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Fachgesellschaften appellieren gemeinsam für verantwortungsvollen Umgang mit Medizinalcannabis und cannabisbasierten Arzneimitteln

Berlin, 17.04.2019. Medizinische Fachgesellschaften und Fachverbände warnen vor einem unkritischen Einsatz von Cannabis. Auch wenn die Behandlung mit cannabisbasierten Arzneimitteln oder Medizinalhanf bei einzelnen Indikationen sinnvoll ist, betrachtet eine Reihe von Fachgesellschaften und Fachverbänden die Entwicklung seit Verabschiedung des Gesetzes zur „Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ vom März 2017 mit Sorge. Seither können Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen Cannabisblüten, den sogenannten Medizinalhanf, wie auch cannabisbasierte Arzneimittel verschreiben.

„Durch dieses Gesetz ist Deutschland das einzige Land in Europa, in dem die Verschreibung von Medizinalcannabis und cannabisbasierten Arzneimittel nicht auf spezielle Indikationen beschränkt wurde.“ heißt es in einem heute veröffentlichten Appell an Ärzteschaft, Politik, Krankenkassen und Redaktionen, in dem acht Fachgesellschaften gemeinsam mit weiteren Fachverbänden für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medizinalcannabis und cannabisbasierten Arzneimitteln plädieren.

„Cannabis“ hat in ungerechtfertigtem Maß Hoffnungen geweckt

In der Stellungnahme ruft der Zusammenschluss von Fachgesellschaften und -verbänden zur sorgfältigen Recherche und ausgewogenen Berichterstattung auf, in welcher bislang „häufig nicht zwischen Medizinalcannabis und cannabisbasierten Rezeptur- und Fertigarzneimitteln unterschieden“ würde. Der Nutzen würde an eindrucksvollen Patientenbeispielen dargestellt, über Therapieversagen und Nebenwirkungen hingegen kaum berichtet.

Die Darstellung eines vermeintlichen Nutzens von „Cannabis“ bei chronischen Schmerzen habe, so Prof. Dr. Claudia Sommer, Präsidentin der Deutschen Schmerzgesellschaft, in einem bisher nicht gerechtfertigten Maß Hoffnung auf ein wirksames und vermeintlich natürliches Arzneimittel geschürt. „Wir haben als wissenschaftliche Fachgesellschaften die Verantwortung, Patientinnen und Patienten so exakt wie möglich über den aktuell noch unzulänglichen Wissensstand zu informieren, deshalb dieser Appell.“ Entsprechend sei auch die eigene Zunft, die medizinischen Fachgesellschaften, dazu aufgerufen, interdisziplinäre Leitlinien zum Umgang mit cannabisbasierten Arzneimitteln zu erstellen.

Unzureichende Studienlage: Forschung ist dringend erforderlich!

„Da Zulassungsstudien fehlen, mangelt es auch an Informationen zu Indikationen, Dosierung, Darreichungsform, Anwendungsdauer, Gegenanzeigen, Risiken oder Nebenwirkungen – es gibt keine Fachinformation für Cannabisblüten. Auch wurde bisher die Häufigkeit von Risiken nicht erfasst.“, erläutert Prof. Dr. Ursula Havemann-Reinecke, Leiterin des Referates für Abhängigkeitserkrankungen der DGPPN und Mitglied des Vorstandes der DG-Sucht sowie des wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS. „Es gibt kaum Studien zur Langzeitwirkung. Wir wissen deshalb nicht, wie hoch das Risiko einer Abhängigkeitsentwicklung ist. Es ist unklar, welchen Menschen von der Behandlung mit Cannabisarznei abgeraten werden sollte.“ ergänzt Privat-Dozentin Dr. Eva Hoch, die mit ihrer Forschungsgruppe im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit eine große Meta-Studie zu Potenzial und Risiken von Cannabinoiden durchführte.

„Wir möchten alle Ärztinnen und Ärzte dazu aufrufen, die betäubungsmittelrechtlichen Regularien in der Verschreibung von Cannabispräparaten zu beachten und an der Begleiterhebung teilzunehmen.“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, und appelliert an seine Kolleginnen und Kollegen: „Bringen Sie die von Ihnen behandelten Patienten in die Forschung ein. Beteiligen Sie sich an der Veröffentlichung von Fallserien, damit wir in den nächsten Jahren Wirkungen und Risiken besser erfassen und damit die Indikationen klarer definieren können.“ In der Stellungnahme gehen die Fachgesellschaften auf spezifische Anforderungen in der Schmerzmedizin, Palliativmedizin und Neurologie ein. So betont Prof. Peter Berlit, Generalsekretär Deutsche Gesellschaft für Neurologie, dass für die symptomatische Therapie der Spastik bei Multipler Sklerose (MS) ist ein Cannabinoid als Spray zugelassen ist. Aber auch bei dieser Indikation müssen die potentiellen psychiatrischen und kognitiven Nebenwirkungen beachtet und weiter untersucht werden.

Ärztinnen und Ärzte tragen eine besondere Verantwortung

Das Wissen von Ärzten zu Cannabisblüten ist nach Ansicht der Fachgesellschaften unzureichend. Der Informationsmangel wurde von der Cannabisindustrie bereits aufgegriffen; diese setzen erhebliche Summen für gezielte Werbeaktivitäten über Onlineportale oder Beilagen in Fachzeitschriften (zum Beispiel auch im renommierten Deutschen Ärzteblatt) ein. Bedenklich sei dabei, dass Autoren ohne Bezugnahme auf den internationalen Wissensstand, sondern eher aufgrund ihrer eigenen klinischen Erfahrungen und Positionen einen breiten Indikationsbereich von cannabisbasierten Arzneimitteln propagieren würden.

Vor dem Hintergrund einer häufig ungenügenden oder spärlichen Studien- und Informationslage bittet Prof. Dr. Anil Batra, Vorsitzender der Deutschen Suchtgesellschaft (Dachverband der Suchtfachgesellschaften (DSG)), Ärztinnen und Ärzten um eine kritische Prüfung dieser Publikationen, insbesondere aber auch um einen sorgfältigen Umgang mit cannabisbasierten Arzneimitteln, besonders bezüglich spezifischer Patientengruppen: „Beachten Sie Kontraindikationen wie Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, Schwangeren, Personen mit Abhängigkeitserkrankungen, Psychosen und anderen psychischen Störungen und mit schweren Herzkreislauferkrankungen.“ Prof. Dr. Rainer Thomasius, Vorsitzender der Suchtkommission der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaft und Verbände, verweist auf Kontraindikationen für den Einsatz im Kindes- und Jugendalter: "Die epigenetischen und neuromodulatorischen Effekte der Cannabinoide stören den altersgerechten Reifungsprozess des zentralen Nervensystems mit der möglichen Folge von Lernstörungen, Intelligenzeinbußen und Suchtentwicklung".

Der Appell richtet sich auch an die Politik: „Unterstützen Sie die Forschungsförderung im Bereich der cannabisbasierten Arzneimittel, die sowohl randomisierte kontrollierte Studien als auch andere Forschungsansätze wie Patientenregister und Fallserien beinhaltet. Ergebnisse dieser Studien sind eine bessere Grundlage für die Anwendung von medizinischen Cannabisprodukten als die bisherigen Erkenntnisse.“

MEDIZINALCANNABIS UND CANNABISBASIERTE ARZNEIMITTEL: EIN APPELL FÜR VERANTWORTUNGSVOLLEN UMGANG

Es nehmen Stellung: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) – Referat Abhängigkeitserkrankungen, Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie, Deutsche Suchtgesellschaft – Dachverband der Suchtfachgesellschaften (DSG, Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie, Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin, Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie), Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP), Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP), Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BAG KJPP), Deutsche Gesellschaft für Neurologie, Deutsche Schmerzgesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

 

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin vor Bundesverfassungsgericht zu § 217 StGB: Leid, Angst und Verzweiflung können bei Schwerstkranken zu Sterbewünschen führen

Patienten haben Recht auf Therapieverzicht und -abbruch / Auch seltener Wunsch nach Suizidbeihilfe erfordert offenen, respektvollen und sensiblen Umgang / Beihilfe zum Suizid gehört nicht zu ärztlichen Aufgaben / Vertrauensvolle Gespräche über Sterbewünsche bahnen häufig die Annäherung an Alternativen zur Leidensminderung

Berlin, 16.04.2019. Die Einführung des § 217 im Strafgesetzbuch hat nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) keine negativen Auswirkungen auf die Palliativversorgung unheilbar erkrankter Menschen. Vor gut drei Jahren wurde das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung eingeführt. Dieses hat insbesondere bei Ärztinnen und Ärzten Verunsicherung ausgelöst, inwieweit sie sich in der Begleitung und Behandlung von schwerkranken Patienten, die nicht länger leben wollen, strafbar machen könnten. Elf Verfassungsbeschwerden gegen das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe sind seit 2017 beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) anhängig, von denen sechs am 16./17. April im Mittelpunkt einer zweitägigen mündlichen Verhandlung vor dem BverfG stehen.

Als geladener Sachverständiger bekräftigt Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), heute vor dem Bundesverfassungsgericht, dass die strafrechtliche Regelung mittels § 217 StGB die Palliativversorgung von schwerstkranken Menschen auch dann gewährleiste, wenn diese einen Sterbewunsch äußern. „Es zählt unbedingt zu den Aufgaben aller in der Palliativversorgung Tätigen, sich offen und respektvoll mit Sterbewünschen, wie auch Suizidwünschen im engeren Sinne, auseinanderzusetzen.“ Es sei zu kurz gegriffen, einen geäußerten Todeswunsch als konkrete Handlungsaufforderung im Sinne einer Bitte um Suizidbeihilfe zu verstehen, hob der Präsident der DGP hervor, in der fast 6.000 in der Palliativversorgung Tätige Mitglied sind.

Wunsch nach Ende einer unerträglichen Situation tiefer Not und Verzweiflung

Schwer kranke Menschen, die den Wunsch zu sterben äußern, wünschen oftmals das Ende einer ihnen unerträglichen Situation tiefer Not und Verzweiflung. Häufig ist es die Angst, Schmerzen, Luftnot oder anderen schweren Symptomen hilflos ausgeliefert zu sein, Angst vor dem Verlust körperlicher Funktionen und Fähigkeiten, Angst, beim Sterben alleingelassen zu werden, Angst vor Vereinsamung, Angst vor einem als würdelos empfundenen Zustand, Angst vor medizinischer Überversorgung oder Angst, dauerhaft Medizintechnik (zum Beispiel durch künstliche Beatmung) ausgeliefert zu sein. Viele Patienten begründen ihren Sterbewunsch auch mit der Sorge, anderen zur Last zu fallen.

In der Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden werden Ärztinnen und Ärzte insbesondere in der Palliativversorgung immer wieder mit Sterbewünschen ihrer Patienten konfrontiert. Die tägliche Praxis zeigt aber, dass dies oft den Wunsch nach einem offenen Gespräch zum Ausdruck bringe, nach alternativen Angeboten und nach einem gemeinsamen Aushalten der bedrückenden Situation. Entsprechend darf der Wunsch zu sterben keinesfalls tabuisiert werden. Im Gegenteil: Radbruch plädierte vor dem Bundesverfassungsgericht in aller Klarheit dafür, „die Äußerung von Sterbewünschen als Zeichen des Vertrauens zu werten. Erst ein offener Umgang mit diesem existentiellen Anliegen kann den Weg eröffnen, mit den betroffenen Patienten, deren Angehörigen und dem eingebundenen Team die palliativmedizinischen Optionen zur Linderung von Leid zu erörtern und zu versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden.“

Entsprechende Äußerungen von Patienten dürften nicht dazu führen, dass notwendige symptomlindernde Maßnahmen wie z.B. die Gabe von hochdosierten Opioiden zur Schmerzbehandlung unterlassen werden, erklärte der Anästhesiologe und Palliativmediziner Radbruch.

Patienten haben Recht auf Verzicht oder Abbruch jeder Art von lebensverlängernder Therapie

Für die kleine Zahl an schwerstkranken Menschen, bei denen mit den Möglichkeiten der Palliativversorgung keine ausreichende Leidenslinderung erreicht werden kann und für die eine palliative Sedierung nicht in Frage kommt, stünden Alternativen zu einem Suizid zur Verfügung. Patienten haben ein Recht auf Verzicht oder Abbruch jeder Art von lebensverlängernder Therapie. Dies umfasst zum Beispiel auch das Abstellen der kontrollierten Beatmung bei Patienten, die nicht mehr selbständig atmen können. Mit einer angemessenen Sedierung kann sichergestellt werden, dass dieser Prozess der Beatmungsbeendigung nicht als qualvoll empfunden wird. Ebenso kann jede andere lebensverlängernde Therapie beendet werden, zum Beispiel die Gabe von kreislaufunterstützenden Medikamenten oder Antibiotika, der Einsatz von Dialyseverfahren oder künstlicher Ernährung.

Auch entscheiden sich in seltenen Fällen immer wieder einmal schwerstkranke und leidende Menschen, auf Essen und Trinken zu verzichten. Die Entscheidung zu einem solchen Verzicht liegt alleine bei den Patienten, hebt die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin in einer aktuellen Stellungnahme hervor: „Wesentlich ist hier, dass der oder die Betroffene aus freiem Willen handelt und nicht durch eine krankhafte Essstörung oder eine andere psychiatrische Grunderkrankung in der Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt ist. Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken kann ärztlich, pflegerisch und psychosozial begleitet werden, um gegebenenfalls Durst- und Hungergefühle effektiv zu lindern.“

Mitwirkung am Suizid gehört nicht zu ärztlichen Aufgaben / Bitte um Beihilfe zum Suizid ernst nehmen und respektieren

Unmissverständlich betont die wissenschaftliche Fachgesellschaft: „Unabhängig von der moralischen und ethischen Bewertung eines Suizids und der Bereitschaft, darüber offen und ohne Tabus zu sprechen, gehört die Mitwirkung daran nicht zu den ärztlichen Aufgaben. Der Suizid ist auch keine vom Arzt oder anderen Mitgliedern eines Behandlungsteams zu empfehlende Option.“

Fazit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: „In der Palliativversorgung sollte die Bitte um Beihilfe zum Suizid auf jeden Fall ernst genommen und respektiert werden. Mit dem Patienten sollten über seine Wünsche und Ängste gesprochen werden und alternative Optionen zur Leidensminderung aufgezeigt werden. Dazu gehört eine umfassende Aufklärung über Möglichkeiten der medikamentösen und nichtmedikamentösen Schmerz- und Symptomkontrolle, unter Umständen auch über die Option der palliativen Sedierung, über Therapieverzicht und Therapiebegrenzung sowie den freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit. Die neue gesetzliche Regelung berücksichtigt, dass in wenigen Einzelfällen von dem Behandler keine andere Möglichkeit gesehen wird als die Unterstützung beim Suizid, und lässt diese im Einzelfall und aus altruistischen Motiven heraus gewährte Hilfe straffrei.“

PRESSEMITTEILUNG

Professor Dr. Eberhard Klaschik mit dem Deutsche Krebshilfe Preis ausgezeichnet - Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin gratuliert ihrem langjährigen Präsidenten herzlich!

KlaschikFür seine großen Verdienste in der Palliativmedizin wird der Arzt Professor Dr. Eberhard Klaschik heute, am 12. April 2019, mit dem Deutsche Krebshilfe Preis 2018 ausgezeichnet. Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Stiftung Deutsche Krebshilfe, überreicht die hochrangige Auszeichnung im Rahmen eines Festaktes im Alten Rathaus in Bonn. Der Deutsche Krebshilfe Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, welche Herrn Prof. Dr. Klaschik von Anbeginn an, aber insbesondere während seiner Präsidentschaft von 1998 - 2006, viel zu verdanken hat, gratuliert ebenfalls sehr herzlich.

In der Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe heißt es: „Die Deutsche Krebshilfe zeichnet heute einen Mediziner aus, der sich zeit seines beruflichen Lebens mit großem Engagement dafür eingesetzt hat, schwerstkranken Menschen, deren Krebserkrankung nicht mehr heilbar ist, eine bessere Lebensqualität sowie eine schmerzfreie und würdevolle letzte Lebensphase zu ermöglichen“, sagt Pleitgen. Professor Dr. Eberhard Klaschik werde für seinen maßgeblichen Einsatz und seine Verdienste beim Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen sowie für sein wegweisendes Engagement zur strategischen Weiterentwicklung der Palliativmedizin in Deutschland geehrt. Mit der Verleihung des Deutsche Krebshilfe Preises an einen herausragenden Palliativmediziner bringe die Stiftung auch den hohen Stellenwert der Palliativmedizin im Rahmen einer ganzheitlichen Versorgung krebskranker Menschen und ihrer Angehörigen zum Ausdruck.

„Die Entwicklung der Palliativmedizin in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte, und dazu hat Professor Klaschik maßgeblich beigetragen. Er war von der Idee der Palliativmedizin absolut überzeugt und konnte andere überzeugen und begeistern. Er wollte Neues bewirken“, so Professor Dr. Friedemann Nauck, Direktor der Klinik für Palliativmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen und Inhaber des Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Georg-August-Universität Göttingen, in seiner Laudatio auf den Preisträger.

Bereits in den Anfängen der Entwicklung der Palliativmedizin in Deutschland zu Beginn der 1980er Jahre leistete Professor Klaschik Pionierarbeit. So hat er mitgewirkt bei der Errichtung der bundesweit ersten Palliativstation am Universitätsklinikum Köln.

1984 wurde Professor Klaschik Chefarzt der Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin, Palliativmedizin und Schmerztherapie am Malteser-Krankenhaus in Bonn. Hier baute er ab 1990 mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe eines der bedeutendsten Zentren für Palliativmedizin in Deutschland auf mit einem ambulanten palliativmedizinischen Dienst, einer Akademie für Fort- und Weiterbildung und einer Trauerberatungsstelle.

Auch die Weitergabe von Erfahrung und Expertenwissen sowie die Vernetzung fachlicher Expertise lagen Professor Klaschik sehr am Herzen. So gründete er 1994 die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin mit, deren Wirken er zunächst als Sekretär und später als Präsident viele Jahre mitgestaltete. 1999 erhielt er die erste Professur für Palliativmedizin am Universitätsklinikum Bonn. Als Sachverständiger der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages engagierte er sich zudem auf dem Gebiet Ethik und Recht der modernen Medizin.

„Als 1983 die Kölner Palliativstation mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe errichtet wurde, war sowohl in der Ärzteschaft als auch in der Gesellschaft der Begriff Palliativmedizin ein Fremdwort. Heute ist palliativmedizinische Versorgung ein unverzichtbarer Teil unseres Gesundheitssystems“, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, anlässlich der Preisverleihung. „Ich freue mich außerordentlich, dass heute ein Experte für seine Verdienste auf einem ganz wichtigen medizinischen Gebiet ausgezeichnet wird, das wir vor vielen Jahren in Deutschland angestoßen haben.“

Mit der Verleihung des Deutsche Krebshilfe Preises kommt die Organisation dem letzten Wunsch von Dr. Wilhelm Hoffmann nach: Er hinterließ der Deutschen Krebshilfe im Jahr 1996 eine namhafte Erbschaft verbunden mit der Auflage, den Erlös zinsbringend anzulegen und aus den Erträgen einen jährlichen Preis für herausragende Arbeiten in der Onkologie zu vergeben.

Bundesfamilienministerin zeichnet 95 junge Ehrenamtliche für ihr Engagement in der Hospizarbeit aus - Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin unterstützt diese Initiative

Giffey startet gemeinsame Initiative mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband und der Bundesärztekammer

Das Bild zeigt Dr. Franziska Giffey bei der Verleihung der UrkundenBundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey bei der Verleihung der Urkunden an drei junge Ehrenamtliche: Kathleen Stichling, Jakob Kamin, Taylan Zimmermann (v.l.n.r.) © Thomas Trutschel/phototek.net

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat heute 95 jungen Ehrenamtlichen die ersten „Anerkennungsurkunden“ für ihr Engagement in der Hospizarbeit überreicht. Mit der Urkunde soll das Engagement gewürdigt und gleichzeitig eine Möglichkeit geschaffen werden, die erworbenen Kompetenzen und das Engagement im weiteren Leben nachzuweisen.

ehrenamtliche radbruchProf. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (rechts), nach Urkundenverleihung im Gespräch mit einer jungen Ehrenamtlichen. © Thomas Trutschel/phototek.netBundesfamilienministerin Giffey: „Die 95 jungen Menschen, die heute als erste ihre „Anerkennungsurkunde“ bekommen, haben Großartiges geleistet. Mit der Urkunde wollen wir das Engagement würdigen und die Kompetenzen auch für das künftige Leben nachweisbar machen – z.B. bei Bewerbungen für eine Ausbildung, für einen Studienplatz oder für einen Job. Ich freue mich, gemeinsam mit dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V., der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. und der Bundesärztekammer, die Qualifizierungs-Urkunde für die Hospiz-Arbeit ins Leben zu rufen und erstmals zu übergeben. Wir machen heute einen Schritt, das Ehrenamt junger Menschen besser anzuerkennen. Wer sich engagiert soll auch im weiteren Leben davon profitieren können.“

Erstmals wurden 95 "Anerkennungsurkunden" an junge Ehrenamtliche vergeben

DDas Bild zeigt Dr. Franziska Giffey mit den EhrenamtlichenBundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey (Mitte), hinter ihr v.l.n.r. Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des DHPV, Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, und Dr. Josef Mischo, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer,  gemeinsam mit den 95 jungen Ehrenamtlichen und ihren "Anerkennungsurkunden" © Thomas Trutschel/phototek.netie 95 jungen Ehrenamtlichen haben alle eine qualifizierte Vorbereitung für den Hospizdienst abgeschlossen und damit nachweisbare Qualifikationen erworben. Die „Anerkennungsurkunde“ wird heute erstmals vergeben durch die Bundesfamilienministerin und die Träger der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, den Deutschen Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV), die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP) und die Bundesärztekammer (BÄK). Nun beginnt die gemeinsame Arbeit, um die Anerkennung des Ehrenamtes in der Hospizarbeit weiter zu verbessern. Dazu wurden konkrete Gespräche zwischen dem Bundesfamilienministerium und den Trägern begonnen.

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands e.V. sagte in seinem Grußwort: „Hospizarbeit ist auch in Zukunft ohne Ehrenamt nicht möglich. Die heutige Auszeichnung für diese jungen Menschen ist ein starkes Signal auf dem Weg hin zu einem ‚neuen‘, d.h. bunteren, vielfältigeren und flexibleren Ehrenamt – ein Wandel, der dringend voran gebracht werden muss“.

"Die Begleitung des Sterbeprozesses insbesondere von alten schwerkranken Menschen erlangt in unserer Gesellschaft des langen Lebens eine immer größere Bedeutung. Die Ehrenamtlichen der Hospiz- und Palliativarbeit  bringen den Alltag zu den Menschen, indem sie sich Zeit nehmen für Gespräche und zum Zuhören“, so Dr. Josef Mischo, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer. „Sie stehen den Menschen mit Kompetenz und Empathie stützend zur Seite".

DGP-Präsident: Ehrenamtliches Engagement bietet besondere Chance, den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben und Tod zu verändern

Im Vertrauen und auf Augenhöhe sprechen schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen mit ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern über viele Dinge des Lebens und des Sterbens, was diese besondere Zeit in der gewohnten Umgebung, sehr erleichtern kann, bestätigte Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. „Das ehrenamtliche Engagement in der Hospiz- und Palliativversorgung ist nicht nur wesentlicher Bestandteil und wertvolle Ergänzung der multiprofessionellen Betreuung und Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden, sondern bietet auch eine besondere Chance, den Umgang mit schwerer Krankheit, Sterben und Tod in unserer Gesellschaft zu verändern.“

Für die Versorgung und Begleitung am Lebensende sind die Ehrenamtlichen häufig von großer Bedeutung. Sie arbeiten in enger Kooperation mit den Hausärztinnen und Hausärzten, in den ambulanten Diensten genau wie in den Hospizen. Diese Kooperation trägt dazu bei, dass sich Menschen in ihrer letzten Lebensphase gut versorgt wissen.

Öffentlichkeit stärker zu den Themen Sterben, Tod und Trauer informieren

Bei der Ehrung hat Bundesfamilienministerin Giffey auch die Broschüre „Letzte Wege – Wenn das Leben Abschied nimmt“ vorgestellt. Das Magazin ist eine Maßnahme, die Öffentlichkeit stärker zu den Themen Sterben, Tod und Trauer zu informieren. Dies sieht die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland in einem ihrer fünf Leitsätze vor. Das BMFSFJ will mit dem Magazin dazu anregen, sich frühzeitig mit dem Thema Sterben auseinanderzusetzen, sich über die Angebote der Hospizarbeit und Palliativversorgung zu informieren und zu erfahren, wie man sich in der Hospizarbeit engagieren kann. Das Magazin wird mit einem Schreiben der Ministerin an 22.000 Hausärztinnen und -ärzte sowie weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren versandt. Interessierte können das Magazin über den Publikationsversand der Bundesregierung kostenfrei bestellen.

www.bmfsfj.de/begleitung-am-lebensende

 

 

DGP & EAPC freuen sich auf spannende Tage vom 22. bis 25. Mai 2019 in Berlin!

vier gute gründe maiEine Reise nach Berlin lohnt sich immer, aber aus Sicht der DGP & der EAPC in diesem Jahr besonders vom 22. bis zum 25. Mai!

22. Mai 2019:
Mitgliedertag der DGP - Seien Sie Teil des Dialogs!

ANMELDUNG

22. Mai 2019:
Abendveranstaltung "25 Jahre DGP" mit der Berliner Live-Band "Echte Ärzte"

23. Mai - 25.Mai 2019:
16. Weltkongress der European Association for Palliative Care (EAPC)
"Global palliative care - shaping the future"!

REGISTRIERUNG

25. Mai 2019:
Internationales Symposium "Das Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung"

ANMELDUNG

Das sollten Sie nicht verpassen!

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und Deutsche Gesellschaft für Geriatrie etablieren gemeinsame Arbeitsgruppe „Geriatrie und Palliativmedizin“

Gemeinsamer Einsatz für Hochaltrige: Die  Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) haben eine fachgesellschaftsübergreifende Arbeitsgruppe „GERIATRIE UND PALLIATIVMEDIZIN“ etabliert. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, durch Wissens- und Kompetenztransfer zwischen den Fachgesellschaften die Lebensqualität, Würde und Selbstbestimmung in der palliativmedizinischen Versorgung von geriatrischen Patienten in allen ambulanten und stationären Versorgungsbereichen zu verbessern.

Darüber hinaus betonen beide Fachgesellschaften, dass es aufgrund der Schnittmengen der Fachrichtungen Geriatrie und Palliativmedizin überaus sinnvoll erscheint, die Zusammenarbeit dieser Fächer zu fördern. Beide Fachgesellschaften sehen die Versorgung dieser Patienten als ihre Aufgabe an, die mit den multiprofessionellen Angeboten der Geriatrie und Palliativmedizin ausreichend erfasst werden, und lehnen die Einführung neuer Spezial- oder Teilbereiche ab, wie zum Beispiel die „palliative Geriatrie“.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels nimmt das Lebensalter und damit auch der Anteil der alten Menschen an den Verstorbenen in Deutschland immer weiter zu. Schon jetzt sind zwei Drittel der verstorbenen Frauen in Deutschland 80 Jahre und älter. Dabei steigt mit zunehmendem Alter die Komplexität von Multimorbidität und psychosozialer Probleme. Die Versorgung dieser vulnerablen Patienten stellt eine enorme Herausforderung dar. Im letzten Lebensabschnitt alter Menschen kommt es zur Überlagerung von funktionellen Beeinträchtigungen mit gleichzeitiger Zunahme von Symptomlast. Daraus kann sowohl ein geriatrischer als auch ein palliativmedizinischer Behandlungsbedarf entstehen.

Palliativmedizinische Versorgungsformen in geriatrischen Kliniken erfassen

In der Zusammenarbeit von Palliativversorgung und Geriatrie können die Kompetenzen aus beiden Feldern gebündelt werden. Grundsätzlich sehen die DGG und die DGP ein Spektrum an Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Alte Menschen mit belastenden körperlichen Symptomen oder psychischen, sozialen oder spirituellen Problemen können in den Einrichtungen der Palliativversorgung wie in geriatrischen Einrichtungen versorgt werden. Die Behandlungsführung kann in der Geriatrie oder der Palliativversorgung verankert sein oder geteilt werden. Aktuell planen die AG-Mitglieder aus Reihen der DGG und DGP eine Erfassung der verschiedenen Versorgungsformen in Deutschland. Ein Ziel der AG ist, zukünftig vermehrt wissenschaftliche Fragestellungen an der Schnittstelle von Geriatrie und Palliativmedizin zu bearbeiten. Die AG will dadurch den palliativmedizinischen Versorgungsbedarf in der Geriatrie genauer identifizieren.

Sprecher der Arbeitsgruppe:

Priv.-Doz. Dr. med. Mathias Pfisterer, Klinik für Geriatrische Medizin und Zentrum für Palliativmedizin am AGAPLESION ELISABETHENSTIFT gGmbH Darmstadt.

Dr. med. Gernot Heusinger von Waldegg, Klinik für Geriatrie und Klinik für Palliativmedizin im Klinikum Pfeiffersche Stiftungen Magdeburg.

Internationale Highlights bei Symposium Ehrenamt am 25. Mai in Berlin: M. R. Rajagopal spricht über "Sorgende Gemeinschaften in Kerala, Indien" und Fatia Kiyange zum "Ehrenamt in Afrika"

ehrenamt titel 3Seit heute online: Das "druckfrische" PROGRAMM für das internationale Symposium zum Thema "Ehrenamtliches Engagement in der Hospiz- und Palliativversorgung" am Samstag, 25. Mai, in Berlin! Die Teilnahme ist dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) kostenfrei, das ganztägige Programm wird simultan in Englisch und Deutsch übersetzt. Eine ANMELDUNG ist erforderlich.

„Wie sich das Ehrenamt verändert: Herausforderungen und Chancen 2030“ – freuen Sie sich auf den Austausch von Referent*innen aus Serbien, Spanien, Polen, Frankreich, Österreich, Großbritannien, Irland, Belgien, Ungarn, Italien, Deutschland und den Niederlanden.

Die European Association for Palliative Care (EAPC) nimmt die Gelegenheit im Anschluss an ihren WELTKONGRESS vom 23. bis 25. Mai in Berlin gern wahr, um Bedeutung und zukünftige Perspektiven des Ehrenamtes auf nationaler und internationaler Ebene zu unterstreichen, wie EAPC-Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Ostgathe betont.

Der EAPC-Atlas der Palliativversorgung in Europa 2019 wird unter dem Blickwinkel Ehrenamt ebenso vorgestellt wie die EAPC-Charta „Voice of Volunteering“. Veranstalter sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband, der Dachverband Hospiz Österreich und die EAPC Task Force on Volunteering in Hospice and Palliative Care in Europe.

Das Symposium beginnt mit zwei internationalen Highlights: Zum Auftakt sprechen Dr. M.R. Rajagopal aus Indien über „Sorgende Gemeinschaften in Kerala“ und Fatia Kiyange aus Uganda über das „Ehrenamt in Afrika“. Die Brücke zum „Ehrenamt in Deutschland“ wird anschließend Anja Schneider mit der Vorstellung eines aktuellen DHPV-Forschungsprojektes herstellen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen jedoch insbesondere die Ehrenamtlichen selbst, die nicht nur aus verschiedenen Ländern berichten, sondern auch ausführlich Gelegenheit zum Austausch im Rahmen eines World-Cafés haben werden.

Ehrenamtliche, Koordinator*innen, Supervisor*innen, Manager*innen von Hospizorganisationen, Forscher*innen sowie weitere Interessierte seien herzlich eingeladen.

PROGRAMM
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Bewerbungsfrist für Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“ bis zum 30. April verlängert

Berlin/Aachen, März 2019. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) verleiht in diesem Jahr zum zwölften Mal den mit 10.000 € dotierten „Anerkennungs- und Förderpreis für Ambulante Palliativversorgung“. Stifter ist die Grünenthal GmbH. Anträge für den Preis können noch bis zum 30. April 2019 beim Präsidenten der DGP eingereicht werden.

Die Ausschreibung richtet sich an Personen, Gruppierungen oder Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Qualitätsentwicklung der ambulanten Palliativversorgung verdient gemacht haben. Anerkennungs- und Förderpreis bedeutet, dass bereits geleistetes Engagement anerkannt und gleichzeitig eine zukünftige Weiterführung gefördert wird.

Die eingereichten Projekte sollten einen wesentlichen Beitrag zur ambulanten Palliativversorgung darstellen und über den eigenen Bereich hinaus wirken. Der entsprechende Nachweis muss durch Forschungs- und Projektbeschreibungen, Fachgutachten bzw. entsprechende Publikationen erfolgen. Arbeiten können von allen in der Palliativmedizin tätigen Berufsgruppen eingereicht werden.

Anträge für den Preis gehen an den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Aachener Str. 5, 10713 Berlin, E-Mail: dgp@dgpalliativmedizin.de. Der Eingang wird den Bewerbern innerhalb von vier Wochen bestätigt. Telefonisch ist die DGP-Geschäftsstelle zu erreichen unter 030 - 30 10 1000.

Die prämierten Arbeiten werden im Rahmen des Festaktes anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin am 12. September 2019 in Berlin vorgestellt. Ein Bericht über die Arbeiten ist für die Zeitschrift für Palliativmedizin vorgesehen. Die Statuten des Förderpreises und weitere Informationen sind über die Website der DGP abrufbar:

http://www.dgpalliativmedizin.de/foerderpreise-der-dgp/anerkennungs-und-foerderpreis-der-dgp-fuer-ambulante-palliativversorgung-stifter-gruenenthal-gmbh.html

PRESSEMITTEILUNG

DGP verlängert Einreichfrist: Arbeiten für Förderpreis für Palliativmedizin bitte bis 30. April einsenden

Zur Förderung der klinischen Wissenschaft verleiht die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin seit 1999 jedes Jahr den "Förderpreis für Palliativmedizin". Stifter des Preises war 20 Jahre lang die Firma Mundipharma GmbH, die sich ab 2019 aus dieser Förderung zurückziehen musste. Die DGP bedankt sich besonders herzlich bei Frau Dr. Ingrid Spohr, Leiterin Medizin, welche diesen Preis kontinuierlich mit viel Engagement unterstützt und begleitet hat.

In Anbetracht der wissenschaftlichen Bedeutung dieses Preises hat sich der Vorstand der DGP entschlossen, den Preis nicht nur weiter auszuschreiben, sondern das Preisgeld für 2019 – in Höhe von insgesamt 6.000 Euro – selbst zu stiften. Der Förderpreis für Palliativmedizin wird vergeben an Personen und Institutionen, die sich durch ihre Tätigkeit um die Weiterentwicklung der Palliativmedizin verdient gemacht haben. Anträge für den Preis können bis zum 30. April 2019 beim Präsidenten der DGP eingereicht werden.

FÖRDERPREIS FÜR PALLIATIVMEDIZIN

DGP plädiert für Erleichterungen in der Verordnung von medizinischem Cannabis für schwerstkranke Menschen – Forschung muss ausgebaut werden

Berlin, 20.03.2019. Der Zugang zu medizinischem Cannabis sollte schwerstkranken Menschen nicht unnötig erschwert werden, deshalb sei der im Sozialgesetzbuch im März 2017 festgeschriebene Genehmigungsvorbehalt der Krankenkassen abzuschaffen. Dies wird im Rahmen der heutigen öffentlichen Anhörung zu medizinischem Cannabis im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages gefordert. Den Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden für Patienten in der Palliativversorgung unterstützt auch die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Cannabis hilft aber nur einigen wenigen Patienten und ist kein genereller Ersatz für andere Medikamente wie zum Beispiel Opioide.“, so Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP.

Mit dem Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften wurde im März 2017 die gesetzliche Grundlage für die Verordnung von Cannabis als Medizin geschaffen. Schwerstkranke Patientinnen und Patienten – Radbruch nennt z.B. Patientinnen mit spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose oder Patienten mit Übelkeit unter einer Chemotherapie – haben nach ärztlicher Indikationsstellung die Möglichkeit, Cannabis zu therapeutischen Zwecken in standardisierter Qualität zu erhalten.

DGP PRESSEMITTEILUNG

Für gesetzlich Versicherte wurde die Erstattungsfähigkeit in der gesetzlichen Krankenversicherung geschaffen. In § 31 Absatz 6 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) ist für die erste Verordnung von medizinischem Cannabis, die ein Patient oder eine Patientin durch eine Ärztin oder einen Arzt erhält, eine Genehmigung der Krankenkassen vorgesehen.

Diesen Genehmigungsvorbehalt aus dem SGB V zu streichen, ist das Anliegen der Anträge der Fraktionen DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, in letzterem heißt es: Der Genehmigungsvorbehalt „kann dazu führen, dass die Linderung der Beschwerden von Patientinnen und Patienten hinausgezögert oder gänzlich verhindert wird. Patientinnen und Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung haben Anspruch auf die Versorgung mit Cannabis, wenn eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung nicht zur Verfügung steht oder eine solche Leistung nach Einschätzung der Ärztin oder des Arztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und des Krankheitszustands nicht zur Anwendung kommen kann.“

Die DGP weist darauf hin, dass Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabis insbesondere im Vergleich zu anderen Behandlungsverfahren fehlen und deshalb dringend Geld für mehr Forschung benötigt wird, um den Stellenwert von Cannabis in der Behandlung von Schwerstkranken bewerten und sicherstellen zu können, damit Cannabis bei den Patientinnen eingesetzt wird, denen es wirklich hilft.

Die Genehmigungspflicht bezieht sich aber nur auf die Übernahme der Behandlungskosten durch die Krankenkasse. Die Erteilung der Genehmigung wiederum schützt den Arzt/die Ärztin vor nachträglichen Überprüfungen, wie sie sonst von den Krankenkassen für andere Behandlungen immer wieder durchgeführt werden, und kann durch die Zusicherung der Kostenübernahme deshalb sogar einen Vorteil für den Arzt oder die Ärztin bieten.

Weiter betonen die Antragsteller: „Ärztinnen und Ärzten wird die Therapie ihrer Patientinnen und Patienten erheblich erschwert. Die Möglichkeit, eine passgenaue Medikation durch das Ausprobieren verschiedener Cannabissorten in niedriger Dosierung zu finden, wird quasi verhindert, da nach Auskunft von Betroffenen für jede neue Erstverordnung ein weiteres Genehmigungsverfahren durchlaufen werden muss. Dabei entsteht für Patientinnen und Patienten eine wochenlange Unsicherheit, oft verbunden mit einer unzumutbaren Verlängerung der zu behandelnden Symptome.“

Auch nach Einschätzung der DGP ist eine solche erneute Genehmigung bei einem Wechsel des Präparats abzulehnen. Die DGP begrüßt deshalb, dass mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV), das in diesem Jahr in Kraft treten soll, diese Neubeantragung abgeschafft werden soll.

ÖFFENTLICHE ANHÖRUNG AUSSCHUSS FÜR GESUNDHEIT 20.3.19

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