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Wissenschaftliche Arbeitstage der DGP am 13./14. März 2020 in Göttingen: Programm, Anmeldung & Abstracteinreichung!

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat heute das Programm für ihre 7. Wissenschaftlichen Arbeitstage (WAT) veröffentlicht, zu denen die AG Forschung der DGP und das Palliativzentrum der Universitätsmedizin Göttingen am 13. und 14. März 2020 herzlich nach Göttingen einladen. Ab sofort können sich Interessierte zu dem spannenden Austausch unter dem Titel „Gemeinsam forschen in der Palliativversorgung – Qualität und Methodik als Herausforderungen" anmelden. Das Programm wird zu einem erheblichen Teil durch die Präsentation und Diskussion eingereichter Abstracts gestaltet, die Einreichung von Abstracts ist noch bis Ende November möglich.

Teilnehmer/innen unterschiedlicher Berufsgruppen und Disziplinen haben Mitte März in Göttingen die Chance, in verschiedenen Formaten Erkenntnisse für das eigene wissenschaftliche Arbeiten zu gewinnen und diese mit Experten zu diskutieren. Die WAT werden den Fragen nachgehen, welche Methodik für welche wissenschaftliche Fragestellung geeignet ist und wie die dahinterliegende Qualität der Forschung gewährleistet werden kann.

Die WAT möchten dem wissenschaftlichen Nachwuchs in der Palliativversorgung die Möglichkeit bieten, sich mit erfahrenen WissenschaftlerInnen zu Theorie, Grundlagen und Qualität wissenschaftlicher Forschung in der praktischen Umsetzung auseinanderzusetzen. Denn „Gemeinsam forschen“ bedeutet für das wissenschaftliche Komitee nicht nur Multiprofessionalität, sondern auch generationenübergreifendes Arbeiten, um gemeinsam die Forschung in der Palliativversorgung weiter zu entwickeln.

Das Vorbereitungsteam freut sich auf zahlreiche Abstracts und Anmeldungen!

PROGRAMM

ANMELDUNG

ABSTRACTEINREICHUNG

WISSENSCHAFTLICHE ARBEITSTAGE 2020

Heute veröffentlicht: Vorprogramm zum 13. Kongress der DGP "Kontroversen am Lebenende?! Respektvolle Streitkultur im Angesicht des Todes" 2020 in Wiesbaden

Rattelschneck© RattelschneckAb sofort ist die Anmeldung freigeschaltet zum 13. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin vom 9. bis 12. September 2020 in Wiesbaden! Das Vorprogramm wurde heute veröffentlicht und das Thema „Kontroversen am Lebensende?! Respektvolle Streitkultur im Angesicht des Todes“ lässt Spannendes erwarten.

„Lassen Sie uns bestehende Meinungsverschiedenheiten und Differenzen zu Fragen der Palliativmedizin und Palliativversorgung in Form einer respektvollen wissenschaftlichen Streitkultur klar als Kontroversen ansprechen und konstruktiv diskutieren!“ – so lädt das Kongresspräsidium Dr. Bernd-Oliver Maier, Michaela Hach und Dr. Kurt W. Schmidt zum Auftakt ein: „Das berührt Fragen der Ökonomie genauso wie die Frage der Positionierung im ethischen Spannungsfeld der Selbstbestimmung und Suizidassistenz, betrifft den Wettstreit konkurrierender Versorgungskonzepte, den Stellenwert medizinischer Fortschrittsentwicklung und das Mit-, Neben- oder Gegeneinander von ehrenamtlicher Hospiz- und Palliativkultur und hauptberuflicher Palliativversorgung.

Wir freuen uns auf Zwischentöne, Einwürfe und Meinungen von Menschen aus allen Bereichen der Hospiz- und Palliativversorgung und auch jenseits der medizinischen und pflegerischen Fachdenke und des palliativen Selbstverständnisses. So wird uns z.B. Rattelschneck als fester Bestandteil des Kongressprogramms dabei helfen, unsere eigenen Denkmodelle neu wahrzunehmen, zu hinterfragen und unsere Möglichkeiten und Grenzen neu zu überdenken.

Reibung erzeugt Energie − diese Energie wollen wir mit Ihnen freisetzen und konstruktiv nutzen. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam zu erkennen, wie wir das Fachgebiet Palliativmedizin lebendig weiterentwickeln können, um mit Freude, Selbstbewusstsein, Kompetenz und Kreativität die Palliativversorgung der Zukunft jetzt und heute auf den Weg zu bringen.“

13. KONGRESS der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin
9.-12. SEPT 2020, RheinMain CongressCenter, WIESBADEN

Das Vorprogramm wurde heute veröffentlicht:
https://www.dgp2020.de/docs/DGP_Vorprogramm_2020.pdf

Melden Sie sich ab sofort an, um vor Ort dabei zu sein und mitzudiskutieren!      
https://www.dgp2020.de/registrierung.html

Hier geht es zur Abstracteinreichung:
https://www.dgp2020.de/abstracts.html

Kongresswebsite:
https://www.dgp2020.de/

DGP unterstützt Neuauflage des Buches „Opa wird bald sterben“

buch paliativ neu buttonMit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist die Neuauflage der Publikation „Opa wird bald sterben“ erschienen. Das Buch folgt den ersten beiden Leitsätzen der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“, denen zufolge nicht nur dem schwer kranken Menschen, sondern auch den Angehörigen und Nahestehenden Hilfe zusteht, um mit dieser oft komplexen und schwierigen Lebenssituation ihren Umgang zu finden. Kinder als An- oder Zugehörige bedürfen dabei einer umsichtigen Aufmerksamkeit.

Auch für Kinder gehören Krankheit und Sterben zum Leben dazu. Ist ein Familienmitglied schwer erkrankt und wird nicht mehr gesund, stellt dies eine besondere Belastungssituation für die Familie dar. Kinder spüren die Veränderung und sie macht ihnen Angst. Häufig besteht die Unsicherheit, was man Kindern zumuten und wie man Kinder auf das Sterben eines geliebten Menschen vorbereiten kann.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin wurde aktuell die Neuauflage des zweiteiligen farbig illustrierten Kinderbuches „Opa wird bald sterben“ herausgebracht. Das Thema Palliativpflege in der Familie ist behutsam auf 38 Seiten aufbereitet.

Eine Vorlesegeschichte im ersten Teil richtet sich an Kinder im späten Kindergarten- und frühen Grundschulalter. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen die Geschwister Ben und Julia, deren Opa Krebs hat und öfter ins Krankenhaus muss. Der Ratgeber geht sensibel auf diese Situation ein, beschreibt kindgerecht, was eine palliative Behandlung bedeutet, und erklärt, wie Familien mit dieser schwierigen Situation zurechtkommen können.

Im zweiten Teil erklärt der Elternratgeber die Gefühlswelt der Kinder und gibt den Erwachsenen konkrete Verhaltenstipps. Eltern erhalten Hilfestellung, wenn es darum geht, Kinderfragen zu beantworten und das Gleichgewicht zwischen Distanz und Nähe zu finden. Das Buch zeigt, wie wichtig Abschiedsrituale für die ganze Familie sind.

Das Buch kann unter: https://mzfk.net/erklaer-und-vorlesebuecher/ bestellt werden. Gerne wird Ihre Bestellung auch unter: 069 156896-0 oder info@mzfk.de entgegengenommen.

Hrsg: Mehr Zeit für Kinder e.V., 2019. Preis: 12,80 € zzgl. Versandkosten, 38 Seiten, Hardcover, gebunden, farbig illustriert. Kooperationspartner: Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). DGP-Mitglieder erhalten ab einer Bestellung von fünf Büchern einen Rabatt von 40%.

Appell zum verantwortungsvollen Umgang mit Medizinalcannabis und cannabisbasierte Arzneimittel

Medizinische Fachgesellschaften und Fachverbände warnen vor einem unkritischen Einsatz von Cannabis. Auch wenn die Behandlung mit cannabisbasierten Arzneimitteln oder Medizinalhanf bei einzelnen Indikationen sinnvoll ist, betrachtet eine Reihe von Fachgesellschaften und Fachverbänden die Entwicklung seit Verabschiedung des Gesetzes zur „Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ vom März 2017 mit Sorge. Seither können Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen Cannabisblüten, den sogenannten Medizinalhanf, wie auch cannabisbasierte Arzneimittel verschreiben.

„Durch dieses Gesetz ist Deutschland das einzige Land in Europa, in dem die erstattungsfähige Verschreibung von Medizinalcannabis und cannabisbasierten Arzneimitteln nicht auf spezielle Indikationen (wie chronische therapierefraktäre Schmerzen) beschränkt wurde.“ heißt es in einem Appell an Ärzteschaft, Politik, Krankenkassen und Redaktionen, in dem die deutschen Gesellschaften für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie, Neurologie, Palliativmedizin, Schmerzmedizin und Suchtmedizin für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medizinalcannabis und cannabisbasierten Arzneimitteln plädieren.

Appell zum verantwortungsvollen Umgang mit Medizinalcannabis und cannabisbasierten Arzneimitteln:
https://rdcu.be/bUAE1

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin positioniert sich erstmals zum „Sterbefasten“: Achtung des Patientenwillens hört nicht beim freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken auf

Expertengremium: FVET ist nicht als Suizid zu bewerten - Medizinische Begleitung des FVET stellt keine strafbare Handlung dar – Entschluss aus freiem Willen ist zu respektieren – Aufklärung zu Folgesymptomen und Behandlung wichtig – Herausforderung und Belastung für An- und Zugehörige und für Team

„Wenn ein schwerstkranker Mensch aus freiem Entschluss nicht mehr essen und trinken will, um sein Sterben zu beschleunigen, dann ist das zu respektieren.“ betont Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Es sei keine strafbare Handlung, die selbstbestimmte Entscheidung eines unerträglich leidenden Palliativpatienten medizinisch zu begleiten, heißt es in einem aktuellen Positionspapier des Vorstandes der Fachgesellschaft gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten. Vielmehr würde es den Straftatbestand der Körperverletzung erfüllen, einen Menschen gegen seinen Willen zu ernähren.

Dennoch kann die Begleitung eines Entschlusses zum „Sterbefasten“ bzw. freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken (FVET) „komplexe und herausfordernde Probleme im Umgang mit dem schwerstkranken Menschen, seinen Angehörigen oder auch dem Team der Hospiz- und Palliativversorgung zur Folge haben.“ erläutert DGP-Vizepräsident Dr. Bernd-Oliver Maier, Chefarzt für Interdisziplinäre Onkologie und Palliativmedizin. Die Entscheidung ist für die unmittelbar Beteiligten oft sehr schwer auszuhalten, deshalb sollten neben dem Betroffenen die An- und Zugehörigen wie auch das Behandlungsteam während der Begleitung im Gespräch gehalten und umfassend unterstützt werden. Wesentlich sei, auf Anfrage Informationen zum FVET, zum zeitlichen Verlauf, zu möglichen Folgesymptomen, Komplikationen und deren Behandlungsoptionen zur Verfügung zu stellen – ohne Einfluss auf die Entscheidung nehmen zu wollen, welche ausschließlich der Patient trifft.

Das im Deutschen Ärzteblatt erstveröffentlichte Positionspapier befasst sich ausschließlich mit der freiwilligen Entscheidung von Patienten mit lebensbedrohlichen oder lebenslimitierenden Erkrankungen, welche auf diese Weise den Sterbeprozess einleiten wollen. Einige verzichten auf Nahrung, andere zusätzlich komplett auf Flüssigkeit, manche nehmen noch geringe Trinkmengen zu sich – auch über Art und Umfang des Verzichts entscheidet allein die Patientin oder der Patient.

FVET ist kein neues Phänomen und begegnet insbesondere Begleitern in stationären Pflegeeinrichtungen häufig. Vor allem die Diskussion um Sterbehilfe hat auch dazu geführt, dass um die Bewertung von FVET gerungen wurde. Das DGP-Positionspapier kommt zu dem Schluss: „Freiwilliger Verzicht auf Essen und Trinken ist nicht als Suizid zu bewerten.“

Wesentlich ist die Klärung, ob und in welchem Umfang weiterhin Essen und Trinken angeboten werden sollen, um den Betroffenen die Möglichkeit zu geben, ihren Entschluss jederzeit revidieren zu können. Fallkonferenzen oder ethische Fallbesprechungen können für eine sensible und reflektierte Kommunikation z.B. bei Unsicherheiten bzgl des Fortsetzens des FVET oder zum weiteren Vorgehen im Team sinnvoll sein. Die kürzlich erschienene „Erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ gibt Empfehlungen zu Medikamenten und anderen Maßnahmen zur Symptomkontrolle am Lebensende in Abwägung von Indikation, Nutzen und Belastung.

„Ein lebensbedrohlich erkrankter Mensch, der auf Essen und Trinken verzichtet, um das Sterben zu beschleunigen, sucht in der Regel nach einem Ausweg aus einer Situation, in der er Angst vor Leiden und vor dem Verlust seiner Würde und Autonomie hat.“ betont DGP-Vizepräsident Urs Münch, Psychologischer Psychotherapeut und Psychoonkologe: „Als Gesellschaft sollten wir Rahmenbedingungen für alle zugänglich machen, damit Leid gelindert, Autonomie gewährt und Menschen in Würde sterben können. Die Charta zur Betreuung von schwerst kranken und sterbenden Menschen ist der Auftrag an die gesamte Gesellschaft, diese Bedingungen zu schaffen und zu kommunizieren.“

Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zum freiwilligen Verzicht auf Essen und Trinken, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Oktober 2019

Erweiterte S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung, Langversion 2.0, August 2019, Leitlinienprogramm Onkologie

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Deutscher Hospiz- und PalliativVerband, Bundesärztekammer (Träger und Hrsg.)

Richter-Kuhlmann, Eva: Thema Ärztliche Sterbebegleitung, Kontroverse Sterbefasten, Deutsches Ärzteblatt, Jg. 116, Heft 41, 11. Oktober 2019

Radbruch, Lukas, Münch, Urs, Maier, Bernd-Oliver: Thema Palliativmedizin: Umgang mit Sterbewünschen, Deutsches Ärzteblatt, Jg. 116, Heft 41, 11. Oktober 2019

DGP PRESSEMITTEILUNG 16.10.2019

DGP zum Schiedsverfahren in Bayern zu den Voraussetzungen der Abrechnung der Leistungen Nr. 24a der HKP-Richtlinie

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat eine Stellungnahme „zum Schiedsverfahren in Bayern nach § 132a SGB V vom 18.7.2019 zu den Voraussetzungen für die Abrechnung der Leistungen Nr. 24a der HKP-RL Symptomkontrolle bei Palliativpatientinnen oder -patienten“ veröffentlicht.

Darin bekräftigt die DGP ihre erheblichen Bedenken, dass durch fehlende palliativpflegerische Qualifikation die Palliativversorgung, insbesondere die Leistung 24a der HKP-RL, nicht in der Intention des Gesetzgebers weiterentwickelt wird.

DGP STELLUNGNAHME

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin nimmt Stellung zum Entlassmanagement

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin hat heute eine Stellungnahme zum Entlassmanagement veröffentlicht, in welcher sie schreibt: "Das Entlassmanagement ist durch das Inkrafttreten des Rahmenvertrags seit dem 01. Oktober 2017 verbindlich umzusetzen. Die Möglichkeit, bei Entlassung von Station dem Patienten Rezepte auszustellen, ist zu begrüßen! Damit kann die Versorgungslücke beim Übergang in den ambulanten Bereich geschlossen werden."

Jedoch hätten sich in den vergangenen Monaten verschiedene Hürden in der Umsetzung gezeigt, welche die Sektion Pharmazie der DGP nicht nur auflistet, sondern den Gesetzgeber auch dazu auffordert, dafür Sorge zu tragen, "dass Patienten mit besonderem Versorgungsbedarf wie Palliativpatienten im Rahmen des Entlassmanagements mit den notwendigen Arznei-, Verbands-und Hilfsmitteln möglichst unbürokratisch und wirtschaftlich versorgt werden können." Was dazu notwendig ist, ist in der Stellungnahme nachzulesen.

STELLUNGNAHME ENTLASSMANAGEMENT

 

 

DGP begrüßt Lehreinheit zur letzten Lebensphase: Palliativversorgung endlich verbindlicher Teil der Grundausbildung von Pflegefachkräften

Berlin, 24.09.2019. Das Thema Palliativversorgung wird jetzt auch in der Grundausbildung von Pflegefachkräften verbindlich abgebildet. Dies ist laut Deutscher Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu entsprechenden Kompetenzen am Patientenbett“, wie DGP-Vorstandsmitglied Katja Goudinoudis hervorhebt. Die DGP begrüßt, dass die Einheit „Menschen in kritischen Lebenssituationen und in der letzten Lebensphase begleiten“ im Umfang von 250 Stunden in den Rahmenlehrplan aufgenommen wurde. So können angehende Pflegefachfrauen und -männer nun grundlegende Kompetenzen erwerben, die sie für die allgemeine Palliativversorgung im Krankenhaus, der stationären Altenhilfe, der Eingliederungshilfe und der ambulanten Versorgung benötigen.

„Darauf lässt sich sehr gut aufbauen: Eine Vertiefung dieser Kompetenzen kann durch berufliche Fort- und Weiterbildungen verstärkt werden.“ freut sich Martina Kern, Sprecherin der AG Bildung in der DGP - über 1.800 der 6.000 Mitglieder der Fachgesellschaft kommen allein aus der Pflege. Die dringend not-wendige Erweiterung der Ausbildung entspricht auch der seit 2017 bestehenden Nationalen Strategie zur Umsetzung der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“, welche von der Bundesärztekammer, dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin gemeinsam mit allen Akteuren des Gesundheitswesens im Konsensusprozess erarbeitet wurde.

In fünf Leitsätzen wurden in der Charta Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe formuliert und konsentiert, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. So heißt es in Leitsatz 3 „Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung“ für die Professionen im Gesundheitswesen zum Thema Ausbildung: „Von Vertretern der Gesundheitsberufe wird erwartet, dass sie schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige ihrer Profession entsprechend qualifiziert unterstützen können.“

Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe (PflBG), das im Juli 2017 verkündet wurde, wurde der Grundstein für eine zukunftsfähige Erneuerung der Pflegeausbildung für Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege gelegt. Das Gesetz tritt stufenweise bis zum 01.01.2020 in Kraft. Die Fachkommission nach § 53 PflBG veröffentlichte am 01.08.2019 einen Rahmenlehrplan für den theoretischen und praktischen Unterricht sowie für die praktische Ausbildung. Der Lehrplan enthält 11 curriculare Einheiten in 3 Ausbildungsjahren.

Michaela Hach, Sprecherin der Sektion Pflege betont abschließend: „Schwerstkranke und sterbende Menschen brauchen dringend Pflegefachkräfte, die hinsichtlich der Inhalte und Herangehensweisen der Palliativversorgung gut ausgebildet sind.“

PRESSEINFORMATION

Nationales Hospiz- und Palliativ-Register der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin auf anonymisierte Daten umgestellt

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin hat heute eine aktualisierte Fassung ihrer INFORMATION zum Nationalen Hospiz- und Palliativ-Register veröffentlicht. Zentraler Punkt: Das Register wurde komplett auf die Eingabe und Auswertung anonymisierter Daten umgestellt und löst damit die bisherige Erfassung pseudonymisierter Daten ab.

Im Rahmen des Registers ausgewertet wurden bislang die Daten von insgesamt 66.975 Patientinnen und Patienten aus 197 Einrichtungen. Dabei zeigten sich beispielsweise beim Thema Schmerzempfinden deutliche Verbesserungen in der spezialisierten Versorgung und in der ambulanten Hospizbegleitung.

Das Hospiz- und Palliativregister führt patientenbezogene Daten zur Hospiz- und Palliativversorgung überregional, multiprofessionell und sektorenübergreifend aus dem Versorgungsalltag zusammen. Damit wird auf Bundesebene die Qualität der Hospiz- und Palliativversorgung beschrieben und somit deren Entwicklung maßgeblich unterstützt. Die Daten werden auch zur Öffentlichkeitsarbeit und wissenschaftlichen Aufbereitung als Versorgungsforschung genutzt.

Die inhaltliche Leitung des Registers hat eine interdisziplinäre, multiprofessionelle und sektorenübergreifende Steuerungsgruppe.

Sie interessieren sich für Ergebnisse aus Ihrem Haus/Dienst im Vergleich zu ähnlichen Einrichtungen? Näheres bitte hier:
REGISTER INFOBROSCHÜRE

Für inhaltliche Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Michaela Hach, Tel.: 0171 7556017, E-Mail: register@palliativmedizin.de

Bei technischen Fragen wenden Sie sich bitte an:
Smart-Q, Tel: 0234 60600-760 , E-Mail: INFO@SMART-Q.DE.

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin verleiht Förderpreis an richtungweisende Studie mit erheblicher Bedeutung für Palliativpatientinnen und -patienten

PreisPalliativmedizinDGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch (li) und Jurypräsident Prof. Dr. Norbert Frickhofen (re) freuen sich, den diesjährigen Förderpreis für Palliativmedizin an Prof. Dr. Gerd Mikus (2.v.li) und Dr. Marcus Geist überreichen zu können. Foto: stefan-zeitz.deDie Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat ihren diesjährigen Förderpreis für Palliativmedizin für eine Studie am Universitätsklinikum Heidelberg verliehen: DGP-Präsident Prof. Dr. med. Lukas Radbruch übergab den Preis im Rahmen des Festaktes zum 25-jährigen Jubiläum der Fachgesellschaft in Berlin an eine Autorengruppe, die sich durch ihre wissenschaftliche Tätigkeit um die Weiterentwicklung der Palliativmedizin besonders verdient gemacht hat. Die multidisziplinäre Jury unter Leitung von Prof. Dr. med. Norbert Frickhofen entschied sich entlang inhaltlicher, wissenschaftlicher und formaler Bewertungskriterien für die Vergabe des Preises an folgende Arbeit:

Titel: Beeinträchtigung des Arzneimittelmetabolismus aufgrund verminderter Aktivität von Cytochrom P450 3A bei Palliativpatienten

Preisträger: Dr. med. Marcus Geist (M.A.), Prof. Dr. med. Hubert Bardenheuer, Dr. rer. nat Jürgen Burhenne, Prof. Dr. med. Dipl.-Phys. Gerd Mikus, Universitätsklinikum Heidelberg

Das Ziel der Studie beschreiben die Autoren wie folgt: „Eine Überprüfung der in der Palliativmedizin verwendeten Arzneimitteldosierungen ist von grundlegender Bedeutung für die erfolgreiche Behandlung von Symptomen. Darüber hinaus ist sie in Bezug auf die Sicherheit der Patienten unerlässlich. Aufgrund der Vielzahl an Medikamenten, die über das Leberenzym CYP3A verstoffwechselt und in der Palliativmedizin eingesetzt werden, erscheint eine Überprüfung dieser Enzymaktivität bei Palliativpatienten äußerst relevant.“ Weiter heißt es: „Um die Medikamentendosierungen in der Palliativmedizin nachhaltig zu optimieren, untersuchte die vorliegende Studie die CYP3A-Aktivität bei Palliativpatienten unter klinischen Routinebedingungen.“

In der Gesamtbewertung kam die Jury laut Professor Frickhofen zu folgendem Ergebnis: “Die Arbeit widmet sich einem wichtigen Thema. Die aus ihr gewonnenen Erkenntnisse verbessern die Effektivität und Sicherheit der Betreuung von Patienten am Lebensende. Die Arbeit wird als richtungsweisend für die Weiterentwicklung der Palliativmedizin, insbesondere auch der palliativmedizinischen Forschung gewertet. Sie ist methodisch mit hohem Aufwand umgesetzt und durchgeführt.“

Den Preis übergab Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), im Rahmen des Festaktes der DGP in Berlin, wobei er die Bedeutung der Arbeit hervorhob: „In der Palliativversorgung müssen Medikamente oft individuell angepasst werden, weil sonst die Wirkung nicht ausreicht oder die Nebenwirkungen zu stark sind. Die hier vorgelegte Arbeit beleuchtet einen wesentlichen Mechanismus, der diese Schwankungen erklärt. Diese zukunftsweisende Forschung ermöglicht damit eine bessere Einschätzung des individuellen Bedarfs.

Zur Förderung der klinischen Wissenschaft verleiht die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. seit 1999 auf ihren Jahrestagungen den „Förderpreis für Palliativmedizin“ – dies in den vergangenen 20 Jahren unterstützt durch den Stifter Mundipharma, seit diesem Jahr aus eigenen Mitteln. Die Auswahl der Preisträger wird von einem Fachgremium vorgenommen. Der Preis wird jährlich ausgeschrieben.

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