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DGP Zertifizierte Palliativstationen

v.l.n.r.: Prof. Dr. Gerhild Becker (Leitung der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Freiburg), Brigitte Fröschen-Ludwig, PD Dr. Christopher Böhlke, Prof. Dr. Christoph Ostgathe (Leitung der Palliativmedizinischen Abteilung am Universtätsklinikum Erlangen), Michaela Hesse, Prof. Dr. Lukas Radbruch (Leitung des Zentrums für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus, Bonn, Leitung der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Bonn), Kirsten Hüning, Thomas vom Lehn, Dr. Helmut Hoffmann-Menzel, Dr. Bernd Oliver Maier (Leitung der Klinik für Palliativmedizn und interdisziplinäre Onkologie am St. Josefs-Hospital, Wiesbaden), Peter Friedrich-Mai. © Münster View – Heiner Witte

Die ersten Palliativstationen aus Bonn, Bremen, Erlangen, Freiburg und Wiesbaden haben ein umfassendes Zertifizierungsverfahren der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) durchlaufen, das in Kooperation mit der Zertifizierungsstelle ClarCert durchgeführt wird. Fünf Pilotkliniken konnten beim DGP-Mitgliedertag in Münster ihre Zertifikate in Empfang nehmen. „Schwerkranke Patienten und ihre Angehörigen sollten auf den ersten Blick erkennen können, wo sie auf jeden Fall kompetente Behandlung und Begleitung erwarten dürfen.“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Dafür braucht es klare Qualitätskriterien, die das Zertifizierungsverfahren bietet und überprüft.

Die DGP geht davon aus, dass sich nach der nun abgeschlossenen Pilotphase weitere der bundesweit über 300 Palliativstationen auf den Prüfstand stellen lassen werden. Denn nicht nur die Patienten haben etwas davon. Aus der sorgfältigen Überprüfung von Strukturen, Abläufen und Standards ergeben sich wertvolle Anregungen für Erweiterungen und Neuerungen, aber auch Chancen, zukünftig auf „überflüssigen Ballast zu verzichten“, berichtet Vizepräsident Dr. Bernd Oliver Maier. Speziell weitergebildete Gutachter aus verschiedenen Berufsgruppen sind einen Tag für die Überprüfung, Anregungen und kollegiale Gespräche vor Ort. Sein Wiesbadener Team erlebte das Audit als Option, Qualität und Potentiale der eigenen Arbeit messbar werden zu lassen und gleichzeitig einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Standards zu leisten.

Eine qualitativ hochwertige Palliativversorgung sollte auch für den Außenstehenden erkennbar sein. In Anbetracht eines erfreulich breit gefächerten ambulanten und stationären Angebots der Hospiz- und Palliativversorgung kann der Überblick für die Betroffenen leicht verloren gehen: Mehr als 300 Palliativstationen, 200 stationäre Hospize, 300 Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung, über 1500 ambulante Hospizdienste und Tausende von Einzelanbietern - noch dazu aus diversen Berufsgruppen - sind in punkto „Palliativ“ und „Hospiz“ aktiv. Deshalb ist es besonders wichtig, auch in der Adressdatenbank „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“ auf die entsprechenden Qualitätsmerkmale wie beispielsweise eine Zertifizierung hinzuweisen.

Im Sinne der Qualitätssicherung kommt der Zertifizierung der Palliativversorgung zukünftig eine herausragende Bedeutung zu, so Radbruch. Auf Palliativstationen wird eine hochkomplexe Behandlung und Versorgung sehr schwer erkrankter Menschen aus dem gesamten Spektrum onkologischer, neurologischer, kardiologischer, geriatrischer u. a. Erkrankungen angeboten. Berechtigt sei deshalb die Frage, ob die Stationen sowohl in ihrem Gesamtkonzept wie auch in den einzelnen therapeutischen und unterstützenden Angeboten aktuellen Qualitätsstandards entsprechen. Einen wesentlichen Anhaltspunkt bietet z.B. die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Menschen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“.

In Münster nahmen die ersten fünf Palliativstationen die Zertifikate der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin entgegen: Das Zentrum für Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus in Bonn, die Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Bonn, die Klinik für Palliativmedizin und interdisziplinäre Onkologie am St. Josefs-Hospital in Wiesbaden, die Palliativmedizinische Abteilung am Universitätsklinikum Erlangen, die Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Freiburg. Der ebenfalls zertifizierten Klinik für Schmerztherapie und Palliativmedizin am Klinikum Links der Weser in Bremen wird das Zertifikat in Kürze verliehen.

Näheres zu den fachlichen Anforderungen an die Anerkennung und Zertifizierung von Palliativstationen: https://www.dgpalliativmedizin.de/neuigkeiten/zertifizierung.html. Dort sind der Erhebungsbogen sowie weitere Unterlagen hinterlegt. Rückfragen richten Sie bitte an die Geschäftsstelle der DGP unter Tel: 030 / 30 10 100 0.

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