Inhalte


Projekte


Arbeitsgremien


Jahrestagungen

logo wat 2018


Öffentlichkeitsarbeit


Service


„Gemeinsam in der Vielfalt – der Mensch im Mittelpunkt!“
Saarbrücken, 8. September 2011. „Gemeinsam in der Vielfalt - der Mensch im Mittelpunkt!“ lautet das Thema des Palliativtages der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) am 9. und 10. September 2011 in Saarbrücken. Rund 800 Teilnehmer und Referenten werden erwartet.

Die Vielfalt der Palliativmedizin zeigt sich bereits im Selbstverständnis des Faches, nämlich der bestmöglichen medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Betreuung von Patienten mit einer nicht heilbaren fortgeschrittenen Erkrankung und begrenzter Lebenserwartung. Das Hauptziel der Behandlung und Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen und ihrer Zugehörigen ist die Lebensqualität. Dazu gehören die Kontrolle der belastenden Symptome von Atemnot bis Schmerz, ebenso aber auch die Linderung von Angst und Unruhe, die Klärung von sozialen Problemen und von Fragen nach dem Sinn des Lebens.

Palliative Care, so die Bezeichnung im englischen Sprachraum, gelingt nur im Team, im Zusammenwirken der beteiligten Pflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter, Psychologen, Seelsorger und einiger anderer. Der kranke Mensch steht im Mittelpunkt, d.h. die Mitglieder des Teams gehen auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Patienten ein. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Schwerpunkte der verschiedenen Berufsgruppen sind ein Thema der Tagung, die Vernetzung von Ehrenamt, allgemeiner und spezieller Palliativversorgung ein anderes, die aktuellen Aspekte von Patientenverfügungen ein weiteres.
Eine palliativmedizinische Behandlung sollte nicht erst in den letzten Tagen und Wochen des Lebens eines Patienten angedacht und begonnen werden, sie sollte bei krebserkrankten Menschen ebenso zum Einsatz kommen wie bei Patienten mit nicht-tumorbedingten Erkrankungen, hob Tagungspräsident Dr. Dietrich Wördehoff hervor. Bisher werden zu 90 Prozent Patienten mit tumorbedingten Erkrankungen palliativmedizinisch behandelt, doch benötigen Patienten mit schweren Erkrankungen der Lunge, des Herzens, der Niere oder des Nervensystems in fortgeschrittenen Stadien ebenfalls eine kompetente palliativmedizinische Behandlung und Begleitung.

So läge die Zukunft laut Professor Dr. Friedemann Nauck, Präsident der DGP, darin, dass die Palliativmedizin in allen medizinischen Fachgebieten ihren Platz hat, in der Intensivmedizin, der Inneren Medizin, der Chirurgie, der Geriatrie ebenso wie in der Neurologie und der Pädiatrie: „Jeder Arzt muss neben der kurativen Therapie die palliativmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten kennen und frühzeitig einsetzen oder mit Palliativteams kooperieren“.

Im Rahmen des Abschluss-Plenums „Erlaubte und unerlaubte Sterbehilfe“ werden Daten, Fakten und Erfahrungen insbesondere aus unseren Nachbarländern Luxemburg und Frankreich zusammengetragen und diskutiert. Das saarländische Tagungsteam verbindet mit diesem Programmpunkt ebenso wie mit zahlreichen anderen Veranstaltungen im Rahmen des Palliativtages die Hoffnung, einen noch intensiveren Austausch im Dreiländereck zu initiieren. So beginnt der DGP-Palliativtag am 9. September mit dem Festvortrag von Prof. Erny Gillen, Präsident von Caritas Europa, Luxemburg, zum Thema „Endlichkeit - Glück und Unglück des Menschen“.

Zuvor wird die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Annegret Kramp-Karrenbauer, den Palliativtag mit einem Grußwort eröffnen. Die Anwesenheit des Präsidenten der Ärztekammer des Saarlandes, Herrn Dr. Mischo, macht deutlich, dass Palliativmedizin ein Anliegen für die gesamte Ärzteschaft ist. Dass der palliative Gedanke neben Fortschritt, Technik und „Lebensverlängerung“ auch an der Universität Raum greift, zeigen die Teilnahme des Dekans der Medizinischen Fakultät und die aktive Beteiligung zahlreicher Vertreter der Universitätsklinik am Programm.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat über 3800 Mitglieder. Die 1994 gegründete DGP vertritt einen interdisziplinären und multiprofessionellen Ansatz: 60 Prozent der DGP-Mitglieder kommen aus der Medizin, ca. 30 Prozent aus der Pflege und über zehn Prozent aus weiteren Professionen wie der Psychologie, der Seelsorge, den Sozial-Berufen, der Physiotherapie, aber auch den Rechtswissenschaften und der Pharmazie.

Pressemitteilung als PDF zum Download