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DGP-Empfehlung zur Covid-19-Impfung von Palliativpatient*innen und in der Hospiz- und Palliativversorgung Tätigen

Palliativpatient*innen gehören zu den besonders vulnerablen Gruppen und sollten deshalb laut Deutscher Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) mit höchster Priorität ein Impfangebot erhalten. Bei ihnen besteht nicht nur ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2, sondern sie sind ähnlich wie hochbetagte pflegebedürftige Menschen in besonderer Weise auf ihr nahes Umfeld angewiesen: Der Zeitraum für Nähe, Austausch und Abschiednahme von den ihnen Nahestehenden ist limitiert. Um soziale Teilhabe bis zum Lebensende zu ermöglichen, sollten deshalb vorrangig denjenigen mit einer begrenzten lebenszeitlichen Perspektive Impfangebote gemacht werden.

Ebenso ist das Personal der Palliativstationen, der Palliativdienste im Krankenhaus, der Hospize und der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) vorrangig zu impfen, da diese engen Umgang mit vulnerablen Gruppen und deren nicht geimpften Angehörigen haben. Leistungserbringer der SAPV sind in der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung–CoronaImpfV) bereits explizit in der Kategorie genannt, die mit höchster Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung haben.

Die DGP setzt sich dafür ein, die ambulante wie stationäre Hospiz- und Palliativversorgung in die oberste Kategorie der Priorisierungsliste aufzunehmen, um dem Personal analog zu den Behandler*innen zB aus der Onkologie und Geriatrie vorrangig ein Impfangebot machen zu können, und plädiert gleichzeitig dafür, bei Unsicherheiten vor Ort aktiv nachzuhaken und sich für die Aufnahme der Palliativpatient*innen und des betreuenden Personals in die Impfkategorie mit der höchsten Priorität einzusetzen.

Die DGP betont abschließend: "Sprechen Sie bei Bedarf in Ihren multiprofessionellen Teams über Fragen zur Impfung, informieren Sie sich gemeinsam, jedoch ohne zu bewerten oder sich moralisch unter Druck zu setzen. Die persönliche Entscheidung für oder gegen die Impfung gilt es zu respektieren, lassen Sie nicht zu, dass dies einen Keil in Ihre gerade jetzt so wesentliche gemeinsame Teamarbeit treibt."

Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung–CoronaImpfV), Ausfertigung: 18.12.2020
http://www.gesetze-im-internet.de/coronaimpfv/BJNR635620020.html

Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin 2/2021, Beschluss der STIKO zur 1. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung, 14.1.2021
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2021/Ausgaben/02_21.pdf?__blob=publicationFile

COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) Gesamtstand: 15.1.2021
https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zur Covid-19-Impfung von Palliativpatient*innen und den in der Hospiz- und Palliativversorgung Tätigen (Stand: 18.01.21)

Krankenhausteams am Limit: "Wir überbringen Sterbenden letzte Nachrichten ihrer Familien"

Enge Kooperation zwischen Intensiv- und Palliativmedizin essentiell für Covid-19-Erkrankte, Angehörige und Mitarbeitende / Aufgaben der Palliativversorgung erheblich ausgeweitet / Was hilft: Solidarität & Flexibilität

Berlin, 21.12.20. „Die Covid-Erkrankten sind in den Kliniken auf die gemeinsame und vernetzte Versorgung aus Pneumologie, Intensivmedizin und Palliativmedizin angewiesen. Wir müssen derzeit damit leben, dass viele Menschen sterben. Unser Augenmerk muss aber trotz aller Belastung darauf liegen, wie sie sterben!“ erläutert Dr. Wiebke Nehls, Oberärztin der Lungenklinik Heckeshorn in Berlin und Bereichsleitung Palliativmedizin sowie Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP).

„Der Aufgabenbereich in der Palliativmedizin ist erheblich größer geworden: Einerseits werden wir dringend auf den COVID-19-Stationen gebraucht, bei den isolierten Patientinnen und Patienten, zum anderen auf den Palliativstationen, in den Altenpflegeheimen, in den Hospizen und bei Schwerstkranken und deren Angehörigen zuhause. All dies unter neuen, veränderten und seit Wochen und Monaten äußerst schwierigen Bedingungen!“ so Nehls. Durch die Pandemie haben insgesamt deutlich mehr Menschen Unterstützungsbedarf durch Palliativversorgende. Gleichzeitig seien alle Bereiche im Gesundheitswesen durch massive Personalausfälle aufgrund von Erkrankungen oder Quarantäne-Verordnungen gefordert.

Erforderlich: "Notfallpalliativversorgung"

Die COVID-19-Pandemie macht eine „Notfallpalliativversorgung“ erforderlich: Das hohe Aufkommen von Patientinnen und Patienten mit rasch verlaufender palliativer Erkrankung erfordert, so Dipl.-Psych. und Psychoonkologe Urs Münch, Vizepräsident der DGP, flexible Maßnahmen zur psychosozialen und spirituellen Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen wie auch deren Angehörigen: „Kommunikation ist gerade in diesen stressbeladenen und bedrohlichen Notfallsituationen immens wichtig.“

Trotz der gegenwärtigen Rahmenbedingungen, hoher emotionaler Belastung und diverser Engpässe betont DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch: "Die in der Palliativversorgung tätigen Teams aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften sowie weiteren Berufsgruppen sind nicht nur mit schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer sehr vertraut, sondern haben den Grundgedanken der Kooperation, Koordination und Vernetzung um Patienten und Angehörige herum so verinnerlicht, dass auch unter Krisenbedingungen Brücken gebaut werden." Radbruch unterstreicht jedoch gleichzeitig: „Wir brauchen die Palliativversorgung an den Betten der Covid-Erkrankten, um diese - mit und ohne Intensivtherapie - in ihrem körperlichem und seelischem Leid gemeinsam adäquat zu versorgen und im Sterben so würdevoll wie möglich zu begleiten.“

Unterstützung von belasteten, schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen

Den unerlässlichen Isolationsmaßnahmen und auch dem oft raschen Verlauf zum Trotz sind gute Möglichkeiten entwickelt worden, um Schwerstkranken und ihren Nächsten Begegnung, Austausch und Teilhabe zu ermöglichen: Da ist die vertraute Stimme am Telefon, die ferne Familie auf dem IPad, da bleiben Fotos, Berichte, Videos, Abschiedsrituale - oft übermittelt über das Team, das alles unternimmt, um die Verbindung zu An- und Zugehörigen zu halten und sie auch in den ersten Schritten der Trauer zu begleiten. Unterstützung dabei geben von der DGP mit herausgegebene „Empfehlungen zur Unterstützung von belasteten, schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen in der Corona Pandemie aus palliativmedizinischer Perspektive“.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ist seit einem Dreivierteljahr Teil eines dynamischen nationalen und internationalen Austauschs mit weiteren Fachgesellschaften, Kolleg*innen, Leistungsanbietern, Gesundheitsbehörden und der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik – all dies, so Prof. Dr. Claudia Bausewein, Vorstandsmitglied der DGP, Chefärztin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am LMU Klinikum München sowie Leiterin der dortigen Atemnotambulanz, mit Blick auf die bestmögliche Symptomlinderung und Verbundenheit mit jedem Einzelnen: „Wir müssen als Gesellschaft dringend dafür Sorge tragen, dass auch in der Covid-19-Pandemie kein sterbender Mensch in seiner Angst und Not allein gelassen wird.“

Empfehlungen zu COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) unter Mitarbeit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin finden Sie hier: https://www.dgpalliativmedizin.de/neuigkeiten/empfehlungen-der-dgp.html

 

Anhörung Deutscher Ethikrat: Sterbe- und Selbsttötungswünsche

Vorträge und Diskussionen zur Perspektive der Palliativversorgung im Rahmen der Öffentlichen Anhörung "Phänomenologie der Sterbe- und Selbsttötungswünsche" 17.12.20 (Videoaufzeichnung des Deutschen Ethikrats)


Prof. Dr. Raymond Voltz: Sterbewünsche und Suizidbegehren

 


Prof. Dr. Claudia Bausewein: Suizidalität im Kontext palliativer Versorgung


Diskussion zu den Vorträgen von Prof. Dr. Raymond Voltz und Prof. Dr. Barbara Schneider

 


Diskussion zu den Vorträgen von Prof. Dr. Claudia Bausewein und Prof. Dr. Reinhard Lindner

Radbruch: Beihilfe zum Suizid kein Add-On der Hospiz- und Palliativversorgung / Bausewein im Ethikrat: Breite Schulung im Umgang mit Sterbewünschen dringend notwendig!

Berlin, 17.12.2020. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) bekräftigt anlässlich der heutigen öffentlichen ANHÖRUNG IM DEUTSCHEN ETHIKRAT zur „Phänomenologie der Sterbe- und Selbsttötungswünsche“ ihre kritische Haltung gegenüber der ärztlichen Suizidbeihilfe als Aufgabe der Palliativversorgung: „Es stellt niemand das Recht von Menschen infrage, sich das Leben zu nehmen“ erklärt Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der DGP, „doch bleibt es elementare Aufgabe der Palliativmedizin, den schwerstkranken Menschen in seiner Not anzunehmen, mit ihm gemeinsam Perspektiven in der krisenhaften Situation zu finden und ihn auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Entscheidung zu begleiten.“

Der Arzt oder die Ärztin als Gegenüber, das sich respektvoll mit den Todeswünschen von Patient*innen auseinanderzusetzt, palliativmedizinische Optionen aufzeigt und dicht entlang der erlebten Belastungen kontinuierlich im Gespräch bleibt, kann nicht gleichzeitig für die zweite Option der Suizidassistenz zur Verfügung stehen. „Sollte der Sterbewunsch nach Aufzeigen der multiprofessionellen Angebote der Palliativversorgung und einem ausführlichen Gesprächsprozess in seltenen Fällen weiterhin bestehen bleiben“, so sei es nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nun eine essentielle ethische und gesellschaftliche Aufgabe, in einem zweiten Schritt die Freiverantwortlichkeit, Dauerhaftigkeit und Ernsthaftigkeit des Todeswunsches in angemessener Form zu überprüfen und einen hochqualifizierten und verlässlichen Rahmen für das weitere Vorgehen zu schaffen. „Eine Aufgabe der Hospiz- und Palliativversorgung, ein Add-On, kann die Beihilfe zum Suizid nicht sein!“ so der DGP-Präsident.

Vielmehr warnt die DGP vor der Gefahr einer Normalisierung der Suizidbeihilfe. Nach der höchstrichterlichen Entscheidung vom Februar 2020 ist das Recht auf selbstbestimmtes Sterben nicht auf schwere und unheilbare Krankheitszustände oder bestimmte Lebens- oder Krankheitsphasen beschränkt, sondern in jeder Phase der menschlichen Existenz zu gewährleisten. Deshalb nimmt der Ethikrat heute Aspekte der Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen, im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und im Kontext palliativer Versorgung sowie die Selbsttötung als Form der Lebensbilanzierung in den Blick.

Zur „Suizidalität im Kontext palliativer Versorgung“ wird Prof. Dr. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik für Palliativmedizin, LMU Klinikum München, sowie Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der DGP, vortragen. „In der Behandlung von Schwerstkranken ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Patient sagt, dass er so nicht mehr leben möchte.“ Allerdings, so ihre Erfahrung aus Jahrzehnten der Begleitung Sterbender: „In der Regel gelingt es, mit unserem Angebot verschiedener Optionen der Palliativversorgung die Symptome so zu lindern und die Lebensqualität so zu verbessern, dass der Sterbewunsch in den Hintergrund rückt.“

Dringend notwendig sei eine „breite Schulung im Umgang mit Todeswünschen“, so Bausewein, um das Thema zu enttabuisieren und z.B. auch im Pflegeheim Angehörigen zur Seite stehen zu können, die von ihren hochbetagten und vielfältig erkrankten Eltern um Hilfe beim Suizid gebeten werden. „Nur mit einer offenen und den Sterbewunsch akzeptierenden Haltung kann es gelingen, Menschen, die so nicht mehr leben wollen oder können, ein ernsthafter und vertrauenswürdiger Gesprächspartner zu sein.“

PRESSEMITTEILUNG DGP

VORTRÄGE CLAUDIA BAUSEWEIN UND RAYMOND VOLTZ

ANHÖRUNG VIDEOAUFZEICHNUNG GESAMT

 

Zur Vorbereitung von Gesprächen mit Ärztin oder Arzt: Zwei aktuelle Broschüren für Patient*innen und Bevollmächtigte

Gespräche mit Ärztin ArztBevollmächtigteIn dem Forschungsprojekt „Von kurativ zu palliativ“ zur Therapiezieländerung im Krankenhaus führten Forscher und Forscherinnen der Klinik für Palliativmedizin am UKB Universitätsklinikum Bonn Beobachtungsstudien und Interviews  durch.

Im Zeitraum von 2018 bis 2020 begleiteten und befragten sie Patientinnen und Patienten, Angehörige und Mitarbeitende auf einer onkologischen und einer geriatrischen Station eines Krankenhauses in Bonn.

In diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekt zeigten sich bei allen Gruppen unterschiedliche Einschätzungen in Bezug auf den Übergang von kurativ zu palliativ und die Notwendigkeit zum intensiven Dialog über Krankheitsverläufe, Behandlungsmöglichkeiten und Palliativversorgung.

Vor diesem Hintergrund wurden in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin zwei Broschüren entwickelt und herausgegeben, um Patient*innen und Angehörige wie auch Bevollmächtigte und gesetzliche Vertreter*innen bei ihren Gesprächen mit Ärzt*innen zu unterstützen. Die Broschüren stehen online zur Verfügung, ab Jahresbeginn auch als Druckexemplare.

GESPRÄCHE MIT IHRER ÄRZTIN ODER IHREM ARZT IM KRANKENHAUS
Eine Broschüre für Patient*innen mit einer schweren, lebensbedrohlichen Erkrankung

GESPRÄCHE MIT DER ÄRZTIN ODER DEM ARZT IM KRANKENHAUS
Eine Broschüre für Bevollmächtigte und gesetzliche Vertreter*innen von Patient*innen mit einer schweren, lebensbedrohlichen Erkrankung

WAT 2021: Programm veröffentlicht, Anmeldung freigeschaltet & Abstracteinreichung verlängert

FINAL DGP Logo WAT 2021 v2bHeute wurde das Programm für die 7. Wissenschaftlichen Arbeitstage der DGP zum Thema „Gemeinsam forschen – Grenzen überwinden – Digitale Herausforderung für die Qualität der Forschung" am 12. & 13. März 2021 veröffentlicht, ab sofort ist auch die Anmeldung möglich. Die Teilnahmegebühren für die Online-Veranstaltung betragen 39 Euro inklusive „Meet the Expert“ und Workshop. Begleitend ist eine e-Posterausstellung vorgesehen. Livechat und „Video-Wortmeldung“ während der Sitzungen sowie in den Pausen gewährleisten die Interaktion mit den Teilnehmenden.

Die Zertifizierung der digitalen WAT ist bei der Landesärztekammer Berlin eingereicht, die Veranstaltung ist ebenfalls für beruflich Pflegende angemeldet.

Bitte beachten: Die Deadline zur Einreichung von Abstracts war Montag, der 4. Januar 2021.

WAT 2021

ABSTRACTEINREICHUNG

PROGRAMM

ANMELDUNG

 

Heute veröffentlicht: Empfehlungen für psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen für Eltern und erwachsene Kinder

belastungen 2In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin wurde heute die Broschüre „Zum Umgang mit Belastungen am Lebensende – Empfehlungen für psychosoziale Unterstützungsmaßnahmen für Eltern und erwachsene Kinder“ der Projektgruppe Dy@EoL am Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover online veröffentlicht.

Im Vorwort schreiben die Herausgeber*innen Dr. phil. Franziska A. Herbst, Laura Gawinski, Prof. Dr. rer. medic. Stephanie Stiel und Prof. Dr. med. Nils Schneider: „Die vorliegende Handlungsempfehlung bietet einen wissenschaftlich fundierten Ansatz zur praxisnahen psychosozialen Unterstützung für (1) schwerstkranke erwachsene Kinder und deren Eltern(teile) und (2) schwerstkranke Eltern(teile) und deren erwachsene Kinder.“ Die Empfehlungen wurden auf Grundlage der empirischen Daten – erhoben innerhalb des Projekts „Dy@EoL – Interaktion am Lebensende in Dyaden von Eltern und erwachsenen Kindern“ – formuliert und richten sich an professionell und ehrenamtlich Mitarbeitende in der stationären und ambulanten Hospiz- und Palliativversorgung.

Die Broschüre steht online zur Verfügung und wird als Druckexemplar der ersten Ausgabe der Zeitschrift für Palliativmedizin im neuen Jahr beigefügt.

ZUM UMGANG MIT BELASTUNGEN AM LEBENSENDE

ARD-Ausstrahlung "GOTT": Offener Brief aus Palliativmedizin & Suizidprävention an Ferdinand von Schirach

Im ARD-Gemeinschaftsprogramm Das Erste wird am Montag, 23.11., der Spielfilm „GOTT von Ferdinand von Schirach“ ausgestrahlt: Ein fiktionaler Ethikrat diskutiert das Anliegen eines 78-jährigen gesunden Mannes, der sein Leben beenden will. Nach dem Film unter den Überschriften „Unter welchen Umständen darf man einem Menschen helfen, sich das Leben zu nehmen? Muss der Staat selbstbestimmtes Sterben ermöglichen?“ sind die Zuschauer*innen zu einer Live-Abstimmung aufgefordert, deren Ergebnis im Rahmen des Magazins „hart aber fair“ bekanntgegeben und erörtert wird.

Die Unterzeichner*innen eines offenen Briefes an Ferdinand von Schirach aus Palliativmedizin, Suizidologie und Psychiatrie/Psychologie begrüßen die mittels des Buches, Theaterstücks und Films geförderte öffentliche Debatte sehr. Sie möchten diesen Diskurs jedoch zum Anlass nehmen, wissenschaftliche Erkenntnisse aus Suizidprävention und Palliativmedizin in die Diskussion ergänzend einzubringen: „In einem Spiegel-Interview vom Frühjahr diesen Jahres sagten Sie, alle Argumente seien in dem Stück genannt. Dem möchten wir widersprechen. Die handelnden Personen entsprechen zum Teil einem Zerrbild und auch die Fakten entsprechen zum Teil nicht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Auch fehlen die Positionen der modernen Suizidprävention." 

Weiter heißt es: "Darüber hinaus entsprechen weite Teile der Diskussion nicht der eigentlichen Frage. Sie lautet nicht: Gibt es ein Recht auf einen Suizid? Sie lautet: Gibt es einen Rechtsanspruch auf einen assistierten Suizid?“

Das Thema bewegt viele Menschen. Dies betrifft besonders auch Angehörige und alle, die in ihrem beruflichen Umfeld mit suizidalen Menschen zu tun haben. Denn nur mit einer offenen und den Sterbewunsch akzeptierenden Haltung kann es gelingen, mit Menschen, die so nicht mehr leben wollen oder können, in ein ernsthaftes Gespräch zu kommen.

OFFENER BRIEF SUIZIDPRÄVENTION PALLIATIVMEDIZIN

FAZ: KRITIK AN VON SCHIRACHS "GOTT"

Reaktionen auf den offenen Brief:

REPLIK AUF OFFENEN BRIEF AN FERDINAND VON SCHIRACH

FAZ: STREIT UM SCHIRACHS "GOTT": MEDIZINER GEGEN MEDIZINER

 

Zwanzig Schlüsselbegriffe in der Palliativversorgung: Gemeinsame Broschüre der AG Linguistik & Medizin, FAU Erlangen-Nürnberg, und der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin

schlüsselbegriffeDie Arbeitsgruppe Linguistik & Medizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) ein Handbuch „Schlüsselbegriffe in der Palliativversorgung“ im Broschürenformat herausgegeben, das wir der Novemberausgabe der Zeitschrift für Palliativmedizin beilegen. In der Autorenschaft von Joachim Peters, M.A., Dr. Dr. Maria Heckel und Prof. Dr. Christoph Ostgathe ist ein Überblick über 20 wesentliche Begriffe zwischen „Autonomie, Selbstbestimmung“ und „Wertschätzung, wertschätzend“ und deren Bedeutung entstanden – dies auf der Grundlage der linguistischen Auswertung der wichtigsten deutschsprachigen Fachveröffentlichungen zur Palliativversorgung der Jahre 2000 bis 2020.

SCHLÜSSELBEGRIFFE IN DER PALLIATIVVERSORGUNG

Weitere Schlüsselbegriffe werden in den nächsten Wochen online in ihrer Geschichte, ihrem Bedeutungsspektrum, den Diskussionen zum Begriff und den jeweiligen Kollokationen ergänzt und nachzulesen sein:

www.uker.de/pm-handbuch

Unter dem Dach der DGP nun achtzehn Arbeitsgruppen im Austausch – Neu: AG Junge DGP und AG Digitalisierung

Zwei neue Arbeitsgruppen nehmen in diesen Tagen ihre Tätigkeit in der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) mit Engagement und zahlreichen Ideen auf: Mit der AG „Junge DGP“ und der „AG Digitalisierung“ sind nun 18 multiprofessionelle Arbeitsgruppen innerhalb der DGP im fachlichen Austausch.

Die AG „Junge DGP“ wurde unter großer Beteiligung im Rahmen einer virtuellen Sitzung am 20.10. gegründet und soll Berufsanfänger*innen wie auch Auszubildenden und Studierenden im Themenfeld der Palliativversorgung als Anlaufstelle dienen. Die Sprecherinnen Alexandra Scherg und Julia Wikert skizzieren als mögliche Schwerpunkte der multiprofessionellen AG „Junge DGP“:

  • Vernetzung junger Menschen im Feld der Palliativversorgung
  • Wissenschaftlicher Austausch in der „Peergroup“
  • Etablierung eines Mentoring Programms
  • Inhaltliche Arbeit in berufsgruppenübergreifenden oder -spezifischen Projekten (z.B. Mitarbeit bei der Etablierung eines FA Palliativmedizin, Multiprofessionelle Lehre)
  • Enge Kooperation mit den Arbeitsgruppen Bildung und Forschung
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf

AG JUNGE DGP

Die AG Digitalisierung wurde am 29.10. ebenfalls virtuell gegründet und möchte der Frage „Digital und Palliativ – geht das?“ auf den Grund gehen. Für den Austausch der in der AG vertretenen verschiedenen Berufsgruppen sind laut der Sprecherinnen Elisabeth Trifas und Isabel Burner-Fritsch diese ersten Ziele in den Blick genommen:

  • Eruierung bereits bestehender digitaler Konzepte und Projekte im Hospiz-und Palliativbereich
  • Austausch und Erfahrungsberichte zu diesen Konzepten
  • Erarbeitung von Qualitätsstandards für digitale Projekte im Hospiz- und Palliativbereich
  • Ausarbeitung von möglicherweise hilfreichen digitalen Strukturen im Hospiz-und Palliativbereich

AG DIGITALISIERUNG

Beide Arbeitsgruppen freuen sich auf weitere interessierte DGP-Mitglieder, die sich bitte bei Steven Kranz unter steven.kranz@palliativmedizin.de melden.

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