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Messe LEBEN UND TOD komplett digital: Schauen Sie am 23. & 24.10. online vorbei!

Die als Hybridveranstaltung von Freiburg aus geplante Messe "LEBEN UND TOD" findet  nun doch als komplett digitaler Kongress am Freitag, 23. Oktober, und Samstag, 24. Oktober, statt - dies rund um die Themen Hospiz, Palliative Care, Trauerbegleitung und Bestattungskultur. Die digitalen Besucher*innen erwartet ein prall gefülltes Programm mit Vorträgen, Workshops und Rahmenprogramm. Die offenen Vorträge und die virtuelle Ausstellung können kostenfrei besucht werden. Für die Fachvorträge ist eine Anmeldung erforderlich: Das Einzelticket für beide Tage kostet 39,- Euro, das Gruppenticket ab 3 Personen 89,- Euro. Anmeldungen unter: http://www.leben-und-tod.de/freiburg/digital/

Projekt im BMBF-geförderten Netzwerk Universitätsmedizin zu Covid-19: „Nationale Strategie für Palliativversorgung in Pandemiezeiten" (PallPan)

Im Kampf gegen Covid-19 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das neu gegründete Netzwerk Universitätsmedizin. Das Netzwerk hat zum Ziel, die Corona-Pandemie durch optimale Abstimmung und Zusammenarbeit schneller und effektiver zu bekämpfen; alle Aktivitäten sollen zu einer „Pandemic Preparedness“ beitragen. Dazu heißt es auf der Website des BMBF: "Die durch das Corona-Virus (SARS-CoV-2) verursachte Pandemie stellt Deutschland wie auch die Staaten weltweit vor sehr große Herausforderungen. Für die Behandlung der erkrankten Patientinnen und Patienten werden die wirksamsten Konzepte und Therapien benötigt."

Eines der 13 Projekte, die vom Netzwerk Universitätsmedizin in enger Verbindung von Forschung und Versorgung gemeinsam in Angriff genommen werden, widmet sich der Erarbeitung einer „Nationalen Strategie für Palliativversorgung in Pandemiezeiten“ (PallPan): "In diesem Projekt werden auf wissenschaftlicher Basis Handlungsempfehlungen und Informationsmaterialien erstellt, um schwerkranke und sterbende Menschen auch in Pandemiezeiten bestmöglich versorgen und ihre Belange – sowie die Belange ihrer Angehörigen – berücksichtigen zu können. Es handelt sich hierbei um den bisher größten strukturierten Zusammenschluss der Palliativmedizin in einem Forschungsprojekt in Deutschland."

Die palliativmedizinischen Einrichtungen des LMU Klinikums und der Universitätsklinik zu Köln koordinieren gemeinsam das PallPan-Projekt. Am Projekt beteiligt sind die Universitätsklinika in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Erlangen, Freiburg, Göttingen, Hannover, Jena, Köln, München, Rostock und Würzburg. Die Gesamtleitung haben Prof. Dr. Claudia Bausewein vom LMU Klinikum München und Prof. Dr. Steffen Simon von der Uniklinik Köln.

Im Rahmen von PallPan soll die aktuelle Pandemiesituation in Bezug auf die Begleitung Schwerkranker und Sterbender aufgearbeitet werden. Dazu werden verschiedene Interviewstudien und Umfragen auch unter Palliativversorgern durchgeführt. Die Projektleiter*in Prof. Bausewein und Prof. Simon würden sich über eine rege Beteiligung von DGP-Mitgliedern freuen.

BMBF FÖRDERT NETZWERK UNIVERSITÄTSMEDIZIN ZU COVID-19

PALLPAN: PALLIATIVVERSORGUNG IN PANDEMIEZEITEN

Teilnahmebescheinigungen für 13. DGP-Kongress stehen ab sofort zur Verfügung

Den digitalen Besucherinnen und Besuchern des 13. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zu "Kontroversen am Lebensende" vom 9.-12.9.20 stehen ab sofort ihre Teilnahmebescheinigungen mittels der Kongresswebsite zur Verfügung: www.dgp2020.de

DGP-Sektion veröffentlicht Zwischenbilanz zur Sozialen Arbeit in der Hospiz- und Palliativversorgung in Zeiten der Pandemie

Die Sektion Soziale Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin hat eine Zwischenbilanz zum Thema "Soziale Arbeit in der Hospiz- und Palliativversorgung in Zeiten der Pandemie" veröffentlicht. Lesen Sie gern hier: https://www.dgpalliativmedizin.de/images/200920_Stellungnahme_Soziale_Arbeit.pdf

Filmemacherinnen Andrea Schramm & Jana Matthes mit Kommunikationspreis der DGP/DPS für ZDF-Doku ausgezeichnet

Fulda, 18.09.2020. "Glücklich sein - auch am Ende des Lebens: Die Köchin kocht das Leibgericht, die Pflegerin hat Zeit für ein gutes Gespräch, die Sterbebegleiterin gibt eine Fußmassage. Das Hospiz in Baden- Baden versucht, das Unmögliche möglich zu machen.“ heißt es zum ZDF-Beitrag „Der Geschmack von Leben - Die Köchin, das Hospiz und ein gutes Ende“, der heute in Fulda mit dem Kommunikationspreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Deutschen PalliativStiftung (DPS) ausgezeichnet wurde.

kommpreis2020vlnr: Prof. Dr. Claudia Bausewein, Andrea Schramm, Silvia Schmidt-Kahler, Jana Matthes, Dr. Thomas Sitte © Deutsche PalliativStiftungDGP-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Claudia Bausewein hob bei der Preisverleihung in Fulda hervor, dass der Beitrag der beiden Filmemacherinnen Andrea Schramm und Jana Matthes aus der ZDF-Doku- Reihe „37 Grad“ „sehr viel Mut macht, sich mit dem schwierigen Thema Sterben und Tod auseinanderzusetzen, und gleichzeitig auf wunderbare Weise Hoffnung und Freude am Leben vermittelt.“

„Ich habe gut gelebt und jetzt möchte ich gut sterben“ – so einfach scheint dies, wenn man es aus dem Munde des 89-jährigen Eduard Noether hört, der sich im Hospiz nicht nur Hechtklösschen mit Weißweinbuttersauce wünscht, sondern mit dieser positiven Haltung auch signalisiert: „Noch bin ich da!“ Über das Essen würden mitunter die Lebensgeister deutlich wieder geweckt, so die Erfahrung im Hospiz, und es entstehe ein Gefühl von Zuhause und Normalität.

Drei starke Frauen vermitteln Hoffnung und Zuversicht

der geschmack von Leben 2"Der Geschmack von Leben" in der ZDF-Mediathek.Über ein halbes Jahr begleiteten die Berliner Produzentinnen drei Mitarbeiterinnen des Hospizes wie auch ihre Familien: Kochkünstlerin Christiane Stangier, die Sterbenden Essenswünsche erfüllt, Pflegekraft Filomena Strolz und Ehrenamtliche Bea Hammer – drei starke Frauen, die den Alltag im Hospiz zeigen. „Es ist ein Film gelungen, der Hoffnung und Zuversicht vermittelt, Ängste nimmt und unsentimental, doch in Verbundenheit, Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet.“, so Hansjürgen Schnurr, kaufmännischer Leiter des Hospizes Kafarnaum in Baden-Baden, welcher den 28-minütigen Film für den Kommunikationspreis vorgeschlagen hat. Film- und Hospizteam kamen über sechs Monate immer wieder zusammen. Entsprechend war die Preview des Films in einem Kinosaal „eher eine Art großes Familientreffen“, bei dem Geschichten des Lebens gezeigt und erzählt wurden. Die respektvolle Arbeitsweise hat Schnurr sehr beindruckt: Andrea Schramm sei auf das Hospiz zugekommen, habe Briefe verteilt und geduldig ein Vierteljahr gewartet, bis sich zwei Hospizgäste zur Mitwirkung bereit erklärt hätten.

Eine qualitativ hochwertige Medien- und Öffentlichkeitsarbeit zu hospizlich-palliativen Themen zu fördern, ist das Ziel des erstmals 2018 unter der Schirmherrschaft von Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgeschriebenen Kommunikationspreises. Dafür hat die Deutsche PalliativStiftung (DPS) zum zweiten Mal ein Preisgeld in Höhe von 10.000 € zur Verfügung gestellt, denn Dr. Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung, ist der offene Austausch zu Fragen des Lebens und des Sterbens ein wesentliches Anliegen, wie der erfahrene Palliativmediziner bei der Preisverleihung im Studio in Fulda hervorhebt, nicht von ungefähr laute das Leitmotiv des Preises „... leben bis zuletzt!“

Täglicher Umgang mit Sterbenden prägt auch die Lebenden

andrea schramm jana MatthesJana Matthes & Andrea Schramm freuen sich über den Preis und danken dem Hospiz wie auch Silvia Schmidt-Kahlert, ZDF-Redakteurin, für die tolle Unterstützung.Andrea Schramm und Jana Matthes freuen sich sehr über die Auszeichnung mit dem Kommunikationspreis, gleichzeitig möchten sie auch die Erfahrungen während dieses halben Jahres zwischen Berlin und Baden-Baden nicht missen: „Für uns als Filmemacherinnen war es anfangs eine Gratwanderung: Sterbende zu bitten, mit uns zu drehen. Die Hospizmitarbeiterinnen unterstützten uns in der Kontaktaufnahme. Wir haben beobachtet, wie der tägliche Umgang mit Sterbenden auch die Lebenden prägt: Sie wissen um die Fragilität ihrer Existenz, gehen achtsamer mit sich und ihren Liebsten um, nehmen sich Zeit für Wesentliches. Und so haben wir am Ende keinen Film über den Tod gedreht, sondern über das Leben.“ Die aufwendigen Vorbereitungs- und Dreharbeiten wären, so Schramm und Matthes, nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung von ZDF-Redakteurin Silvia Schmidt-Kahlert.

Doch auch die weiteren vier nominierten Arbeiten, die aus über 60 Einreichungen ausgewählt wurden, sind äußerst gelungene Beispiele, wie sorgfältige Recherche, zurückhaltender Qualitätsjournalismus und vor allem feinfühlige Annäherung an ein nicht einfaches Thema zu eindrucksvollen Beiträgen unterschiedlicher Formate verknüpft werden, welche die schwerstkranken Menschen und die ihnen Nahestehenden in Wort, Bild und Ton sehr unmittelbar vorstellen.

Vier weitere beeindruckende Beiträge auf der Shortlist

Der Artikel „Aus den Augen“ von Katrin Blum mit Fotos von Sigrid Reinichs im Magazin der Süddeutschen lässt den Leser genauso wenig los wie das Radiofeature „Gestorben wird erst morgen – Wenn Kinder aus dem Leben gehen“ von Christian Chang-Langhorst. Für das zweite Radiofeature auf der Shortlist „Übertherapie am Lebensende – Ein Feature über den Umgang mit Sterbenskranken“ hat Martina Keller intensiv die komplexen Zusammenhänge recherchiert. Besonders beeindruckt hat die Jury außerdem der Instagram-Blog „elsa.palliative.care“ der beiden jungen Palliativpflegekräfte Michaela Bayer und Sara Loy. Die fünf nominierten und in Fulda präsentierten Arbeiten sind auf dieser Shortlist zu hören, zu lesen und anzuschauen: SHORTLIST.

Moderiert wurde die Preisverleihung von Hermann Diel, Hessischer Rundfunk, produziert und finanziert von „onair TV Produktions“ unter der Redaktion von Didi Schneider von „PASSHÖHE“ Agentur für Bewegtbildkommunikation. Schließlich, so TV Produzentin Mariska Hoffmann von „onair-Produktions“ und Mitglied des Vorstandes der DPS in der Funktion der Schatzmeisterin, „trifft es irgendwann jeden von uns“, ob als Angehörige, Freundin oder selbst Betroffene: „Da möchte ich ein bisschen vorbereitet sein!“

Hier können Sie sich die Preisverleihung in voller Länge anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=O1sYhEUdoS4

Innovatives Projekt zur Ethikberatung erhält Anerkennungs- und Förderpreis / Zweite Preise: Mit 360 Grad Videos Wunschorte erlebbar machen / Digitale Sterbebegleitung

Zum Abschluss ihres 13. Kongresses hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zum 13. Mail den „Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung“ verliehen. Im Rahmen einer virtuellen Verleihung wurden drei Preise vergeben, ein erster und zwei gleichwertige zweite, die sich nach Bewertung der DGP-Jury entlang der Kriterien Modellcharakter, Innovation, Originalität, Übertragbarkeit, Inspiration und Aktualität als preiswürdig erwiesen haben. Der insgesamt mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal gestiftet.

Jurypräsidentin Prof. Dr. Gerhild Becker betonte vor dem Hintergrund des hohen Niveaus und der Qualität der eingereichten Arbeiten: „Die Jury hat sich entschieden, den Preis an innovative Projekte zu vergeben, die für das Feld der ambulanten Palliativversorgung eine Bereicherung darstellen und auch übertragbar sind, um so die Entwicklung und den Ausbau einer qualitätvollen ambulanten Palliativ-versorgung zu fördern und zu stärken.“ Insgesamt fokussierten alle drei ausgezeichneten Arbeiten aktuelle Bereiche oder Themen der ambulanten Palliativversorgung und ließen darauf hoffen, dass die Konzepte auch auf andere Regionen übertragen werden.

1. Preis

Wetzstein ea Anerkennungspreisv.l.n.r: Dr. Verena Wetzstein, Henrike Voß, Wolfgang Heintschel, Iris Eggensberger. © Palliative Care ForumDr. theol. Verena Wetzstein, Iris Eggensberger, Dipl. Soz. Wolfgang Heintschel, Henrike Voß: Ethische Beratung in der ambulanten Palliativversorgung. Ein Modellprojekt von Palliativ Daheim – dem SAPV-Dienst im Landkreis Konstanz und dem Palliative Care Forum.

Die Arbeit beschreibt mit hoher Qualität ein sehr innovatives und vor allem anwendungsorientiertes und übertragbares Modellprojekt. Die Ethikberatung als Unterstützung und Entlastung in der ambulanten Versorgungssituation erfährt derzeit nicht die notwendige Beachtung und das Fehlen dieser stellt nach wie vor eine Herausforderung für alle Versorgungsbeteiligten dar. Die eingereichte Arbeit zeigt im Modellprojekt Strategien und Möglichkeiten, um Ethikberatung im ambulanten Bereich zu implementieren und etablieren. Das Projekt hat somit Modellcharakter und kann Multiplikator für weitere Regionen sein.

2. Preis

img 4252Für die Preisträger: Dr. Claudia Schmalz, Vorsitzende der hospiz-initiative kiel e.v., und Prof. Dr. Roland Repp, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbands Schleswig-Holstein e.V.. © Claudia Ohlsen Claudia Ohlsen, Regina Barthel, Prof. Dr. Roland Repp: Niemand soll alleine sterben. Digitale Sterbebegleitung in Zeiten der Corona- Pandemie

Die eingereichte Arbeit beschreibt ein Projekt, welches die aktuellen Themen COVID- 19-Pandemie sowie Technikeinsatz in der Versorgung verbindet. Das Projekt ist von hoher Aktualität und zeigt Strategien und Lösungen auf, um auf die aktuellen Herausforderungen im ambulanten Versorgungs-alltag reagieren zu können. Das Projekt ist praxisrelevant und gut übertragbar. Zwar ist der Einsatz von Tablets in anderen Versorgungsbereichen bereits fortgeschritten und entwickelt, jedoch soll der Preis dazu dienen, diesen Ansatz weiter auszubauen und auch im ambulanten Palliativversorgungsbereich weiter voranzubringen.

2. Preis

förderpreis 2020v.l.n.r.: Dr. Beatrix Gerhard, Carsten Fuß und Dr. Vanessa Jantsch © Iris FußCarsten Fuß, Dr. med. Vanessa Jantsch, Dr. med. Beatrix Gerhard: AugenBlicke: Mit 360 Grad Videos Wunschorte erlebbar machen.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen innovative Technologien (VR-Brillen/360° Videos), mit deren Hilfe Menschen in der palliativen Versorgungssituation die Möglichkeit erhalten, virtuell an verschiedene und ihnen wichtige Orte zu reisen und diese noch einmal zu erleben. Das Projekt ist von hoher Originalität und Innovation geprägt. Die beschriebene Technologie hat bereits positive Resultate in der Demenzversorgung erzielen können, im Palliativbereich wird sie derzeit jedoch kaum eingesetzt, obwohl die Erfahrungen positiv sind. Der Preis kann als Motor dienen, um das Projekt in die Breite zu tragen und dafür sorgen, dass eine Realisierbarkeit der Umsetzung in anderen Regionen und Bereichen gut gelingen kann.

Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dankte herzlich für die langjährige Förderung durch den Stifter. Wie wichtig diese Unterstützung sei, würde unmittelbar deutlich an der Arbeit des ersten Preisträgers: „Die Ethikberatung gerade in der ambulanten Versorgungssituation gilt es unbedingt weiterzuentwickeln, da sich im praktischen Alltag oft dringliche Fragen zu Entscheidungen um Leben und Tod stellen, ohne dass im ambulanten Setting Ethikberatungsstrukturen etabliert wären. Die Ethikberatung in Deutschland wurde bislang vor allem im stationären Bereich implementiert!“

Kai Martens, Geschäftsleiter des Stifters Grünenthal Deutschland, hob hervor, dass allein die Anzahl von 15 Einreichungen im Jahr 2020 zeigt, dass der Förderpreis für die ambulante Palliativversorgung weiterhin und mehr denn je von Bedeutung sei: „Insbesondere die beiden zweiten Preise zeigen im ´digitalen´ Jahr 2020, wie wichtig es ist, Ideen für den Einsatz aktueller Technologien in der ambulanten Palliativversorgung zu entwickeln, anzupassen und hinsichtlich ihrer Akzeptanz zu prüfen.“

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin verleiht Förderpreis an hervorragende Studie zur Wirksamkeit einer multiprofessionell besetzten Atemnotambulanz

Klinikum der Universität München; v.L. Dr. Zulfiya Syunyaeva, Prof. Claudia Bausewein, Dr. Berger, Dr. Birgit Haberland, Dr. Susanne Tänzler, Dr. Michaela Schunk, Frau Sabine StreitwieserPreisträgerinnen des Klinikums der Universität München (v.l.n.r.) Dr. Zulfiya Syunyaeva, Prof. Claudia Bausewein, Dr. Berger, Dr. Birgit Haberland, Dr. Susanne Tänzler, Dr. Michaela Schunk, Sabine Streitwieser. © LMU Klinikum München, Bert WoodwardWiesbaden, 10. September 2020. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat ihren diesjährigen Förderpreis für Palliativmedizin verliehen: DGP-Präsident Prof. Dr. med. Lukas Radbruch gab im Rahmen des digitalen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin die Verleihung des Preises an eine Autor*innengruppe der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, LMU Klinikum München bekannt, die sich mit der bisher größten Studie im internationalen Vergleich zur Effektivität einer Atemnotambulanz um die Weiterentwicklung der Palliativmedizin besonders verdient gemacht hat.

Die multidisziplinäre Jury unter Leitung von Prof. Dr. med. Norbert Frickhofen entschied sich entlang inhaltlicher, wissenschaftlicher und formaler Bewertungskriterien für die Vergabe des Preises an folgende Arbeit: „Effectiveness of a specialized breathlessness service for patients with advanced disease in Germany: a pragmatic fast track randomized controlled trial (BreathEase)”

Preisträger*innen: Schunk M, Le L, Syunyaeva Z, Haberland B, Tänzler S, Mansmann U, Schwarzkopf L, Seidl H, Streitwieser S, Hofmann M, Müller T, Weiß T, Morawietz P, Rehfuess EA, Huber RM, Berger U, Bausewein C, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin, LMU Klinikum München

Das Ziel der BreathEase-Studie war, so die Autor*innen, „die Evaluation der Wirksamkeit und der Kosteneffektivität einer multi-professionellen Atemnot-Ambulanz auf den Umgang mit und das Beherrschen von Atemnot und die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen chronischen nicht-malignen oder malignen Erkrankungen und deren Angehörigen.“ Dies vor folgendem Hintergrund: „Atemnot ist ein häufiges und stark belastendes Symptom bei fortgeschrittenen nicht-malignen und malignen Erkrankungen, insbesondere bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen, Lungenfibrose, pulmonaler Hypertonie, chronischer Herzinsuffizienz und Tumorerkrankungen.“

Dr. Michaela Schunk und ihre Mitautor*innen fassen zusammen: „Die eingereichte Studie ist die bisher größte Studie im internationalen Vergleich, die die Effektivität einer Atemnotambulanz beschreibt. Früher veröffentlichte Studien stammen v.a. aus England. Wir haben das in England entwickelte Modell einer Atemnotambulanz erfolgreich auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen und haben mit der BreathEase Studie für Deutschland eine neue und umfassende Datengrundlage geschaffen.“ Die Studie wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

In der Gesamtbewertung kam die Jury laut Professor Frickhofen zu folgendem Ergebnis: “Die Autorinnen und Autoren widmeten sich einem palliativmedizinisch hoch relevanten Thema. Die Arbeit ist methodisch herausragend. Sie demonstriert, dass Studien in der Palliativmedizin wissenschaftliche Standards erfüllen können, die keinen Vergleich mit anderen Disziplinen scheuen müssen.“

Bei der virtuellen Preisverleihung von Wiesbaden aus hob Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP die Bedeutung der Arbeit hervor: „Das Ergebnis der umfassenden Studie, dass Patient*innen, die die Atemnot-Ambulanz besuchen, Erleichterungen im Umgang mit Belastungen infolge der Atemnot sowie eine verbesserte Lebensqualität erleben, kann die Fortentwicklung palliativmedizinischer Versorgungskonzepte wie auch die Etablierung weiterer Atemnot-Ambulanzen voranbringen.“

Zur Förderung der klinischen Wissenschaft verleiht die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. seit 1999 auf ihren Jahrestagungen den „Förderpreis für Palliativmedizin“ – seit 2019 aus eigenen Mitteln. Die Auswahl der Preisträger wird von einem Fachgremium vorgenommen. Der Preis in Höhe von 6.000 € wird jährlich ausgeschrieben.

www.palliativmedizin.de

Kann Sterbehilfe eine Handlungsoption in der Palliativversorgung sein? / Palliativkongress im Diskurs zu schwierigen Kontroversen am Lebensende / Einfluss der Pandemie auf Versorgung Schwerstkranker

Wiesbaden, 09.09.2020. „Die gesellschaftliche Solidarität mit schwachen, schwerkranken, alten und isolierten Menschen ist mehr denn je gefordert.“ so der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und Kongresspräsident Dr. Bernd-Oliver Maier zur Eröffnung des 13. DGP-Kongresses: „Es geht nicht nur darum, wie wir gefährdete Personengruppen vor einer Corona-Infektion schützen können. Ebenso wichtig ist es, Menschen mit einer weit fortgeschrittenen lebensbegrenzenden Erkrankung, einem schweren Covid-19-Verlauf oder Multimorbidität im Alter auch unter er-schwerten Bedingungen Lebensqualität zu ermöglichen.“

„Das Leitmotiv des Kongresses steht für die Themen, die uns in der DGP bewegen und für die es keine einfachen Lösungen gibt.“

Auf der anderen Seite melden sich seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu §217 StGB vermehrt Angehörige von Menschen, die so nicht mehr weiterleben möchten und ihnen Nahestehende um Hilfe bitten. So kann der heute eröffnete Palliativkongress der DGP fast als Auftakt der für diesen Herbst erwarteten erneuten Sterbehilfedebatte gelten, denn diese ist zentral bei den „Kontroversen am Lebensende“. „Das Leitmotiv des Kongresses steht für die Themen, die uns in der DGP bewegen und für die es keine einfachen Lösungen gibt.“ erklärte DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch und nannte beispielhaft die Darstellung des Lebensendes in den Medien, den Umgang mit der Sterbehilfe nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, den Einfluss der Pandemie auf die Hospiz- und Palliativversorgung: „Das vergangene halbe Jahr hat alle Beteiligten enorm gefordert.“

kongress PKPressekonferenz zur Eröffnung des Kongresses (v.l.n.r.): Kongresspräsidium Dr. Kurt W. Schmidt, Michaela Hach, Dr. Bernd-Oliver Maier & DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch. Zugeschaltet: Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe © Lie Römerrade jetzt dürfe deshalb nicht nachgelassen werden in den Bemühungen um eine flächendeckend hochwertige Hospiz- und Palliativversorgung, betonte auch Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. „Trotz der durchaus erfolgreichen Entwicklung der Palliativmedizin in Deutschland sehen wir nach wie vor auch Defizite. Insbesondere im ländlichen Bereich ist die palliativmedizinische Versorgung noch lückenhaft. Auch die universitäre palliativmedizinische Ausbildung lässt in der Breite weiterhin zu wünschen übrig. Hier sehen wir die Politik gefordert, sich dieser noch unbefriedigenden Situation dringend anzunehmen.“

Die enge Kooperation von Onkologie und Palliativmedizin ist unerlässlich

Mit ein Grund für die Deutsche Krebshilfe, den DGP-Kongress besonders in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen. Schließlich sei die enge Kooperation von Onkologie und Palliativmedizin unerlässlich: Onkologische Therapien wirken länger in die Palliativversorgung hinein und eine palliativmedizinische Mitbehandlung ist zu einem viel früheren Zeitpunkt einer Krebserkrankung sinnstiftend, erläutert Dr. Bernd Oliver Maier, Chefarzt für Palliativmedizin und Onkologie in Wiesbaden.

„Gerade weil der Kongress „Kontroversen am Lebensende“ zum Thema hat, muss dem fachlichen Austausch über ethisch brisante Themen besonderer Raum gegeben werden“, erklärt Kongresspräsident Dr. Kurt W. Schmidt, Leiter des Zentrums für Ethik in der Medizin, Frankfurt/M.: Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird auf dem Kongress beispielsweise die ethisch provokante Frage gestellt: Muss nun „Sterbehilfe“ eine Handlungsoption in der Palliativversorgung sein? Diese Frage ist gerade deshalb so herausfordernd, weil sie im Kern die Werthaltungen jedes Einzelnen, jedes Palliativteams und letztlich der gesamten Fachgesellschaft betrifft. „Es geht um nichts weniger als um Werthaltungen und Gewissensentscheidungen, kurz: um meine eigene Identität“ so Schmidt, „ und um die stets neue Frage, wie medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften die Pluralität von Meinungen in ethisch brisanten Fragen unter einem Dach versammeln können, ohne ihr Profil zu verlieren.“

Perspektivwechsel mit Gästen aus Medien und Kultur

Zu diesem kontroversen Austausch gehöre unbedingt auch der Perspektivwechsel, so Schmidt, deshalb freue sich das Kongressteam ganz besonders auf Gäste aus Medien und Kultur, die auf ihre Weise Fra-gen zur Gestaltung des Lebensendes lebendig werden lassen: Ob TV-Journalistin Sandra Maischberger zu „Palliativversorgung in den Medien“ oder Autor Wladimir Kaminer zur „Bedeutung von Heimat am Lebensende“, ob wechselnde Akteure im Rahmen einer „Palliative Performance“, Filmregisseur Ingo Häckes in begleitenden Youtube-Streams oder das Cartoonistenduo Rattelschneck im ´Sargbau´-Film, all dieses u.v.a.m. ermögliche es, „über den Tellerrand zu schauen“.

Wichtig ist der DGP, so Kongresspräsidentin Michaela Hach, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung und Geschäftsführerin des Fachverbandes SAPV Hessen e.V. in Wiesbaden, dass auch bei „ausschließlich digital“ die rund 800 Teilnehmer*innen an den Bildschirmen abwechslungsreiche Gelegenheiten zum interprofessionellen Austausch und zur kollegialen Begegnung sowohl in acht Plenarveranstaltungen, zwölf Parallelsitzungen sowie 12 praxisrelevanten Workshops als auch in diversen Chaträumen nutzen können – bis es zum Abschluss heißt: „Das Ende naht“ mit der skurrilen Kongressnachlese von Marcus Weimer und Olav Westphalen alias Rattelschneck.

13. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), 9.-12.9.20: www.dgp2020.de

PRESSEINFORMATION

Fachpsychologin/Fachpsychologe Palliative Care (BDP-DGP): Zertifizierungssystem ist heute an den Start gegangen

Pünktlich zum 1. September geht das neue Zertifizierungssystem der „Fachpsychologinnen Palliative Care (BDP-DGP) / Fachpsychologen Palliative Care (BDP-DGP)“ an den Start. Ab sofort können Anträge zur Zertifizierung gestellt werden. Die zur Antragstellung notwendigen Unterlagen sind auf der Homepage von ClarCert neben weiteren Informationen zum Download verfügbar.

Das Zertifizierungssystem wird in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e. V. (BDP) und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) sichergestellt.

FACHPSYCHOLOG*IN PALLIATIVE CARE

Künstlerische Therapien im palliativen und hospizlichen Kontext / DGP-Sektion bringt Flyer "Ein Song, Drama oder rosa?" heraus

"Ein Song, Drama oder rosa?": Die Sektion Künstlerische Therapien der DGP hat eine Information zum ressourcenorientierten Ansatz der Kunst-, Musik-, Theater-, Tanz-, Poesietherapie u. a. im palliativen und hospizlichen Kontext veröffentlicht; der Flyer steht ab sofort online zur Verfügung und wird zum Zeitpunkt des DGP-Kongresses auch als Printversion vorliegen. Er richtet sich an ein Fachpublikum im Rahmen von Palliative Care und informiert über Methoden und Wirkweisen künstlerischer Therapien, sowie Rahmenbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten. Weitere Informationen und Links:

SEKTION KÜNSTLERISCHE THERAPIEN

FLYER KÜNSTLERISCHE THERAPIEN

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