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Bundesweiter Dialog zum möglichen SAPV-Rahmenvertrag

Auf Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (BAG SAPV), der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV) fand am 19. November ein Treffen zur Diskussion der Ideen rund um die Ausgestaltung eines entsprechend der politischen Signale wahrscheinlich gewordenen bundeseinheitlichen Rahmenvertrags SAPV statt. Rund 50 Vertreter/innen aller Bundesländer führten einen konstruktiven Dialog um Mindestmerkmale der SAPV, die sichergestellt sein müssen, um das Qualitätsniveau der SAPV zu sichern und weiterzuentwickeln. Die Veranstaltung wird als Auftakt zu weiteren Treffen gewertet, da alle Teilnehmenden betonten, dass ein transparentes Vorgehen der Verbände für alle von Nutzen ist. Weitreichende Übereinstimmungen in vielen wesentlichen Punkten wurde bereits bei diesem ersten Treffen deutlich.      

Auf Initiative der DGP haben sich zu diesem Thema außerdem die Leistungserbringer für SAPV für Kinder und Jugendliche in Deutschland im Rahmen ihres jährlichen Treffens am 27. November mit maßgeblichen Verbänden der Kinder- und Jugendhospizarbeit, BAG-SAPV und DHPV ausgetauscht. Dabei beschlossen sie, als Grundlage für die Rahmenvertragsverhandlungen die „Empfehlungen zur Ausgestaltung der Versorgungskonzeption der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) von Kindern und Jugendlichen vom 12.06.2013“ fortzuschreiben. Im Januar wird der Ist-Stand zu den Struktur-, Qualifikations-, Leistungs- und Vergütungsmerkmalen der derzeitigen SAPV-Verträge für Kinder und Jugendliche auf der Grundlage des Punktes „3. Struktur der Leistungserbringer“ der o.g. Empfehlung erhoben. Nach wie vor besteht dringender Bedarf an multiprofessioneller Teamstruktur insbesondere hinsichtlich des psychosozialen Bereichs.

SAPV WIRD ZEITNAH NEU GEREGELT

DGP freut sich auf bald 6.000 Mitglieder!

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin freut sich kurz vor ihrem 25. Geburtstag auf bald 6.000 Mitglieder!

In der multiprofessionellen Fachgesellschaft fehlen nur noch wenige "Neue" bis zur runden Zahl - und DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch würde gern noch vor Jahresfrist das neue Mitglied mit einer persönlichen Einladung zum Festakt anlässlich des Vierteljahrhunderts DGP beglückwünschen. Gefeiert wird im kommenden Jahr.

14 Personen bestätigten im Sommer 1994 mit ihrer Unterschrift die Gründung der DGP. Sofern Sie mehr wissen möchten über die Geschichte und die Entwicklungen dieser besonderen Fachgesellschaft, so blättern Sie gern in diesem Leseheft: Die DGP - Eine lebendige Gesellschaft

Was die DGP Ihnen zu bieten hat? Schauen Sie unter Vorteilen der Mitgliedschaft!

Satzung, Beitragsordnung, Aufnahmeantrag...dies finden Sie alles unter Mitgliedschaft.

 

Mai 2019: 3. DGP-Mitgliedertag in Berlin: Anmeldungen ab sofort möglich!

Ab sofort ist die Anmeldung zum 3. Mitgliedertag der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) am 22. Mai 2019 in Berlin freigeschaltet. Die DGP bietet ihren Mitgliedern am Vortag des 16. Weltkongresses der European Association for Palliative Care – vom 23. bis 25.Mai 2019 in Berlin – einen attraktiven Rahmen zum inhaltlichen Austausch in ihren Arbeitsgruppen, Sektionen und Landesvertretungen.

25 Jahre feiert die Fachgesellschaft mit rund 6.000 Mitgliedern im kommenden Jahr und wird auch vor dem Hintergrund dieser Erfahrung im Plenum die Frage diskutieren „Palliativversorgung – Grundausbildung für alle oder Feld für Spezialist*innen?“. Eine Abendveranstaltung in der Berliner Heilig Kreuz-Kirche rundet den Mitgliedertag ab, zu dem Prof. Dr. Lukas Radbruch, Dr. Wiebke Nehls und Urs Münch als Tagungspräsidium herzlich einladen.

DGP MITGLIEDERTAG

ANMELDUNG

NOCH NICHT MITGLIED?

Noch bis Mitte Februar: "Early bird"-Anmeldungen für EAPC 2019 in Berlin

DGP Kongress EAPC 4PD Dr. Anne Letsch freut sich als Vorsitzende des Lokalen Komitees und als Vorstandsmitglied der DGP auf den EAPC-Kongress in Berlin. Foto: DGP/KTDie Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin freut sich sehr, den 16. Weltkongress der EAPC vom 23. bis zum 25. Mai 2019 in Berlin lokal unterstützen zu können.

WEBSITE KONGRESS

Seit 15.7.2018 ist die Anmeldung zum Frühbuchertarif möglich, für DGP-Mitglieder zu ermäßigten Konditionen. Die "Early bird"-Anmeldung endet am 15.2.2019.

REGISTRATION

Bis zum 31.10.2018 konnten Abstracts eingereicht werden. Die Veranstalter freuen sich anlässlich des Kongresses in Berlin besonders über zahlreiche Abstracts aus Deutschland.

ABSTRACT SUBMISSION

Außerdem werden bis zum 30.11.2018 Vorschläge für drei Researcher Awards entgegengenommen.

REASEARCHER AWARDS 2019

SAPV wird zeitnah neu geregelt - Bundeseinheitliche Rahmenvereinbarung bis zum 30.9.2019 - DGP fordert übereinstimmende Qualitätskriterien

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) begrüßt grundsätzlich die derzeitigen Bestrebungen, die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) mittels eines Zulassungsverfahrens auf Grundlage einer bundeseinheitlichen Rahmenvereinbarung eindeutig zu regeln. Der aktuelle Plan sieht vor, die Bundesrahmenvereinbarung zur SAPV bis zum 30.09.2019 zu erarbeiten. Dieses Verfahren würde – wie von vielen Verbänden gewünscht – zeitnah dazu beitragen, die Rechtsunsicherheit der vergangenen zwei Jahre zu beenden, betont die Fachgesellschaft.

Gleichzeitig wird sich die DGP dafür einsetzen, die in den Bundesländern bislang sehr unterschiedliche Praxis der häuslichen Versorgung von schwerstkranken Menschen sorgfältig dahingehend auszuwerten, welche Bedingungen sich im Sinne einer qualitativ hochwertigen ambulanten Palliativversorgung bewährt haben bzw. welcher Verbesserungsbedarf zu verzeichnen ist. Eine wesentliche Herausforderung wird die Frage darstellen, wie regionale Besonderheiten in der Bundesrahmenvereinbarung ausreichend berücksichtigt werden können. (...)

AUSFÜHRLICH

BUNDESWEITER DIALOG ZUM SAPV RAHMENVERTRAG

DGP mahnt: Personaleinsparung in der Pflege hat verheerende Auswirkungen auf die Pflege von Menschen in Palliativ- und Sterbesituationen

DGP-Präsident Radbruch: Palliativpflege muss bei Pflegepersonaluntergrenzen berücksichtigt werden!

Berlin, 14.9.2018. „Die derzeitige Praxis der Personaleinsparung in der Pflege hat auf die Pflege von Menschen in Palliativ- und Sterbesituationen verheerende Auswirkungen.“ mahnt Andreas Müller, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Zwar begrüßt die DGP in einer heute veröffentlichten Stellungnahme den aktuellen Vorstoß des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), verbindliche Personaluntergrenzen in pflegeintensiven Krankenhausbereichen einzuführen und festzulegen. Gleichzeitig aber hat sie mit großem Bedauern und erheblicher Verwunderung zur Kenntnis genommen, dass der Bereich Palliativmedizin im Referentenentwurf nicht berücksichtigt wurde, obwohl „professionell Pflegende in der Versorgung von Palliativpatienten eine tragende Rolle einnehmen.“

Die palliative Pflege von Menschen aller Altersgruppen ist geprägt von hohem Zeit- und Personal-aufwand. Durch den engen Kontakt zum Patienten und seinen Angehörigen nehmen Pflegende Bedürfnisse, Symptome, Verluste und Leiderfahrungen wahr und leiten notwendige Maßnahmen ein. Im Zentrum steht dabei häufig der Wunsch des schwerstkranken Menschen, sein alltägliches Leben trotz eingeschränkter körperlicher, sensorischer und kognitiver Funktionen sowie psychosozialer Belastungen weiterhin bewältigen zu können. Die Palliativpflege kann deutlich dazu beitragen, insbesondere im Alltag ein hohes Maß an Lebensqualität und eigenen Ressourcen zurückzugewinnen bzw. zu erhalten.

„Die derzeitige Vergütung deckt den pflegeintensiven Versorgungsbedarf speziell in der Palliativpflege nicht ausreichend ab.“ heißt es der DGP-Stellungnahme unter Hinweis auf die verschiedenen Abrechnungsoptionen. DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch unterstreicht, dass im Vergleich zur Personalbemessung der Palliativpflege in den stationären Hospizen „die palliativpflegerische Versorgung auf den Palliativstationen schlechter gestellt wird, obwohl sowohl Inhalt als auch zeitlicher Aufwand vergleichbar ist.“ Deshalb fordert er für die multiprofessionelle Fachgesellschaft das Bundesministerium für Gesundheit auf: „Der Bereich der Palliativmedizin ist dringend in die Verordnung zur Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Krankenhausbereichen für das Jahr 2019 mit aufzunehmen und in Anlehnung an die Pflegepersonalbesetzung in stationären Hospizen zu beschreiben!“

Zudem weist die DGP nachdrücklich darauf hin, dass auch Menschen in Sterbesituationen in der allgemeinen Palliativversorgung einen deutlich erhöhten Aufwand und Zeitbedarf in der pflegerischen Versorgung haben. In der allgemeinen Palliativversorgung in Krankenhausabteilungen mit erhöhtem Anteil sterbender Patienten braucht es deshalb ebenso verbindliche Vorgaben für eine angemessene Personalausstattung wie in den im Referentenentwurf genannten spezialisierten Arbeitsbereichen. Dazu sind Kennwerte zu entwickeln. Nur so kann lebensbegrenzend erkrankten Menschen in der notwendigen Würde und Haltung begegnet wie auch eine langfristige Berufsausübung des Personals im Gesundheitswesen unterstützt werden.

DGP-Stellungnahme zum Referentenentwurf einer Verordnung zur Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Krankenhausbereichen für das Jahr 2019

Lebensbedrohliche Erkrankungen von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung stellen gesetzlich Betreuende vor rechtliche, ethische und fachliche Fragen

Große Resonanz auf „Pilotveranstaltung“ der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Berlin, 12.09.2018. Auf spürbares Interesse stieß die Einladung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) an gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer, sich heute in Berlin zu Herausforderungen in der Betreuung von Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen auszutauschen, welche unter einer lebensverkürzenden, nicht mehr heilbaren Erkrankung leiden.

DGP BMFSFJ Betreuer Zierke Radbruch MelchingDer Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Stefan Zierke, eröffnete die Dialogveranstaltung gemeinsam mit Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), und Heiner Melching, Geschäftsführer der DGP (v.l.n.r.). Foto: DGP / K Turna„Wir erleben erstmals in Deutschland, dass eine Generation von Menschen mit schweren Behinderungen so alt wird, dass sie an alterstypischen Krankheiten erkranken und versterben. Die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention, Förderung von Selbstbestimmung, Teilhabe und Inanspruchnahme gesellschaftlicher Angebote, sind für das BMFSFJ wichtige Leitmotive auf dem Weg zu einem starken Deutschland. Menschen mit komplexen und schweren Beeinträchtigungen profitieren oftmals jedoch nicht in vollem Umfang von den Möglichkeiten der Hospizarbeit und der palliativen Versorgung, die auch ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht. Das BMFSFJ unterstützt deshalb den Dialog zwischen gesetzlichen Betreuerinnen und Betreuern und jenen, die Hospiz- und Palliativarbeit erbringen.“, hob der Parlamentarische Staatssekretär Stefan Zierke hervor, der als Gastgeber die Tagung in Berlin eröffnete.

Insbesondere Fragen zu Möglichkeiten der Willensfindung und -erfassung, zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten und zu Entscheidungen zur Beendigung von Therapiemaßnahmen bzw. zum Umgang mit Sterbewünschen standen im Vordergrund der Berliner Veranstaltung. Dr. Oliver Tolmein, Rechtsanwalt und DGP-Vorstandsmitglied betonte im Vorfeld der Dialogveranstaltung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Alle Menschen haben ein Recht auf Selbstbestimmung, aber nicht alle können das direkt artikulieren und geltend machen. Gerade bei Menschen mit eingeschränkten Möglichkeiten, einen rechtlich verbindlichen Willen zu bilden und zu kommunizieren, ist deshalb auf eine sorgfältige Dokumentation der Äußerung ihres natürlichen Willens zu achten, um ihr Selbstbestimmungsrecht zu wahren.“

Va 12.09.2018 klein 8Spürbares Interesse fand die Dialogveranstaltung auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, deren Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch die gesetzlichen Betreuerinnen und Betreuer im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend begrüßt. Foto: DGP / Krisztina TurnaEine Befragung der DGP im Vorfeld der Veranstaltung hatte gezeigt, dass über die Hälfte der fast 300 Antwortenden erfahrene Betreuerinnen und Betreuer mit mehr als sechs Jahren Tätigkeit in diesem Feld waren. Außerdem gaben 60 Prozent an, bereits für mehr als sechs Menschen mit geistiger Beeinträchtigung eine Betreuung übernommen zu haben. Gleichzeitig wurde sowohl in der Umfrage als auch in der Veranstaltung der Wunsch nach mehr Informationen und Austausch deutlich.

„Die Kommunikation mit einem schwerstkranken Menschen im Hinblick auf weitere Entscheidungen bezüglich Therapien und gewünschter Versorgung und Begleitung ist grundsätzlich ein sensibler oftmals nicht gradliniger Gesprächsprozess. Es ist deshalb absolut notwendig, das Umfeld von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung vorrangig darin weiterzubilden, genau hinzuschauen, was dieser Mensch möchte und vor allem nicht möchte, für ihn da zu sein und bei Bedarf eine professionelle Hospiz-und Palliativversorgung in Anspruch zu nehmen.“ so Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP).

Leitfaden 1Die Dialogveranstaltung in Berlin bildet einen weiteren Baustein des Konzeptes der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, die verschiedenen Zielgruppen rund um Menschen mit geistiger Beeinträchtigung über Optionen zur Hospiz- und Palliativversorgung zu informieren. Vorausgegangen war die Entwicklung zweier ebenfalls vom BMFSFJ geförderter Leitfäden zum einen für Träger, Leitungen und Mitarbeitende „Palliative Begleitung von Menschen in Wohnformen der Eingliederungshilfe“ und zum anderen für Angehörige „Begleiten bis zuletzt: Was können wir tun, damit es gut wird?“.

Leitfaden 2Autorin Barbara Hartmann und Autor Sanitätsrat Dr. Dietrich Wördehoff sind Sprecherin und Sprecher der AG „Menschen mit geistiger Beeinträchtigung“, welche 2015 in der DGP gegründet wurde. Menschen aus der Hospiz- und Palliativversorgung und Mitarbeitende aus der Eingliederungshilfe treffen sich regelmäßig, um vorhandenes Wissen zu bündeln, neue Konzepte zur guten Begleitung zu entwickeln, so z.B.  zu den Aspekten der Kommunikation, Erfassung von Willen und Beschwerden, vorausschauender Planung u.a., und Materialien zur Hilfe zu erstellen.

Palliative Begleitung von Menschen in Wohnformen der Eingliederungshilfe (2. Auflage, August 2018)
Ein Leitfaden für Träger, Leitungen sowie Mitarbeitende in der Assistenz und Pflege von Menschen mit intellektueller, komplexer und/oder psychischer Beeinträchtigung (124 S.)

Begleiten bis zuletzt: Was können wir tun, damit es gut wird? (2. Auflage, August 2018)
Leitfaden für Angehörige von Menschen mit geistiger Behinderung – bei fortschreitender Erkrankung und am Lebensende (60 S.)

Palliativ-Medizin/Palliativ-Versorgung in einfacher Sprache (DGP, August 2018)

PRESSEMITTEILUNG

DGP verleiht Förderpreis für Palliativmedizin an Arbeit zum Umgang mit multiresistenten Erregern am Lebensende

„Handlungsempfehlungen lassen Raum für die liebevolle, persönliche Betreuung“
DGP verleiht Förderpreis für Palliativmedizin an Arbeit zum Umgang mit multiresistenten Erregern am Lebensende – Dank an Stifter für 20 Jahre Förderung

Förderpreis für PalliativmedizinProf. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, gratuliert den Preisträgern Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Dr. Maria Heckel, PD Dr. Stephanie Stiel und Dr. Franziska Herbst gemeinsam mit Jurypräsident Prof. Dr. Norbert Frickhofen. © DGP/K TurnaBremen/Berlin, 11. Sept 2018. Ein kleines Jubiläum bedeutete für die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) die diesjährige Verleihung ihres Förderpreises für Palliativmedizin, der mit einer Dotierung von 10.000 € seit nunmehr 20 Jahren von der Firma Mundipharma gestiftet wird. Mit herzlichem Dank an die Stifter übergab DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch den Preis im Rahmen des 12. Kongresses der DGP in Bremen an eine Autorengruppe, die sich durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit um die Weiterentwicklung der Palliativmedizin verdient gemacht hat.

Die multidisziplinäre Jury unter Leitung von Prof. Dr. Norbert Frickhofen entschied sich entlang inhaltlicher, wissenschaftlicher und formaler Bewertungskriterien für die Vergabe des Preises an folgende Arbeit:

Titel: MRSA in der Versorgung am Lebensende (MEndoL)

Preisträger: Prof. Dr. Christoph Ostgathe, PD Dr. Stephanie Stiel, Prof. Dr. Frieder R. Lang, Prof. Dr. Christian Bogdan, Prof. Dr. Cornel Sieber, Prof. Dr. Oliver Schöffski, Dr. phil. Franziska A. Herbst, Johanna M. Tiedtke, M.Sc., Thomas Adelhardt, M.Sc., Alexander Sturm, M.Sc., Dr. phil. Maria Heckel

Das Ziel der Studie bestand in der Entwicklung einer Strategie für den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen, die mit problematischen Infektionserregern kolonisiert oder infiziert sind („multiresistente Erreger“, kurz MRE). Den Mittelpunkt bildeten die Sichtweisen der Patientinnen und Patienten, der Angehörigen und der Mitglieder des Versorgungsteams. Dabei wurden Hypothesen zum Einfluss von MRE und angewandten Schutz- und Isolationsmaßnahmen auf diese Personengruppen entwickelt. Ergänzt um institutionelle Einschätzungen zum Umgang mit von MRE betroffenen Patientinnen und Patienten am Lebensende und den entsprechenden Schutz- und Isolationsmaßnahmen flossen diese unterschiedlichen Perspektiven in ein Modell ein, aus dem eine Handlungsempfehlung zur Krankenhausversorgung von Patientinnen und Patienten mit MRE am Lebensende abgeleitet werden konnte.(...)

PRESSEMITTEILUNG

ZUM UMGANG MIT MULTIRESISTENTEN ERREGERN (MRE) IN DER
VERSORGUNG VON PATIENTEN AM LEBENSENDE IM KRANKENHAUS

Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“: DGP verleiht drei gleichwertige erste Preise

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum elften Mal den Anerkennungs- und Förderpreis für „Ambulante Palliativversorgung“ verliehen. Der mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet. Im Rahmen des 12. Kongresses der DGP in Bremen wurden am 7. September drei gleichwertige erste Preise verliehen.

Drei Arbeiten haben sich nach Bewertung der DGP-Jury entlang der Kriterien Relevanz, Originalität, Realisierung und Qualitätssicherung als preiswürdig erwiesen, Jurypräsidentin Prof. Dr. Gerhild Becker betont: „Die drei Arbeiten liegen dicht beieinander, zeigen Qualität, sind innovativ und fokussieren unterschiedliche Bereiche, deren Bearbeitung für die ambulante Palliativversorgung essentiell ist.“

1. Preis:
Mag. Phil. Psych. H. Snela, Dipl. Komm. M. Snela-Deschermeier, B. Stecher M.A., Prof. Dr. med. S. Lorenzl, Prof. Dr. M. von Brück: AmbuFörderpreis Foto 2Prof. Dr. Gerhild Becker, Jurypräsidentin, Sebastian Snela, Mag. Phil. Psych. Helena Snela, Prof. Dr. Lukas Radbruch, DGP-Präsident, Myriam Heine, Medical Director des Geschäftsbereichs Deutschland der Grünenthal GmbH (v.l.n.r.) Foto: DGP/KTlante Palliativversorgung in der Hospiz-Gemeinschaft Domicilium – Entwicklung und Vision
Die Arbeit bzw. das Projekt zeichnet sich besonders darin aus, dass eine Alternative zum klassischen Hospiz dargestellt und mit der ambulanten betreuten Wohngemeinschaft eine Entlastung besonders für die ländliche Region geschaffen wird. Neben der alternativen Wohnform bietet das Projekt eine Anlaufstelle für die Bevölkerung und Fort- und Weiterbildung rund um das Thema Sterben und Tod an. Besonders für den ländlichen Raum wird diese Arbeit als innovativ und praxiswirksam gewertet.

1. Preis:
Dr. med. Dr. phil E. Eichner, M. Hillebrand: Aufbau und Entwicklung einer abgestuften Palliativversorgung in der Region Augsburg durch einen Vertrag nach § 140a SGB V: integrierte Allgemeine Palliativversorgung (i- APV)
Förderpreis Foto 3Jurypräsidentin Prof. Dr. Gerhild Becker, Preisträger Dr. Dr. Eckhard Eichner und Marius Hillebrand, DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch und Myriam Heine, Medical Director des Geschäftsbereichs Deutschland der Grünenthal GmbH (v.l.n.r.) Foto: DGP/KT Die Arbeit stellt ein weittragendes Konzept vor, welches alle wesentlichen AkteurInnen der ambulanten Palliativversorgung vernetzt und entwickelt. Das Ziel ist eine bedarfsgerechte und abgestufte ambulante Palliativversorgung. Vorgeschlagen wird eine zusätzliche Zwischenebene zwischen AAPV und SAPV. Die AutorInnen finden pragmatische Lösungen für Finanzierung und Umsetzung. Das Projekt wird als interessante Auseinandersetzung mit einer relevanten Fragestellung durch engagierte Menschen im Rahmen eines methodisch fundierten Projektes ausgezeichnet.

1. Preis:
Michaela Hach, Fachverband SAPV Hessen e.V.: Qualitätssicherung in der SAPV Hessen
Förderpreis Foto 4Jurypräsidentin Prof. Dr. Gerhild Becker gemeinsam mit den Preisträgerinnen und Preisträgern Dorothée Becker, Dr. Ingmar Hornke, Hanka Petereit, Dr. Bernd-Oliver Maier, Michaela Hach sowie Myriam Heine, Medical Director des Geschäftsbereichs Deutschland der Grünenthal GmbH und Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (v.l.n.r.). Foto: DGP/KTDie Arbeit setzt die Qualitätssicherung der SAPV in den Fokus. Die AutorInnen haben das Thema umfassend bearbeitet und dargestellt. Das Modell ist gut auf andere Regionen übertragbar und ist praxiswirksam. Besonders im Rahmen der Diskussionen um das Vergaberecht ist es notwendig, die Qualität der SAPV zu sichern, zu definieren und zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wird die Arbeit als hochaktuell, notwendig und als Bereicherung bewertet. Die Arbeit bietet einen Ausgangspunkt, um die Qualitätsdiskussion der SAPV weiter voranzubringen.

„Nach dem zehnjährigen Jubiläum im vergangenen Jahr freue ich mich sehr, dass wir die gute Tradition des Anerkennungs- und Förderpreises für Ambulante Palliativversorgung auch in diesem Jahr fortführen“, freute sich Myriam Heine, Medical Director Grünenthal Deutschland. Heine würdigte in ihrer Laudatio den innovativen und praxiswirksamen Charakter der drei Preisträgerprojekte und gratulierte den Teams herzlich: „Besonders freut mich, dass die drei Projekte das Potenzial haben, über ihre eigene Region hinaus zu wirken und somit mittel- und langfristig zu einer Verbesserung der Palliativversorgung in der Breite beizutragen. Genau das möchten wir mit dem Preis erreichen“, sagte Heine.

Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, betonte in seinem Dank an die Stifter, wie sehr der Anerkennungs- und Förderpreis in den elf Jahren seit Festschreibung des Rechts auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Jahr 2007 zur Entwicklung der ambulanten Palliativversorgung in Deutschland beigetragen habe.

PRESSEMITTEILUNG

12. DGP-Kongress in Bremen: Wichtig: Interdisziplinäre Forschung, frühe Integration und finanzielle Absicherung

PK Kongress BremenPressekonferenz beim 12. DGP-Kongress in Bremen: Dr. Hans-Joachim Willenbrink, Vorsitzender des Lokalen Komitees, Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutsche Krebshilfe, Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Karin Dlubis-Mertens, DGP-Pressereferentin, Prof. Dr. Friedemann Nauck, Kongresspräsident, Dr. Birgit Jaspers, Kongresspräsidentin (v.l.n.r.) Foto: K. TurnaBremen, 5.9.2018. Der Wunsch nach einem „guten Ende“ ist besonders für Schwerkranke und Sterbende, aber auch für alte und hochbetagte Menschen ein zentrales Anliegen. „Ein dafür notwendiges qualitativ hochwertiges Palliativangebot erfordert eine frühe Integration in die allgemeine Versorgung, den interdisziplinären Austausch in der Forschung und in Palliativ-Teams sowie fest verankerte niedrigschwellige Anlaufstellen.“ betont der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Prof. Dr. Lukas Radbruch, Bonn, zum Auftakt des 12. Kongresses der wissenschaftlichen Fachgesellschaft im Congress Center Bremen, zu dem bis zu 1.500 Teilnehmer/innen erwartet werden.

„Menschen in schwerer Krankheit wie auch ihre Angehörigen müssen in stationären Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, stationären Hospizen, kulturübergreifenden Organisationen wie auch im häuslichen Umfeld kompetente Ansprechpartner finden.“ so Radbruch, entsprechend breit und gleichzeitig spezifisch müsse die Fort- und Weiterbildung der beteiligten Berufsgruppen sein - eine Herausforderung, welcher sich der DGP-Kongress unter dem Motto "Auf breiten Wegen - Integration, Innovation, Intuition" stellt. (...)

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