzen. Begleitend ist eine e-Posterausstellung vorgesehen. Livechat und Video-Wortmeldung während der Sitzungen sowie in den Pausen gewährleisten die Interaktion mit allen Teilnehmenden.

"Palliativ vernetzt: WAT für die Zukunft!" - so lautet das Motto der 8. Wissenschaftlichen Arbeitstage (WAT) der DGP. Noch bis zum 12.12.21 können Abstracts eingereicht werden.

PROGRAMM

INFORMATIONEN & ANMELDUNG

ABSTRACTEINREICHUNG

 

14. DGP-Kongress 2022 in Bremen: Vorprogramm und Anmeldung online!

Save the date DGP 2022VIDEO: Prof. Anne Letsch lädt zum DGP-Kongress ein.Ab sofort sind Vorprogramm und Anmeldung für den 14. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 28. September bis 01. Oktober 2022 online!

"Unter dem Motto 'Palliativversorgung – Segeln hart am Wind' wollen wir uns im maritimen Umfeld  des  Nordens  Grenzerfahrungen  und  Herausforderungen  der  Palliativversorgung widmen. Für alle, die den Weg in den Norden nicht antreten können, bieten wir einen Großteil der Sitzungen auch im Livestream an.“ so laden das Kongresspräsidium Prof. Dr. Anne Letsch, Kiel, Prof. Dr. Henrikje Stanze, Bremen, und Prof. Dr. Christian Junghanß, Rostock, ein.

Schauen Sie sich gern im vielschichtigen Kongress-Vorprogramm um! Erstmals hybrid: Sie können wählen, wie Sie am liebsten am DGP2022 teilnehmen möchten.

PROGRAMM DGP 2022

ANMELDUNG DGP 2022

www.dgp2022.de

 

Zu Beginn des Pandemiewinters mahnt DGP-Präsidentin Claudia Bausewein: Lassen Sie nicht zu, dass Menschen einsam sterben!

100 000 Tote bedeuten Hunderttausende Hinterbliebene / Nähe, Abschied und Trauer: Ja, aber wie? / www.pallpan.de: Praxisnahe Empfehlungen auch zur Unterstützung von Teams & Entscheider:innen

Mit einem eindringlichen Appell hat sich die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. Claudia Bausewein, heute an die Öffentlichkeit gewandt: „Im Verlauf der Pandemie haben Hunderttausende die schmerzhafte Erfahrung machen müssen, sich in schwerer Krankheit und im Sterben nicht so nah sein zu dürfen, wie es ihrem Wunsch und Bedürfnis entsprochen hätte. Insbesondere in den vor uns liegenden Monaten müssen wir deshalb dafür sorgen, dass Vereinsamung, Stigmatisierung und palliativmedizinische Unterversorgung von sterbenden Menschen vermieden werden!“

PallPanDafür liegen auf der heute freigeschalteten Informationsplattform www.pallpan.de diverse praxisnahe und leicht zugängliche Handlungsempfehlungen für Betroffene und Angehörige sowie für Versorgende und politische Entscheider:innen vor, erläutert Prof. Dr. Steffen Simon, Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln, dies unter dem Leitmotiv: „Richtig handeln in der Betreuung Schwerkranker und Sterbender in Pandemiezeiten“. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus 13 Universitätskliniken haben Prof. Bausewein und Prof. Simon ihre in der „Nationalen Strategie für die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen in Pandemiezeiten“ im Sommer 2021 veröffentlichten Forschungsergebnisse neu aufbereitet: Einrichtungen der Versorgung, Gesundheitsämter, Krisenstäbe und Teamleitungen finden ebenso wie Betroffene, Angehörige und Hinterbliebene unkompliziert die für sie notwendigen Informationen.

Die anwendungsorientierten Handlungsempfehlungen thematisieren „Abschied und Trauer“, „Besuch und Nähe“ und „Kommunikation“ ebenso wie „Unterstützung der Mitarbeitenden“, „Infektionsschutz vs. Bedürfnisse von Patient:innen“ und „Pandemiepläne/-konzepte“. „Vernetzung“ und „Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen“ runden die Herausforderungen unter Pandemiebedingungen ab.

covidEbenso stellt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin unter www.palliativmedizin.de Handlungsempfehlungen zur Verfügung, die in der Regel in enger Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften und Institutionen im Laufe der Pandemie entstanden sind. „Nutzen Sie für Ihre Vorbereitung auf die kommenden Monate diesen Pool an Informationen! Lassen Sie uns gemeinsam aus den belastenden Erfahrungen der vergangenen 20 Monate etwas Konstruktives für unsere Teams und vor allem für die von uns betreuten Schwerstkranken und ihre Angehörigen entwickeln.“ so der Aufruf von Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU-Klinikum München. „Es gibt viele gute und konkrete Ideen, wie Belastungen in der Pandemie aufgefangen werden können.“

Forschungsverbund Palliativversorgung in Pandemiezeiten (PallPan), Stand: 25.11.2021
Richtig handeln in der Betreuung Schwerkranker und Sterbender in Pandemiezeiten

www.pallpan.de

Forschungsverbund Palliativversorgung in Pandemiezeiten (PallPan), Stand: 22.06.2021
Nationale Strategie für die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen
und ihren Angehörigen in Pandemiezeiten
https://zenodo.org/record/5012504#.YYkZw7oxk2w

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und weitere Fachgesellschaften/Institutionen:
Handlungsempfehlungen, Positionspapiere und Beiträge zu COVID-19

https://www.dgpalliativmedizin.de/neuigkeiten/pandemie.html

PRESSEMITTEILUNG

 

Spannende Festschrift & vielfältige Videobotschaften zu zehn Jahren Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

„Die Bedürfnisse und Nöte von schwerstkranken, sterbenden und auch suizidgefährdeten Menschen müssen in den gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen deutlich mehr Berücksichtigung finden.“ so Prof. Dr. Claudia Bausewein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der ‚Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland". Dieses sollte nach coronabedingter Verschiebung heute mit einem Bürgerforum und einem Festakt in Berlin nachgefeiert werden: „In Anbetracht steigender Coronazahlen mussten wir die Feierlichkeiten leider absagen. Gerade jetzt möchten wir aber dringend darauf hinwirken, insbesondere in den vor uns liegenden Monaten das individuelle Leid schwerkranker Menschen und ihrer Familien im Blick zu behalten und als Team mit ihnen zusammen Nähe, Gemeinschaft und Momente der Lebensfreude und Begegnung zu ermöglichen.“

Lesen Sie in der ausführlichen Pressemitteilung, was aus Perspektive der drei Träger der Charta - Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Deutscher Hospiz- und PalliativVerband und Bundesärztekammer - außerdem besonders dringend ist. Spannend auch die aktuell erschienene Festschrift sowie zahlreiche Video-Glückwunschbotschaften!

PRESSEMITTEILUNG
FESTSCHRIFT CHARTA
VIDEOBOTSCHAFTEN

 

ABGESAGT: Nachfeier des zehnjährigen Jubiläums der Charta am 24. November

Zu unserem großen Bedauern müssen die für den 24.11.2021 im „Silent Green“ in Berlin geplanten Feierlichkeiten zum zehnjährigen Jubiläum der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ aufgrund der bundesweiten Coronasituation abgesagt werden. Die drei Träger der Charta, die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband und die Bundesärztekammer, haben sich in Absprache mit dem Förderer, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dazu entschlossen, das für den Vormittag vorgesehene Bürgerforum wie auch den Festakt am Abend trotz 2G-Regelung zu canceln, um das Risiko von Impfdurchbrüchen z.B. auch bei der Anreise auszuschließen. Gerne werden wir aber zum Tag selbst ausführlich berichten, schauen Sie am 24. November auf jeden Fall auf unserer Website vorbei!

INFO KOORDINIERUNGSSTELLE

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin veröffentlicht Kitteltaschenbroschüre „Zum Umgang mit malignen Wunden – Handlungsempfehlungen für die Praxis“

maligne wundenAktuell erschienen ist die Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Kooperation mit dem Leitlinienprogramm Onkologie „Zum Umgang mit malignen Wunden – Handlungsempfehlungen für die Praxis“ auf Basis der Erweiterten S3-Leitlinie für Palliativmedizin. Das Kitteltaschenheft in der Autorenschaft der Arbeitsgruppe Maligne Wunden unter Leitung von Axel Doll und Elisabeth Krull liegt online wie auch in gedruckter Fassung vor. Letztere können Interessierte ebenso wie Versandkosten und Schutzgebühr in der DGP-Geschäftsstelle unter dgp@palliativmedizin.de anfragen.

Die Handlungsempfehlungen basieren auf dem Kapitel „Maligne Wunden“ aus der 2019 erschienenen Erweiterten S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nichtheilbaren Krebserkrankung“. Die Empfehlungen wurden für den praktischen Alltag entwickelt, damit sich professionell Versorgende „einen möglichst schnellen Überblick über die wichtigsten Aspekte von der Erfassung und Evaluation über Therapiegrundsätze, Linderung psychosozialer Belastungen, Kontrolle von mit den Wunden verbundenen Symptomen und Komplikationen sowie Wundmanagement“ verschaffen können, heißt es im Vorwort der Koordinator:innen der Erweiterten S3-Leitlinie.

Zentral dabei: „Die Patientin oder der Patient mit einer malignen Wunde soll nicht auf diese Wunde reduziert werden.“ Vielmehr betonen die Autor:innen: „Die Wertschätzung der Person und die Wahrung ihrer Würde sind hierbei handlungsleitend.“ Dazu gehört, das subjektive Erleben von Betroffenen und Angehörigen mit der Wunde und die etwaige Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erfassen sowie das Wissen und die Selbstmanagementfähigkeiten von Patient:in und Angehörigen in Bezug auf die Wunde zu stärken.

Dank gilt dem Leitlinienprogramm Onkologie als Herausgeber der Erweiterten S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nichtheilbaren Krebserkrankung“ für die Zustimmung zur Veröffentlichung des Kapitels „Maligne Wunden“. Alle Mitglieder der DGP erhalten in Kürze ein Exemplar des Heftes als Beilage der November-Ausgabe der Zeitschrift für Palliativmedizin. Ergänzend werden zwei Dokumentationsbögen zur Anamnese und zum Assessment der Wunde als Download zur Verfügung gestellt.

DGP BROSCHÜRE ZUM UMGANG MIT MALIGNEN WUNDEN


DOKUMENTATIONSBÖGEN:

WUNDANAMNESE

WUNDASSESSMENT

Heute erschienen: Gesamtschau der Broschüren und Flyer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)

Um Interessierten den Überblick über die kontinuierlich wachsende Anzahl an Broschüren und Flyern der DGP zu erleichtern, ist heute das Heft „Informationsmaterialien der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin“ online erschienen. Dieses kann ab Ende Oktober auch als Druckexemplar in der DGP-Geschäftsstelle bestellt werden. Die Übersicht über die Veröffentlichungen wird - zumindest online - fortlaufend aktualisiert.

Grundsätzlich stellt die DGP ihre Broschüren und Flyer kostenfrei zum Download zur Verfügung. Inwieweit die Veröffentlichungen ergänzend auch in gedruckter Fassung zur Verfügung stehen, erfahren Sie hier: https://www.dgpalliativmedizin.de/xf. Gedruckte Exemplare fragen Sie bitte in der Geschäftsstelle der DGP an unter E-Mail: dgp@palliativmedizin.de

HEFT INFORMATIONSMATERIALIEN DER DGP

AKTUELLE BROSCHÜREN UND FLYER DER DGP

 

DGP: Im Koalitionsvertrag ist gesellschaftliche Verantwortung abzubilden: Suizidprävention stärken, Palliativ- und Hospizversorgung ausbauen, Infokampagne starten!

„In der Verantwortung für schwerkranke, sterbende und trauernde Menschen sowie für diejenigen, die so nicht mehr leben wollen, fordern wir dringend einen Ausbau der Palliativ- und Hospizversorgung sowie eine Stärkung der Suizidprävention.“ so Prof. Dr. Claudia Bausewein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), auf die Frage nach unumgänglichen Anliegen, die in den Koalitionsvertrag einfließen sollten.

Das 2015 verabschiedete Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) stellte einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zu einer qualitativ hochwertigen Palliativ- und Hospizversorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen zuhause, im Krankenhaus, im Hospiz oder im Pflegeheim dar, betont die Präsidentin der wissenschaftlichen Fachgesellschaft mit weit über 6.000 Mitgliedern. „Doch nach sechs Jahren gilt es nun, das HPG auf den Prüfstand zu stellen und den zweiten Schritt zu gehen.“

Nach sechs Jahren gilt es, das Hospiz- und Palliativgesetz auf den Prüfstand zu stellen

Darunter versteht die DGP insbesondere:

  • die leistungsgerechte Vergütung der Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung (AAPV) für sämtliche beteiligten Leistungserbringer
  • die „Ausstattung“ der Palliativpflege mit Qualifikation und Zeit! Für die allgemeine ambulante Palliativpflege hat sich die Regelung über die Häusliche Krankenpflege-Richtlinie (Ziffer 24a) als nicht brauchbar erwiesen.
  • die Finanzierung psychosozialer Berufsgruppen in der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV)
  • eine angemessene Finanzierung der Palliativdienste und Palliativstationen im Krankenhaus
  • die Finanzierung von Palliativbeauftragten in Krankenhäusern und Pflegeheimen
  • die Ausweitung bzw. Weiterentwicklung von gesundheitlicher Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase gemäß § 132g SGB V bzw. Advance Care Planning (ACP)
  • den besonderen Belangen von Kindern und Jugendlichen Rechnung zu tragen, insbesondere durch die Förderung einer eigenen Netzwerkstruktur im Sinne eines überregionalen Hospiz- und Palliativnetzwerkes
  • Menschen mit intellektueller und komplexer Beeinträchtigung dürfen insbesondere am Lebensende nicht teilweise von den Leistungen der Pflegeversicherung ausgeschlossen werden. Die pauschale Begrenzung von Pflegeleistungen in Abhängigkeit vom Wohnort („besondere Wohnform“ nach § 42b SGB XII) durch den § 43a muss durch eine diskriminierungsfreie Regelung ersetzt werden.

Wir müssen sprachfähig werden, um Menschen mit Sterbewünschen offen zu begegnen!

Über das HPG hinaus stellt sich mit der Debatte um die Suizidassistenz eine weitere große Herausforderung: Vor einer etwaigen Regelung der Suizidassistenz ist die Suizidprävention dringend zu stärken, fordert die Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum München, dies nötigenfalls mit einem eigenen Gesetz. Wie die DGP mit aktuellen Empfehlungen deutlich gemacht hat, ist es darüber hinaus zwingend notwendig, in der eigenen Berufsrolle wie auch in den Teams, Einrichtungen und Institutionen der Hospiz- und Palliativversorgung eine Haltung bzw. ein Konzept zum Umgang mit Suizidwünschen zu finden.

„Wir müssen sprachfähig werden, um Menschen mit Sterbewünschen offen zu begegnen!“ erklärt Claudia Bausewein. Denn nur mit einer differenzierten Haltung zu diesem vielschichtigen Thema sei auch Offenheit und Gesprächsbereitschaft authentisch zu signalisieren. „Da geht es nicht allein um die Frage: Bin ich für oder gegen den assistierten Suizid?“, erklärt die Palliativmedizinerin aufgrund ihrer jahrzehntelangen Erfahrung. „Unser Anspruch ist, Menschen, die uns anvertrauen, so nicht mehr leben zu wollen, und damit ihr Innerstes preisgeben, eine verlässliche Beratung und Begleitung anbieten zu können. Dafür müssen wir jedoch die eigenen oder institutionellen „roten Linien“ kennen.“ Darüber gilt es kontrovers in Gesellschaft, Politik und mit den Leistungsanbietern zu diskutieren.

Die DGP stellt sich gern als „Sparringspartner“ in der Debatte zur Verfügung, so DGP-Vizepräsident Dr. Bernd Oliver Maier, Chefarzt für Palliativmedizin und interdisziplinäre Onkologie: „Wir loten gerade in interner Diskussion aus, welche Faktoren seitens der Patientin oder des Patienten, der Erkrankung, der Familie und des Umfelds, des Teams oder Trägers und auch des persönlichen beruflichen Verständnisses eine Rolle im Umgang mit Suizidwünschen spielen.“

Frühzeitige und vorausschauende Information gibt Sicherheit

Eng damit einher geht das dritte Anliegen der breiten Information und Aufklärung über Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung: „Um in Ruhe überlegen zu können, wie es weitergeht und welche Schritte und Entscheidungen anstehen, sind schwerkranke Menschen, ihre Familien und ihr weiteres Umfeld spätestens ab Diagnosestellung auf differenzierte Aufklärung angewiesen.“ betont Urs Münch, ebenfalls Vizepräsident der DGP, Psychoonkologe und Psychologischer Psychotherapeut: „Frühzeitige und vorausschauende Information gibt Sicherheit und kann dabei helfen, mit der Diagnose einer lebensbegrenzenden Erkrankung umzugehen.“ Einen Menschen in schwerer Krankheit bis zu seinem Tod zu begleiten, erfordert den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Ein erster Schritt kann darin bestehen, gemeinsam zu schauen, was kommen kann, und Optionen aufzuzeigen, wie man damit umgehen könnte. Entsprechend wäre auch eine Aufklärungskampagne des Bundes zu den Angeboten der Hospiz- und Palliativversorgung sehr zu begrüßen, so die DGP.

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zum Umgang mit dem Wunsch nach Suizidassistenz in der Hospizarbeit und Palliativversorgung (veröffentlicht: 29.09.2021)

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: Teams und Einrichtungen brauchen dringend Konzepte zum Umgang mit Suizidwünschen (29.09.2021)

 

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