das ist palliativ

    Interview mit Kongresspräsidentinnen zum 16. DGP-Kongress "palliativ - leben im grenzland" vom 23. bis 26.9. in Freiburg

    In einem aktuellen Interview stellen Prof. Dr. Gerhild Becker und Dr. Verena Wetzstein als Kongresspräsidentinnen die Inhalte des 16. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zum Leitmotiv „palliativ – leben im grenzland“ vom 23. bis zum 26. September 2026 in Freiburg entlang dieser Fragen vor.

    • Was bedeutet es für Sie persönlich, den DGP-Kongress 2026 in Freiburg auszurichten?
    • Welche Grenzen im Palliative-Care-Bereich beschäftigen Sie aktuell besonders?
    • Welche gesellschaftlichen Grenzdebatten bewegen Sie besonders?
    • Gab es einen Moment, in dem Sie beruflich eine Grenze besonders gespürt haben?
    • Wo erleben Sie heute Mut und Hoffnung in der Palliativversorgung?
    • Warum sollte man den Kongress 2026 nicht verpassen?

    Pflegefachpersonen tragen oft die Hauptlast komplexer Versorgungssituationen

    Grenzen im Palliative Care-Bereich beschäftigen Prof. Dr. Gerhild Becker u.a. an diesen Punkten: „Wir erleben einen beständigen Zuwachs an Optionen und eine enorme Dynamik in der Medizin. Therapien werden immer differenzierter, aber nicht alles, was möglich ist, ist auch sinnvoll. Die Frage nach dem richtigen Maß von Tun und Lassen begegnet uns im klinischen Alltag sehr konkret, etwa bei hochbetagten oder multimorbiden Patientinnen und Patienten. Pflegefachpersonen tragen oft die Hauptlast komplexer Versorgungssituationen. Begrenzte Ressourcen im Gesundheitswesen und der Fachkräftemangel, aber auch emotionale Belastungen sind reale Grenzen, die wir nicht theoretisch, sondern strukturell angehen müssen.“

    Wir dürfen nicht übersehen, wie verletzlich Menschen am Lebensende sind.

    Dr. Verena Wetzstein ergänzt: „Ich erlebe die Debatten etwa um den assistierten Suizid, um Therapiebegrenzung und Autonomie und andere als äußerst intensiv. Selbstbestimmung ist ein hohes Gut, aber wir dürfen nicht übersehen, wie verletzlich Menschen am Lebensende sind. Als Ethikerin erlebe ich, wie stark sich gesellschaftliche Erwartungen verändert haben: Selbstbestimmung wird zu Recht betont, zugleich sehen wir Menschen, die sich allein gelassen fühlen. Diese Spannung dürfen wir nicht verkürzen. Aus medizinischer Sicht stellt sich zusätzlich die Frage nach gerechtem Zugang: Wer erhält spezialisierte Palliativversorgung? Wer profitiert von neuen Versorgungsmodellen und wer nicht? „Leben im Grenzland“ heißt für mich: Diese Spannungen aushalten und differenziert diskutieren.“

    Lesen Sie gerne unter "Updates" am Fuß der Startseite das ausführliche Interview:

    INTERVIEW ZUM DGP-KONGRESS VOM 23.9. BIS 26.9.26 IN FREIBURG

    Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin nimmt Stellung zur Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses

    Aus gegebenem Anlass veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) heute eine Stellungnahme zur Long-COVID-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA LongCOV-RL). Hintergrund ist der wiederholt an Mitglieder der DGP herangetragene Anspruch, die GBA LongCOV-RL würde aussagen, dass alle Patient:innen mit schweren Formen von Long-/Post-COVID und/oder Myalgischer Enzephalomyelitis / Chronischem Fatigue Syndrom (ME/CFS) das Recht auf eine spezialisierte Palliativversorgung hätten. Somit wären – nach dieser Einschätzung – die Mitglieder der DGP verpflichtet, eine solche spezialisierte ambulante oder stationäre Versorgung durch Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), durch Palliativdienste auf Normal- und Intensivstationen oder auf Palliativstationen durchzuführen.

    Dazu stellt der Vorstand der DGP heute klar, dass aus der LongCOV-RL keine grundsätzliche Pflicht zur Palliativversorgung aller genannten Patientinnen und Patienten resultiert, da nur dann Anspruch auf eine spezialisierte Palliativversorgung bestehe, wenn Menschen an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass dadurch ihre Lebenserwartung begrenzt ist. Selbstverständlich schließt dies nicht aus, so die DGP, dass einzelne Patient:innen mit Long-COVID bzw. ME/CFS eine nicht heilbare, progrediente und weit fortgeschrittene Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung aufweisen können. Doch kann die palliativmedizinische Versorgung nicht der Regelfall für Menschen mit einer schweren Form von Long-/Post Covid oder ME/CFS sein, „auch wenn wir als DGP die sehr prekäre Versorgungssituation gerade von schwer- und schwerstbetroffenen Long-COVID- und/oder ME/CFS-Patient:innen sehen.“

    DGP STELLUNGNAHME ZUR LONG-COVID-RICHTLINIE DES GBA (Stand: 24.04.2026)

    AG LSBTIQ+ der DGP: Glossar zur sensiblen Versorgung queerer Menschen in der Hospiz- und Palliativarbeit

    Die AG LSBTIQ+ der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin hat ein Glossar zur sensiblen Versorgung queerer Menschen in der Hospiz- und Palliativarbeit entwickelt. Es bietet kurze, verständliche Erklärungen zentraler Begriffe und soll Sicherheit im sprachlichen und fachlichen Umgang geben. Das Glossar steht ab sofort zur Verfügung und lädt dazu ein, Vielfalt bewusst und respektvoll in der Versorgung mitzudenken.

    GLOSSAR LSBTIQ+

    AG LSBTIQ+

    Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin resümiert im Jahresbericht 2025: "Es war ein intensives Arbeitsjahr mit einer Reihe von Baustellen!"

    Screenshot 2026 01 19 171539Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) gibt in ihrem heute erschienenen Jahresbericht 2025 einen kurzen Überblick über die „Baustellen“ der vergangenen 12 Monate und diverse Projekte, welche die DGP auch im Jahr 2026 begleiten werden.

    Ein Großteil der 6.800 DGP-Mitglieder engagiert sich auch in einer der 19 Arbeitsgruppen, 12 Sektionen oder 14 Landesvertretungen der Fachgesellschaft. Eine Vielzahl an Kooperationen, Projekten und Veröffentlichungen hat das vergangene Jahr gekennzeichnet.

    Austausch mit Bundesgesundheitsministerin

    In ihrem Vorwort fasst die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Prof. Dr. Claudia Bausewein, zusammen: "Es war ein intensives Arbeitsjahr, zu dessen Ende wir uns sehr darüber gefreut haben, zu einem ausführlichen und konstruktiven Austausch mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zusammen kommen und besonders drängende Anliegen unterstreichen zu können:

    > Auswirkung der Krankenhausreform auf die Palliativversorgung
    > Finanzierung von Palliativdiensten im Krankenhaus
    > Notfallreform: Umgang mit palliativen Notfallsituationen
    > Verankerung von psychosozialen Berufsgruppen in der SAPV

    Hospiz- und Palliativgesetz I Klinische Palliativmedizin I Wertekompass I Vernetzung 

    Unter diesen Überschriften skizziert Claudia Bausewein wesentliche Schwerpunkte der DGP-Aktivitäten im Jahr 2025:

    • Hospiz- und Palliativgesetz: Evaluation und Weiterentwicklung dringend erforderlich
    • Handlungsempfehlung Caring Communities als Beitrag zu einer sorgenden Zivilgesellschaft 
    • Chance und Herausforderung: Zusatzbezeichnung „Klinische Palliativmedizin“
    • Werte sichtbar zu machen hilft, der Angst vor „palliativ“ zu begegnen
    • Wachsende Vernetzung, spannende Formate und ein lebendiger Standort

    Abgerundet wird der 23-seitige Jahresbericht durch den herzlichen Dank der DGP-Präsidentin an all diejenigen, die als Mitglieder, Privatpersonen, Botschafter, Stiftungen, Unternehmen, nicht selten als Angehörige und Familien von schwerkranken und sterbenden Menschen die DGP unterstützen.

    Diese großzügige Förderung von vielen Seiten ermöglicht es, gemeinsame Ziele und Projekte verlässlich umzusetzen - wie beispielsweise die jährliche Verleihung von vier Anerkennungs- und Förderpreisen oder die Aktualisierung des Wegweisers Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland in zehn Sprachen.

    DGP JAHRESBERICHT 2025

    Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland: Projektgruppe HOPAN legt Empfehlungen zur Netzwerkarbeit vor

    Screenshot 2026 01 14 142236Im Rahmen der HOPAN-Studie wurden über einen Zeitraum von knapp drei Jahren regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland untersucht. Heute werden die finalen Empfehlungen zur Netzwerkarbeit in Form einer Broschüre veröffentlicht: "Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland - Empfehlungen zur Netzwerkarbeit aus der HOPAN-Studie".

    Die Broschüre ist in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband und der Bundesärztekammer entstanden und richtet sich vorwiegend an Leitungspersonen und Koordinator:innen von regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerken.

    Die HOPAN-Studie wurde vom Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefördert und vom Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover umgesetzt. Auf Grundlage einer Bestandserhebung und -analyse der regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland wurden gemeinsam mit Leitungspersonen, Fachexpert:innen und Netzwerkkoordinator:innen Empfehlungen zur Netzwerkarbeit entwickelt.

    Die Empfehlungen sollen die etablierten und im Aufbau befindlichen Netzwerke dabei unterstützen, ihre Strukturen, Arbeitsweisen und Kooperationen in der Netzwerkarbeit weiterzuentwickeln.

    Regionale Hospiz- und Palliativnetzwerk unterstützen die Zusammenarbeit der Versorgungsakteure in der Hospizarbeit und Palliativversorgung. Seit 2022 können diese Netzwerke nach § 39d SGB V durch die gesetzlichen Krankenversicherungen gefördert werden. Derzeit existieren über 80 regionale Hospiz- und Palliativnetzwerke in Deutschland.

    Die Empfehlungen zur Netzwerkarbeit können gern als gedruckte Broschüren bei der DGP über angefragt werden.

    REGIONALE HOSPIZ- UND PALLIATIVNETZWERKE IN DEUTSCHLAND

    Deutsche Gesellschaft
    für Palliativmedizin e. V.
    Zimmerstr. 26/27
    10969 Berlin