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ARD Morgenmagazin zur Debatte um gesetzliche Regelung der Suizidhilfe: Interview mit Palliativmediziner Lukas Radbruch

Nach einem gestrigen Beitrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland wurde die politische Debatte um eine gesetzliche Regelung der Suizidhilfe auch im heutigen ARD-Morgenmagazin zum Thema gemacht. Interviewgast war Prof. Dr. Lukas Radbruch, 2014 bis 2020 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und seinerzeit geladener Sachverständiger im Vorfeld des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 26.02.2020.

Zum Interview heißt es: „Der Palliativmediziner Prof. Dr. med. Lukas Radbruch trifft in seinem Arbeitsalltag gar nicht selten auf Menschen, die so nicht weiterleben wollten. Häufig schwankten Menschen auch zwischen Lebens- und Todeswunsch. Generell sei Menschen mit SuizidgedankeN nicht mit einer formellen Checkliste zur Sterbehilfe geholfen. "Aber das ist nicht die Begleitung, die Menschen mit Suizidgedanken brauchen. Die brauchen jemanden, der sich auf eine vertrauensvolle Beziehung einlässt. Und das dauert.""

INTERVIEW MIT PALLIATIVMEDIZINER LUKAS RADBRUCH

AUS DEN MEDIEN

 

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin schreibt im Jahr 2023 vier Anerkennungs- und Förderpreise aus I Bitte bis 31. März einreichen!

Im Jahr 2023 schreibt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) erneut gleich vier Anerkennungs- und Förderpreise mit unterschiedlichen Schwerpunkten aus:

  • Zur Förderung der Wissenschaft verleiht die DGP seit 1999 alljährlich auf ihren Jahrestagungen den Förderpreis für Palliativmedizin und stellt dafür insgesamt 6.000 Euro zur Verfügung. Um dessen Profil als Wissenschaftspreis noch mehr zu verdeutlichen, ist der Preis vom Vorstand der DGP zum Auftakt der neuen Ausschreibung umbenannt worden in „Anerkennungs- und Förderpreis für Wissenschaft in der Palliativversorgung".
    PREIS WISSENSCHAFT IN DER PALLIATIVVERSORGUNG
  • Zur Anerkennung des besonderen Engagements bzw. zur Förderung von Initiativen und Projekten im Rahmen der ambulanten Palliativversorgung verleiht die DGP im Jahr 2023 zum 16. Mal den "Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung". Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, Stifter des Preises ist die Firma Grünenthal GmbH.
    PREIS AMBULANTE PALLIATIVVERSORGUNG

  • Außerdem wird die DGP zum zweiten Mal den "Anerkennungs- und Förderpreis Ethik in der Palliativversorgung" in Höhe von 6.000 Euro verleihen. Der Preis wird von privaten Stifter:innen gestiftet. Mit dem Preis wird die Umsetzung von Ideen sowie das besondere Engagement bzw. die Förderung von Initiativen und Projekten im Rahmen von hospizlich oder palliativ relevanten ethischen Praxisfragestellungen ausgezeichnet.
    PREIS ETHIK IN DER PALLIATIVVERSORGUNG

  • Ebenfalls zum zweiten Mal wird der "Anerkennungs- und Förderpreis für Hospizkultur und Palliativkompetenz in Einrichtungen der stationären Altenpflege" verliehen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird ebenfalls von einer privaten Stifterfamilie gestiftet. Die DGP ruft Altenpflegeeinrichtungen dazu auf, sich mit ihren Konzepten daran zu beteiligen.
    PREIS HOSPIZKULTUR PALLIATIVKOMPETENZ IN EINRICHTUNGEN DER STATIONÄREN ALTENPFLEGE

Anträge für alle Preise können bis zum 31. März 2023 bei der Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Aachener Str. 5, 10713 Berlin, E-Mail: dgp@palliativmedizin.de, eingereicht werden.

Spannende Teilzeitstelle in Berliner Geschäftsstelle der DGP: Digitale Öffentlichkeitsarbeit & Social Media

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) sucht in ihrer Berliner Geschäftsstelle zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter im Rahmen einer Teilzeitbeschäftigung (20 h/Woche) für die Unterstützung bei ihrer Arbeit im Bereich der digitalen Öffentlichkeitsarbeit und Social Media.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen!

STELLENAUSSCHREIBUNG DIGITALE ÖA & SOCIAL MEDIA

DGP lädt am 3./4. März zu Wissenschaftlichen Arbeitstagen nach Göttingen ein - Melden Sie sich gern bis zum 15. Februar an!

DGP Logo WAT 2023Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin lädt herzlich zu ihren 9. Wissenschaftlichen Arbeitstage (WAT) am 3. und 4. März 2023 in Göttingen ein: Unter dem Motto „Nachhaltigkeit – WAT bleibt?!“ richten das wissenschaftliche Komitee Dr. Mitra Tewes, Dr. Christian Banse und Dr. Dr. Maria Heckel unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Friedemann Nauck die 9. Wissenschaftlichen Arbeitstage (WAT) aus.

Zum Thema „Nachhaltigkeit der Forschung in der Palliativversorgung“ werden spannende Key Lectures, eine Podiumsdiskussion, Best-Abstract-Vorträge, Workshops, Meet-the-expert-Sitzungen, eine Posterausstellung und ein geselliges Get Together geboten.

Bitte beachten Sie: Die Teilnehmerzahl der vier Workshops und vier Meet-the-Expert-Sitzungen ist begrenzt, deshalb melden Sie sich gern bald - spätestens bis zum 15. Februar - an! Das finale Programm incl. der Abstractvorträge erscheint voraussichtlich Anfang Februar.

WISSENSCHAFTLICHE ARBEITSTAGE

PROGRAMM

ANMELDUNG

Immer mehr bekannte Persönlichkeiten engagieren sich für DGP-Kampagne I Auch das ist palliativ: Gesellschaftliche Vielfalt und selbstverständliches Miteinander

Wecker mit TextProf. Dr. Claudia Bausewein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: "Eine große Freude ist es, dass immer mehr bekannte Persönlichkeiten unserer Kampagne „das ist palliativ“ ihre Stimme leihen. So kommen „unsere Prominenten“ nicht nur selbst aus diversen künstlerischen und kreativen Genres, sondern zeigen sich außerdem auf der Kampagnenseite Seite an Seite mit Unterstützer:innen aus vielen Berufsgruppen der Palliativ- und Hospizversorgung. Auch das ist palliativ: gesellschaftliche Vielfalt & selbstverständliches Miteinander."

Die Präsidentin der DGP dankt deshalb den ersten prominenten Unterstützer:innen besonders herzlich für ihr Engagement: Tänzerin Isabel Edvardsson, Schauspieler Jan-Gregor Kremp, Schauspielerin Johanna Gastdorf, Autor, Komponist und Sänger Konstantin Wecker, Kabarettist Frank-Markus Barwasser, Kriminalbiologe und Autor Dr. Mark Benecke, Moderatorin, Journalistin und Promi-Expertin Susanne Klehn, Arzt, Wissenschaftsjournalist und Stiftungsgründer Prof. Dr. Eckart von Hirschhausen.

Schauen Sie gern ab und zu in Facebook, Instagram oder in den lebendigen Blog „das ist palliativ“, an dem sich dankenswerterweise zahlreiche in der Palliativ- und Hospizversorgung Tätige bereits mit eigenen Beiträgen beteiligt haben.

DAS IST PALLIATIV WEBSITE

DAS IST PALLIATIV BLOG

Dankeschön an Eckart von Hirschhausen: Auftakt für prominente Unterstützung der DGP-Kampagne "das ist palliativ"

DIPÜ Beitrag Hirschhausen„Für meine @ARD Doku über das Ende des Lebens war ich im Hospiz und habe ein ambulantes Palliativteam begleitet. Ich war sehr beeindruckt von dieser segensreichen Arbeit. Gute Medizin ist nicht nur Intensivstation, sondern auch intensive Betreuung von Menschen, die sterben. Mit meiner Stiftung HUMOR HILFT HEILEN bringen wir wissenschaftlich begleitet in Bonn und Jena speziell ausgebildete Clowns auf Palliativstationen. Denn wer zuletzt lacht, lacht am besten. Und wer will schon ausgerechnet in der Schlusskurve noch seinen Humor verlieren?“

Prof. Eckart v. Hirschhausen, Arzt, Wissenschaftsjournalist und Gründer der @stiftung_humor_hilft_heilen und der Stiftung @gesunde.erde.gesunde.menschen

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) freut sich sehr, dass Prof. Dr. Eckart Hirschhausen die DGP-Kampagne "das ist palliativ" mit einem eigenen Post unterstützt, danke! Und Sie dürfen in den nächsten Tagen gespannt sein auf weitere Fotos & Gedanken von bekannten Persönlichkeiten zu "das ist palliativ".

 #dasistpalliativ

DGP zu SAPV-Bundesrahmenverträgen: „Wir brauchen psychosoziale Fachkräfte auch in der ambulanten Versorgung unheilbar erkrankter Erwachsener“

Gleichzeitig begrüßt die DGP: Handlungssicherheit durch SAPV-Rahmenverträge, Leistungserbringung durch Kernteams und psychosoziale Berufsgruppe in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen

Berlin, 12.12.2022 I Erstmals ab kommendem Jahr ist die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), das heißt die häusliche Versorgung von unheilbar erkrankten Menschen mit Bedarf an besonders aufwändiger Unterstützung, bundeseinheitlich geregelt. Die neuen Rahmenverträge zur Erbringung der SAPV für Erwachsene wie für Kinder und Jugendliche bedeuten laut Claudia Bausewein, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), zunächst einmal Handlungssicherheit: „In Zukunft wird die Verlässlichkeit für die betroffenen Patient:innen und ihre Familien durch die verpflichtende Einführung von SAPV-Kernteams aus ärztlichen und pflegerischen Fachkräften in der SAPV strukturell abgesichert sein.“

In die SAPV für Kinder und Jugendliche wurde außerdem als dritter Teamplayer die psychosoziale Berufsgruppe aufgenommen, was DGP-Vizepräsident Andreas Müller sehr begrüßt. „Ein regelhaftes psychosoziales Angebot wäre jedoch auch wesentlich für die Versorgung von schwerkranken Erwachsenen“, hebt Dr. Bernd-Oliver Maier, ebenfalls Vizepräsident der DGP, hervor. Bedauerlicherweise sei dies in den Rahmenverträgen bisher nicht möglich gewesen. „Wir fordern deshalb den Gesetzgeber auf, die Rahmenbedingungen hierfür zu ändern, um dem grundlegenden Qualitätsanspruch an eine umfassende Palliativversorgung gerecht zu werden.“

DGP-Vizepräsident Andreas Müller: "Wir werden den Prozess als Beobachter aufmerksam begleiten und unseren Mitglieder beratend zur Seite stehen"

DGP-Geschäftsführer Heiner Melching unterstreicht: „Insbesondere im ambulanten Bereich fehlt es an psychosozialen Beratungsangeboten für die Erkrankten und ihre Angehörigen, einerseits zu sozialrechtlichen Aspekten, andererseits zur psychischen Entlastung der stark beanspruchten Familien.“ Der Rechtsanspruch auf SAPV bedeute, dass die Teams 24 Stunden am Tag erreichbar sein müssen, dies sei für Patient:innen und Angehörige insbesondere bei sich verändernden Symptomen und in etwaigen Not- und Krisensituationen essentiell.

Desweiteren zeigte ein aktueller Online-Dialog mit zahlreichen in der ambulanten Versorgung tätigen DGP-Mitgliedern, dass sich zahlreiche, vor allem kleinere Teams Sorgen machen, ob und wie sie den Vorgaben der Rahmenvereinbarung im Verlauf der fünfjährigen Übergangsfrist gerecht werden können. Andreas Müller betont: „Wir werden den Prozess als Beoachter aufmerksam begleiten, die Fragen unserer Mitglieder einbringen sowie ihnen gerne beratend zur Seite stehen, um sich entsprechend der Anforderungen entwickeln und ihr Angebot aufrecht erhalten zu können.“ Die Rahmenvertragspartner planen, nach drei Jahren erneut zusammenzukommen, um etwaigen Nachsteuerungsbedarf zu erörtern.

SAPV ERWACHSENE BUNDESRAHMENVERTRAG 
SAPV KINDER UND JUGENDLICHE BUNDESRAHMENVERTRAG

 

Ab Januar 2023 gilt Ehegattennotvertretungsrecht für ärztliche Behandlungen

Bitte beachten Sie eine wichtige Änderung im Betreuungsrecht:

Zum 1. Januar 2023 tritt das Ehegattennotvertretungsrecht für ärztliche Behandlungen in Kraft. Es handelt sich dabei um ein im Gesetz (§ 1358 BGB) neu verankertes Vertretungsrecht. Ehegatt:innen oder eingetragene Lebenspartner:innen können danach füreinander medizinische Entscheidungen treffen und Behandlungsverträge abschließen, wenn ein Ehegatte/eine Ehegattin aufgrund von Bewusstlosigkeit oder Krankheit dazu nicht selbst in der Lage ist und keine Vorsorgevollmacht vorliegt. Das Ehegattennotvertretungsrecht trifft nur bestimmte Bereiche und gilt zeitlich eingeschränkt für sechs Monate. Das Vertretungsrecht endet, wenn dessen Voraussetzungen nicht mehr vorliegen, spätestens aber sechs Monate nach dem von dem behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin bestätigten Datum.

Nur noch bis zum 31.12.22 gilt: Wird ein Ehegatte/eine Ehegattin oder Lebenspartner:in so krank, dass er/sie nicht mehr selbst entscheiden kann (einwilligungsunfähig), dann muss – sofern keine Vorsorgevollmacht besteht – gerichtlich ein Betreuer/eine Betreuerin bestellt werden, in dringenden Fällen ein:e Notbetreuer:in. Das war für viele Ehepaare in medizinischen Notsituationen unverständlich, da sie davon ausgingen, dass der/die verbleibende, gesundheitlich einwilligungsfähige Ehegatte/Ehegattin bzw. Lebenspartner:in in solchen Fällen die notwendigen medizinischen Entscheidungen treffen kann.

Das Formular zur Ehegattennotvertretung, gemeinsames Muster des Bundesministeriums der Justiz, der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft finden Sie hier:

FORMULAR EHEGATTENNOTVERTRETUNG (BMJ, BÄK, DKG)

 

Zur heutigen Suizidassistenz-Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestages: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin lehnt Umsetzung der aktuellen Gesetzesentwürfe ab

DGP-Vorstand: Gravierende Mängel, Unschärfen und missverständliche Regelungen I Fachgesellschaft irritiert: Als Sachverständige geladene Vorstandsmitglieder kurzfristig ausgeladen I Umso wichtiger, Debatte fortzuführen, Palliativ- und Hospizversorgung auszubauen, Suizidprävention zu stärken, im Umgang mit Todeswünschen zu qualifizieren

anhörung nsmPD Dr. Martin Neukirchen, Dr. Alexandra Scherg, Heiner Melching (v.l.) © Ch. Mensger 28.11.2022 I Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) spricht sich in einer aktuellen Stellungnahme gegen die Umsetzung der drei heute im Rechtsausschuss zur Diskussion stehenden Gesetzesentwürfe zur Suizidassistenz aus. DGP-Geschäftsführer Heiner Melching betont: „Wir sehen bei allen drei vorliegenden Gesetzesentwürfen in Bezug auf die Gruppe der Menschen mit fortschreitenden Erkrankungen und begrenzter Lebenserwartung gravierende Mängel, Unschärfen und missverständliche Regelungen.“ Die entsprechende Stellungnahme der DGP hat bei Einreichung dazu geführt, dass zwei ärztliche Vorstandsmitglieder, die als Sachverständige relevante und aktuelle Rückmeldungen aus der Praxis der Palliativversorgung hätten geben können, wieder ausgeladen wurden: „Ein höchst zweifelhafter „Erfolg“ von konstruktiver Kritik!“ bewertet PD Dr. Martin Neukirchen das Geschehene.

Geschäftsführer Heiner Melching beanstandet inhaltlich insbesondere, dass die Gesetzesvorlagen nicht „die besondere Beziehungsebene zwischen einem sterbewilligen und einem anderen möglicherweise zur Suizidhilfe bereiten Menschen“ berücksichtigen. Dem DGP-Vorstand erscheinen außerdem die gewählten Fristen und Konzepte für die Ermittlung der Dauerhaftigkeit respektive Unveränderlichkeit und Freiverantwortlichkeit eines Suizidwunsches „willkürlich“. DGP-Vizepräsident Dr. Bernd-Oliver Maier ergänzt: „Vorsicht ist ebenfalls bei den Konzepten zur Überlassung einer tödlichen Substanz geboten. Die vorliegenden Gesetzesentwürfe laufen Gefahr, eine vermeintlich einfache Lösung für ein komplexes Problem zu bieten.“

„Wir wissen um das konstruktive Ringen vieler Abgeordneter in der Debatte um die Gesetzesvorhaben.“ so Maier. „Doch bewerten wir aus der Perspektive des angemessenen Umgangs mit Todes- und Suizidwünschen bei Menschen mit weit fortgeschrittenen Erkrankungen und palliativmedizinischem Unterstützungsbedarf einige Punkte als zu kritisch.“ Dies erläutert der Chefarzt für Palliativmedizin und interdisziplinäre Onkologie: „Jeder der vorliegenden Entwürfe führt zu einer ‚Juristisierung‘ des Lebensendes, in der die persönliche Einlassung beinahe keine Rolle mehr spielt. Wir halten jedoch eine vertrauensvolle Beziehung und die fürsorgliche Unterstützung der Betroffenen für essentiell, um offen über Suizid- und Todeswünsche sprechen zu können.“

Da die aktuell bestehende Gesetzeslage bereits einen Handlungsspielraum biete, der die Umsetzung der Suizidassistenz prinzipiell ermögliche, empfiehlt die Fachgesellschaft die Fortsetzung der Diskussion über einen angemessenen Umgang mit der Frage der assistierten Selbsttötung. Vor einer etwaigen gesetzlichen Regelung erachtet die DGP folgende Maßnahmen als absolut dringlich:

  • Ausbau von Angeboten der Hospizarbeit und Palliativversorgung
  • Förderung und Finanzierung der Suizidprävention
  • Förderung des gesellschaftlichen Diskurses zur Enttabuisierung der Themen Lebensende, Sterben und Tod
  • Niedrigschwellige Kampagne zur Information der Bevölkerung über Möglichkeiten der Hospiz- und Palliativversorgung sowie Rechte und Handlungsoptionen von Patient:innen und Angehörigen
  • Stärkung der Aus- und Fortbildung der Berufsgruppen in der Palliativversorgung zum Umgang mit Todes-wünschen
  • Erfassung von assistierten Suiziden auf Totenscheinen und in der Todesursachenstatistik

Die Palliativmedizin verstehe sich als ein Teil der Suizidprävention, unterstreicht auch DGP-Vorstandsmitglied Dr. Alexandra Scherg: „Neben einem Ausbau der Palliativmedizin selbst ist es im Sinne der Suizidprävention unbedingt notwendig, den angestoßenen Diskurs fortzusetzen, zum Beispiel durch öffentliche Aufklärungskampagnen. Ärzt:innen müssen außerdem schon während ihrer Ausbildung auf den professionellen Umgang mit Verantwortung und Unsicherheit vorbereitet werden.“ Internistin Alexandra Scherg verfolgt die Anhörung heute gemeinsam mit PD Dr. Martin Neukirchen von der Publikumstribüne aus, da sie am vergangenen Donnerstag als Sachverständige kurzfristig ausgeladen wurden.

Stellungnahme des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zu den Gesetzesentwürfen zum Themenkomplex der Suizidassistenz und der Suizidprävention bezogen auf Menschen in palliativen Erkrankungssituationen

Stellungnahme des Vorstands der DGP zu den Gesetzesentwürfen zum Themenkomplex der Suizidassistenz und der Suizidprävention bezogen auf Menschen in palliativen Erkrankungssituationen 

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: Zum Umgang mit dem Wunsch nach Suizidassistenz in der Hospizarbeit und Palliativversorgung

https://www.dgpalliativmedizin.de/images/220318_Broschuere_Suizidassistenz_100dpi.pdf

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (DHPV), Nationales Suizidpräventionsprogramm (NaSPro), Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS): Eckpunkte für eine gesetzliche Verankerung der Suizidprävention

https://www.koordinierung-hospiz-palliativ.de/files/dokumente/220620_Eckpunkte_fuer_gesetzliche_Verankerung_Suizidpr%C3%A4vention.pdf

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), 28.11.2022

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin lehnt Umsetzung der aktuellen Gesetzesentwürfe ab

 

So werden Kinder als Besuchende auf Intensivstationen besser einbezogen - Internationales Team veröffentlicht auch in Zusammenarbeit mit der DGP 10-Punkte-Paper

"Dürfen Kinder und Jugendliche Papa oder Mama, Oma oder Opa oder auch Freunde auf der Intensivstation oder in der Notaufnahme besuchen? Ist das nicht zu viel für ein Kind? All die Kabel und Schläuche? Das Bangen um Leben und Tod? Seit vielen Jahren wird hierüber kontrovers diskutiert. Typische Kontra-Argumente sind etwa, dass Kinder durch die belastenden Eindrücke traumatisiert werden könnten oder wechselseitige Infektionsgefahr besteht. Es gibt aber auch viele Hinweise darauf, dass ein Besuch unter bestimmten Bedingungen gesundheitsförderlich sein kann – für alle Beteiligten! Ein 33-köpfiges interdisziplinäres Experten-Team aus Österreich, Deutschland und der Schweiz hat innerhalb der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) einen Leitfaden als Hilfestellung rund um dieses Thema veröffentlicht – die in 10 Punkte gegliederte, konsentierten Empfehlungen „Kinder als Angehörige und Besuchende auf Intensivstationen, pädiatrischen Intensivstationen und in Notaufnahmen“." heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der DIVI.

Und weiter: "Neben der DIVI haben sich die Deutsche Gesellschaft für interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGiNA), die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), die deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie sowie die AETAS Kinderstiftung eingebracht. Das Team hat eine Gesamtversion und eine Kurzfassung veröffentlicht – damit die wichtigsten Empfehlungen auch auf einen Blick zu erfassen sind. Das Autoren-Team wird seine Empfehlungen in zwei Wochen auf dem DIVI22, dem DIVI-Jahreskongress in Hamburg als größtem Intensivmediziner-Kongress im deutschsprachigen Raum, am Mittwoch, den 30. November ab 10:30 Uhr dem interessierten Fachpublikum und der Presse vortragen. Auch im DIVI-TV-Studio, das begleitend für jeden Interessierten im Livestream über die Website zu sehen ist, werden Maria Brauchle und Dr. Teresa Deffner am 1. Dezember um 10 Uhr als Gäste erwartet und das Paper präsentieren."

Gesamtfassung: „Kinder als Angehörige und Besuchende auf Intensivstationen, pädiatrischen Intensivstationen, IMC-Stationen und in Notaufnahmen – Empfehlungen für den Einbezug von minderjährigen Angehörigen in der Intensiv- und Notfallmedizin“ (64 Seiten / 27.10.2022)

Kurzfassung: „Kinder als Angehörige und Besuchende auf Intensivstationen, pädiatrischen Intensivstationen, IMC-Stationen und in Notaufnahmen – Empfehlungen für den Einbezug von minderjährigen Angehörigen in der Intensiv- und Notfallmedizin“ (9 Seiten / 27.10.2022)

PRESSEMITTEILUNG DIVI

Deutsche Gesellschaft
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F 030 / 30 10 100 - 16
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