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Zum heutigen Welttag der Suizidprävention: „Darüber reden!“ Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin unterstützt Ausbau der Suizidprävention

Zum heutigen Welttag der Suizidprävention: „Darüber reden!“
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin unterstützt Ausbau der Suizidprävention
Sterbewünsche und Suizide belasten auch nahestehende Menschen erheblich: Das muss man nicht alleine durchstehen!

„Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 9.000 Menschen durch Suizid.“, so das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) bei Vorlage eines aktuellen Berichts anlässlich des heutigen „Welttages der Suizidprävention“. Und: Mittelbar sind mehr als 100.000 weitere Menschen betroffen. So bleiben Nahestehende in Trauer und mit ihren Fragen, Gedanken und Belastungen zurück, viele von ihnen werden durch Hilfsangebote nicht erreicht. „Es fehlen Informationen, dass man das nicht alleine durchstehen muss!“, betont das Netzwerk NaSPro.

Deshalb unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) dessen Forderung, eine bundesweite Informations- und Koordinationsstelle einzurichten, wie sie Prof. Dr. Reinhard Lindner, Leitung NaSPro, beschreibt: „Unter einer bundesweit einheitlichen Rufnummer sollen rund um die Uhr Menschen mit Suizidgedanken, ihre Angehörigen, aber auch Professionelle, die mit Menschen in Suizidgefahr in Kontakt kommen, kompetente Ansprechpersonen erreichen können“. Im Fokus steht: „Darüber reden!“

„Todeswünsche schwerkranker Menschen sind uns in der Hospiz- und Palliativversorgung ebenfalls vertraut“, erklärt DGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein, „wobei diese von der Akzeptanz des eigenen Sterbens bis zu der Absicht reichen, das Leben zu beenden.“ Die Kunst der Kommunikation bestehe darin, die Intensität, Beständigkeit und z.T. hohe Ambivalenz des Sterbewunsches einschätzen zu lernen und diesem Menschen ein offenes Gesprächsangebot auf Augenhöhe machen zu können. Dies sollte insbesondere auch für die Angehörigen gelten, die dem Sterbewunsch des ihnen nahestehenden Menschen oft hilflos gegenüberstehen.

Für die Hospiz- und Palliativversorgung werden in dem Bericht folgende suizidpräventive Maßnahmen genannt: Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung, Kommunikationstraining im Umgang mit geäußerten Todeswünschen, Etablierung hospizlicher und palliativer Themen innerhalb des Nationalen Suizidpräventionsprogramms, Ausbau der Forschung zu wesentlichen Fragen des Todeswunsches und der Suizidalität in der Hospiz- und Palliativversorgung und Entwicklung einer bürgerschaftlichen Sorgekultur für Menschen am Lebensende.

Die Palliativmedizin versteht sich als ein Teil der Suizidprävention, da sie Sterbewünschen durch Linderung von Leidenszuständen, die ganzheitliche Begleitung der schwerkranken Menschen in ihrem Umfeld und eine Verbesserung der Lebensqualität in sehr vielen Fällen wirksam begegnen kann. Wichtig ist dabei auch, Begegnungen in der Trauer zu ermöglichen, wie z.B. heute bei einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Welttages der Suizidprävention in der Berliner Gedächtniskirche.

BERICHT SUIZIDPRÄVENTION DEUTSCHLAND

DGP ECKPUNKTE ZU MÖGLICHER NEUREGULIERUNG SUIZIDASSISTENZ UND STÄRKUNG SUIZIDPRÄVENTION

HILFSANGEBOTE SUIZIDALE KRISEN

SUIZIDPRÄVENTION BERLIN

PRESSEMITTEILUNG DGP

Aktiv werden in der Suizidprävention: Alle, die Hilfe suchen, sollten Hilfe finden

Verbände weisen zum Welttag der Suizidprävention auf Versorgungslücken hin und fordern flächendeckende Angebote

Berlin, 03. September 2021 – Anlässlich des Welttages der Suizidprävention übergibt das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) auf einer Tagung einen umfassenden Bericht zur aktuellen Situation an das Bundesministerium für Gesundheit. Über 50 Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis haben eine klare gemeinsame Botschaft an die Politik: es braucht flächendeckend dauerhaft finanzierte Angebote für Menschen, die sich in suizidalen Krisen befinden. Dazu müssen vorhandene Hilfsmöglichkeiten ausgebaut und verstetigt werden.

Der Welttag der Suizidprävention

„Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 9.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Todesfälle als durch Verkehrsunfälle, Mord und illegale Drogen zusammen“, erklärt Hannah Müller-Pein, Medienbeauftragte des NaSPro. Der Welttag der Suizidprävention macht seit 2003 jährlich am 10. September auf diese Problematik aufmerksam. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Aktiv werden und Hoffnung schaffen“. Menschen, die ihrem Leben selbst ein Ende setzen wollen, sind meist in existentiellen Notlagen. Verständnis, Unterstützung und Hilfe können dazu beitragen, dass sie wieder Hoffnung schöpfen. Wir alle sind aufgefordert, aktiv zu werden, die bestehenden Lücken im System zu schließen. „Bei Suizidalität heißt aktiv zu werden, mit den Menschen über ihre Probleme zu sprechen, sie zu verstehen und gemeinsam Alternativen im Leben zu finden“, sagt Barbara Schneider von der Leitung des NaSPro.

Suizidprävention Deutschland – Aktueller Stand und Perspektiven

Drei Jahre lang förderte das Bundesministerium für Gesundheit mehrere Projekte der Suizidprävention (www.suizidprävention2021.de). Darüber hinaus haben Expertinnen und Experten der Suizidprävention in Kooperation mit gesellschaftlich relevanten Einrichtungen im Rahmen des Projekts „Suizidprävention Deutschland – Aktueller Stand und Perspektiven“ die Lage von suizidalen Menschen in Deutschland genau unter die Lupe genommen. Der Bericht dieses Projekts wurde heute veröffentlicht. Demnach gibt es immer noch zu wenig Wissen über Hilfsmöglichkeiten bei Suizidalität und auch zu wenig spezielle Hilfsangebote in Krisen. Deshalb fordern die Autorinnen und Autoren eine bundesweite Informations- und Koordinationsstelle zur Suizidprävention. „Unter einer bundesweit einheitlichen Rufnummer sollen rund um die Uhr Menschen mit Suizidgedanken, ihre Angehörigen, aber auch Professionelle, die mit Menschen in Suizidgefahr in Kontakt kommen, kompetente Ansprechpersonen erreichen können“, ergänzt Reinhard Lindner, Leitung des NaSPro.

NASPRO PRESSEMITTEILUNG

BERICHT SUIZIDPRÄVENTION DEUTSCHLAND
(ab S. 190: Suizidprävention in der Hospiz- und Palliativversorgung)

DGP-Mitglieder erwartet ein spannendes Programm bei den digitalen DGP-Mitgliedertagen am 24. & 25. September!

RZ 210511 Logo Mitgliedertag rgbNoch bis zum 12. September können sich Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zur kostenfreien Teilnahme an den 4. Mitgliedertagen der DGP am 24. & 25. September anmelden! Virtuell erwartet Sie ein spannendes Programm.
PROGRAMM

Freitag, der 24. September, steht im Zeichen der Online-Treffen der Arbeitsgruppen, Sektionen und Landesvertretungen der DGP. Im Mittelpunkt des Austauschs im Plenum am Samstag, den 25. September, stehen zwei Themen, welche die DGP seit langem begleiten: „Zum Umgang mit dem Wunsch nach Suizidhilfe“ und „Hinter der Pandemie – Perspektiven in der Palliativversorgung“. Insbesondere wird es dabei um die Diskussion praxisbezogener Fragen, Schlussfolgerungen, Konzepte und Modelle gehen.

Näheres zur Anmeldung erfahren Sie hier und in Kürze per E-Mail:
MITGLIEDERTAGE DER DGP

Gastbeitrag von Claudia Bausewein bei ZEIT ONLINE: "Sterbehilfe: Warum wollen die Menschen sterben?"

ZEIT online am 12.8.2021: "Nach einem Verfassungsgerichtsurteil ist die Gesetzgebung zur Sterbehilfe hierzulande sehr liberal. Was nun? Über diese Fragen müssen wir als Gesellschaft jetzt reden. Ein Gastbeitrag von Claudia Bausewein"

ZEIT online: Warum wollen die Menschen sterben?

Zur Freude der DGP: Bundesinnenminister Horst Seehofer unterzeichnet "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland"!

Als einer der drei Träger der Charta freut sich die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) gemeinsam mit dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und der Bundesärztekammer aktuell besonders über diese prominente Unterzeichnung:

Mit der Unterschrift der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland" bekundet  Bundesinnnenminister Horst Seehofer seine Bereitschaft, sich im Sinne der Charta und ihrer Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie für die Verbesserung der Situation schwerstkranker und sterbender Menschen, ihrer Familien und der ihnen Nahestehenden einzusetzen und auf dieser Grundlage für die Einlösung ihrer Rechte einzutreten.

BUNDESINNENMINISTER UNTERZEICHNET CHARTA

Ein Blick lohnt sich: Charta-Kurzfilm und neue Website der Koordinierungsstelle!

Schauen Sie bei Gelegenheit auf die neu strukturierte Website der Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland, deren Informationen nun entlang dreier Zielgruppen ausgerichtet sind: Angehörige und Betroffene, gesundheitspolitische Institutionen, Akteure der Hospiz- und Palliativversorgung. Das Projekt in Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands und der Bundesärztekammer unterstützt die Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland und ihrer Handlungsempfehlungen und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Aktuell ist außerdem ein Kurzfilm erschienen, in welchem die Charta anschaulich erklärt wird!

WEBSITE KOORDINIERUNGSSTELLE

KURZFILM CHARTA

 

DGP-Sektion veröffentlicht Flyer zur ernährungstherapeutischen Beratung bei lebensbegrenzenden Erkrankungen

SEKTION ERNÄHRUNG"Ernährungstherapeutische Beratung bei lebensbegrenzenden Erkrankungen“ steht im Mittelpunkt eines Flyers, den die Sektion Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin heute veröffentlicht hat. Belastungen lindern, Wohlbefinden fördern und Genusserlebnisse schenken, das sind wichtige Ziele einer ernährungstherapeutischen Beratung und Begleitung von Palliativpatient*innen.

Das zentrale Motiv der Ernährungstherapeut*innen ist es, Menschen zu befähigen, Essen und Trinken selbstbestimmt und bewusst zu gestalten – in allen Phasen der palliativen Situation.

FLYER

SEKTION ERNÄHRUNG

Forschungsverbund PallPan stellt Nationale Strategie für die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen in Pandemiezeiten vor: Abwägung zwischen Schutz und Nähe

PallPanDie Corona-Pandemie hat in vielen Bereichen zu räumlicher Distanz geführt und menschliche Nähe eingeschränkt. Vor allem in der Begleitung von schwerkranken und sterbenden Menschen haben die Betroffenen selbst und ihre Angehörigen dies als sehr schmerzvoll und häufig traumatisierend erlebt. Das bestätigen umfassende Studien des Forschungsverbundes Palliativversorgung in Pandemiezeiten (PallPan). Als Antwort darauf stellt PallPan jetzt die Nationale Strategie für die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen in Pandemiezeiten vor. Herzstück bilden konkrete Handlungsempfehlungen, wie im Falle künftiger Pandemien insbesondere Nähe am Lebensende ermöglicht werden kann.

Der Forschungsverbund PallPan des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin zu Covid-19, Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) besteht aus palliativmedizinischen Einrichtungen von 13 Universitätsklinken und widmet sich den Erfahrungen, Belastungen und Herausforderungen in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen in der aktuellen Pandemie. In 16 Studien wurden innerhalb von 9 Monaten über 1.700 Betroffene, Versorgende und Verantwortliche im Gesundheitssystem und in der Politik nach ihren Erfahrungen gefragt und deren Aussagen systematisch untersucht und ausgewertet. Auf Basis dieser Ergebnisse und mit Hilfe von 120 Expert*innen aus den verschiedenen Bereichen von Gesundheitswesen, Verwaltung und Politik wurde dann die Nationale Strategie für die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen in Pandemiezeiten entwickelt und konsentiert.

33 Handlungsempfehlungen

Kernstück der Strategie sind 33 konkrete Handlungsempfehlungen, die sich in drei Abschnitte gliedern: Patient*innen & Angehörige unterstützen, Mitarbeitende unterstützen und Strukturen und Angebote der Palliativversorgung unterstützen und aufrechterhalten.

Patient*innen und ihre Angehörigen wünschen sich nach den Befragungsergebnissen vor allem eines für die Zukunft: Nähe am Lebensende auch in einer Pandemie zu ermöglichen. Hierfür braucht es abgewogene Besuchsregelungen für Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, aber auch einen rechtlichen Rahmen, den die Politik schaffen muss. Einzelfallentscheidungen und klar definierte Ausnahmeregelungen haben sich als eine praktikable und hilfreiche Strategie bewährt und sollten überall genutzt werden.

Mitarbeitende in der Versorgung brauchen vor allem ausreichend Schutz vor Infektionen, aber eben auch grundlegende palliativmedizinische Kenntnisse und psychosoziale Unterstützung in herausfordernden Situationen, z.B. auf der Intensivstation oder Pflegeheimen. „Auch in Pandemiezeiten stehen schwerkranken und sterbenden Menschen eine gute Symptombehandlung und würdevolle Begleitung im Einklang mit dem Patientenwillen zu. Das gilt für Infizierte wie für Nicht-Infizierte. Hier brauchen die Versorgenden in der erhöhten Belastung einer Pandemie mehr Unterstützung,“ betont Prof. Dr. Steffen Simon von der Uniklinik Köln und einer der beiden Koordinatoren des PallPan-Verbundes.

Von Seiten der Politik sowie der Kliniken und Pflegeeinrichtungen muss darauf geachtet werden, dass die Palliativversorgungsstrukturen auch und gerade in einer Pandemiesituation aufrecht erhalten bleiben. „Palliativstationen dürfen in einer Pandemie nicht geschlossen werden, vielmehr sollten die ambulanten und stationären palliativmedizinischen Dienste für die notwendige Versorgung von schwerkranken und sterbenden Patient*innen arbeitsfähig bleiben und ggf. angepasst oder sogar erweitert werden, z.B. für Infizierte, die nicht mehr geheilt werden können,“ appelliert Prof. Dr. Claudia Bausewein vom LMU Klinikum München, ebenfalls Koordinatorin des PallPan-Verbundes und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP).

Link zur PDF: https://doi.org/10.5281/zenodo.5012504

Informationsplattform und Trauerangebote

Nach Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen Ende Juni plant der PallPan-Verbund schon weitere Vorhaben: den Aufbau einer webbasierten Informationsplattform, die Entwicklung von Unterstützungsmaterialien für trauernde Angehörige sowie Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die Integration von PallPan in eine „Nationale Pandemic Preparedness“ für das deutsche Gesundheitswesen sowie die stetige Weiterentwicklung der Handlungsempfehlungen.

Der Forschungsverbund PallPan wird als Teil des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) vom BMBF gefördert. Dem Forschungsverbund gehören die palliativmedizinischen Einrichtungen der Universitätsklinika an den Standorten Aachen, Bonn, Düsseldorf, Erlangen, Freiburg, Göttingen, Hamburg, Hannover, Jena, Köln, München, Rostock und Würzburg an. Die koordinierende Gesamtleitung haben Prof. Dr. med. Claudia Bausewein vom LMU Klinikum München und Prof. Dr. Steffen Simon von der Uniklinik Köln.

Das PallPan-Konsortium lädt zu einer virtuellen Abschlusskonferenz ein, in der die Nationale Strategie vorgestellt wird. (pall.pandemie@med.uni-muenchen.de)

Termin: 24.06.2021, 14:00 – 17:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.
Einwahllink (Kenncode: 562238): https://lmu-munich.zoom.us/j/95257337713?pwd=TW5Ib1BnYmNVWFBEMUEvTksrTk95QT09

Kontakt für Journalistinnen und Journalisten:

Prof. Dr. Claudia Bausewein, LMU Klinikum München, claudia.bausewein@med.uni-muenchen.de
Prof. Dr. Steffen Simon, Uniklinik Köln, steffen.simon@uk-koeln.de

Nationales Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu Covid-19

Patienten optimal versorgen, Infektionen verhindern, Gesundheitsversorgung erhalten: Die Covid-19-Pandemie bringt Herausforderungen mit sich, die innerhalb kurzer Zeit neue Handlungsstrategien erfordern. Das Nationale Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin zu Covid-19, kurz Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), bündelt und stärkt Forschungsaktivitäten zur Bewältigung der aktuellen Lage. Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, koordiniert durch die Charité – Universitätsmedizin Berlin, arbeitet das Forschungsnetzwerk unter Beteiligung aller deutschen Universitätsklinika und weiterer Netzwerke an Lösungen für eine bestmögliche Patientenversorgung in der Pandemie. 13 umfängliche Verbundprojekte mit Leitungen an den verschiedenen Standorten der Universitätsmedizin sind hierfür konzipiert worden. Das Programm ist auf schnelle, unmittelbare Unterstützungswirkungen ausgerichtet. Ein Akzent liegt auf der kliniknahen Forschung und Versorgungsforschung, deren Ergebnisse gemäß dem translationalen Ansatz direkt in Versorgung und Krisenmanagement einfließen. Dem Forschungsnetzwerk und den beteiligten Einrichtungen stehen zur Umsetzung dieser Aufgabe rund 150 Millionen Euro im ersten Jahr bereit, ab 2021 soll das Netzwerk bis zum Jahr 2024 mit weiteren 80 Millionen Euro jährlich bzw. zusätzlichen 240 Millionen Euro gefördert werden. Die gemeinsamen Entwicklungen in Forschung und Patientenversorgung, evidenzbasiertes Vorgehen sowie gegenseitiges Lernen sollen zu einem gemeinsamen Vorgehen bei der Pandemiebekämpfung und einer „Pandemic Preparedness“ führen. Weitere Informationen: www.netzwerk-universitaetsmedizin.de

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150 Teilnehmende bei DGP-Online-Fachtag „Teilhabe bis zum Lebensende“: Wie lässt sich der Wille von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Umgang mit schwerer Krankheit erfassen?

Erneut ist der – in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal stattfindende – Fachtag der AG Menschen mit intellektueller und komplexer Beeinträchtigung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) auf großes Interesse gestoßen: Rund 150 Teilnehmende trafen sich online zu Vorträgen, Workshops und Diskussionen zum Thema „Teilhabe bis zum Lebensende“.

Nach einer Grußbotschaft von DGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein an die Mitwirkenden „von Flensburg bis zum Burgenland“ verdeutlichte AG-Sprecher Dr. Dietrich Wördehoff die Bedeutung unterschiedlicher Kommunikationswege zur Erfassung des Willens eines Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung hinsichtlich der Gestaltung seines Lebensendes. Neben der Biographie-Arbeit spielen Texte in einfacher und in leichter Sprache dabei ebenso eine Rolle wie die sensible Wahrnehmung nonverbaler Äußerungen und Verhaltensänderungen oder -reaktionen.

„Das braucht Zeit und viel Geduld“, erklärte Wördehoff, doch trage all dies ebenso wie die Zusammenschau der beteiligten Kräfte in einer Familienkonferenz oder ethischen Fallbesprechung erheblich dazu bei, dem Willen des intellektuell beeinträchtigten Menschen bezüglich des Umgangs mit seiner zusätzlich schweren Erkrankung Gehör zu verschaffen. Dies sei u.a. Voraussetzung für die Dokumentation des Patientenwillens für eine etwaige Notfallsituation.

Die AG Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung der DGP entwickelt und bearbeitet weitere Aspekte zur besseren Versorgung von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigung.

PROGRAMM

BROSCHÜRE TEILHABE BIS ZUM LEBENSENDE

DGP AG MENSCHEN MIT INTELLEKTUELLER BEEINTRÄCHTIGUNG

MITGLIEDSCHAFT IN DER DGP

8. BHPT: DGP Bayern und Bayerischer Hospiz- und PalliativVerband im Austausch mit 170 Teilnehmenden: „Immer noch Corona – Wo ist hier der Ausweg?“

Zum ersten Mal fand am 12. Juni der Bayerische Hospiz- und Palliativtag (BHPT) online statt. Unter dem Titel „Immer noch Corona – Wo ist hier der Ausweg? Hospiz- und Palliativversorgung in Pandemiezeiten“ nahm der 8. BHPT die besonderen Schwierigkeiten auf, vor denen das Gesundheitssystem, die Versorgenden und die Zugehörigen von schwerstkranken und sterbenden Menschen standen. Mit dem BHPT haben die Landesvertretung Bayern der DGP und der Bayerische Hospiz- und PalliativVerband den Blick bewusst nach vorne gerichtet, um Wege im Umgang mit der Pandemie für die Hospiz- und Palliativversorgung in Bayern aufzuzeigen. „Wir sind gefordert, in ähnlichen Situationen zukünftig Konzepte zu haben und damit besser vorbereitet zu sein“, begrüßten Prof. Claudia Bausewein und Timo Grantz die 170 Teilnehmer*innen.

„Insbesondere die Angst, sich selbst und andere anstecken zu können, und die Isolierung von Bewohner*innen und Patient*innen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern hat die Teilnehmer*innen bewegt. Auch der unterschiedliche Umgang mit der Coronapandemie und die Fremdbestimmtheit haben Sorgen ausgelöst. Neben diesen Ängsten konnte jedoch auch etwas Positives, Erfreuliches entstehen, der Kontakt zur Familie intensiviert und Freiheiten durch die verordnete Ruhe genutzt werden. Besonders überrascht haben die kreativen Lösungsansätze und der schnelle Umstieg auf digitale Angebote“, fasste der Moderator der Veranstaltung, Prof. Christian Rester die Ergebnisse der Workshops zusammen. Prof. Claudia Bausewein stellte aktuelle Forschungsergebnisse im Rahmen der „Nationalen Strategie für Palliativversorgung in Pandemiezeiten“ vor. Wie kann „Pandemic Preparedness“, die Vorbereitung auf zukünftige Pandemiephasen, gelingen und welche wissenschaftlich fundierten Handlungsempfehlungen ergeben sich aus den Erfahrungen der letzten Monate für die Hospiz- und Palliativversorgung?

BHPT 2021

 

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