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Spannende Daten & Fakten zur europaweiten Palliativversorgung: Update EAPC-Atlas 2019: Platz 15 für Deutschland…

…aber, so der Präsident der DGP, Lukas Radbruch: Anzahl der Einrichtungen ist nur ein Faktor unter vielen – Meilensteinplan Deutschland ist beachtenswert: Rechtsanspruch SAPV, Hospiz- und Palliativgesetz, Charta & Nationale Strategie, Pflicht-, Lehr- und Prüfungsfach Palliativmedizin, erweiterte S3-Leitlinie

Berlin, 14.06.2019. Der „Atlas der Palliativversorgung in Europa“ der European Association for Palliative Care (EAPC) wurde in aktueller Auflage 2019 beim kürzlichen 16. Weltkongress in Berlin vorgestellt. Im europäischen Durchschnitt weist er 0,8 spezialisierte Palliativdienste/Einrichtungen für je 100.000 erwachsene Einwohner*innen aus, in Deutschland 1,1 Dienste pro 100.000 Menschen. Vor dem Hintergrund dieser Daten und der EAPC-Empfehlung von zwei Diensten pro 100.000 Menschen erreicht Deutschland im Europavergleich deshalb Platz 15 von 49 Ländern hinsichtlich der Palliativversorgung von Erwachsenen.

Dazu erklärt Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP): „Die Einordnung auf Platz 15 bei der Zahl der Einrichtungen ergibt insofern eine Schieflage, als dass hier z.B. die 1.321 ambulanten Hospizdienste für Erwachsene nicht mitgezählt werden, in denen sich nach aktuellen Schätzungen weit über 80.000 Menschen ehrenamtlich engagieren.“ Dies sei ebenfalls eine wesentliche Ressource der Umsorgung und des Halts für lebensbegrenzend erkrankte Menschen und ihre Familien. In der Gesamtbetrachtung wäre Deutschland nicht im Mittelfeld, sondern deutlich in Richtung Spitzengruppe unterwegs: „Wir haben in der Hospiz- und Palliativversorgung in den vergangenen Jahren sehr viel erreicht, was sich nicht allein in der Anzahl der Palliativstationen, SAPV und Palliativdienste abbilden lässt.“

So weist der Palliativatlas als weiteren Meilenstein der Palliativversorgung in Deutschland den Rechtsanspruch auf die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) seit 2007 aus. Weit vorn ist Deutschland zudem in der „Palliative Medicine Education“: Seit 2009 ist Palliativmedizin an den Universitäten Pflicht-, Lehr- und Prüfungsfach. Im Jahr 2010 wurde zudem die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ konsentiert und mittels daraus folgender Handlungsempfehlungen in eine Nationale Strategie überführt. Essentiell ist außerdem der Nationale Krebsplan mit einem eigenen Kapitel zur Palliativmedizin. Schließlich wird Deutschland als eines von insgesamt nur acht Ländern mit nationalen Gesetzen genannt: Das grundlegende Hospiz- und Palliativgesetz wurde 2015 verabschiedet. Und in wenigen Wochen ist die um neue Themen erweiterte und aktualisierte – 2015 erstveröffentlichte – „S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ zu erwarten.

In den Atlas eingeflossen sind folgende Zahlen vom Januar 2019 aus dem „Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland“, der Online-Plattform der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin: Für Erwachsene waren zu diesem Zeitpunkt 336 Palliativstationen, 283 SAPV-Teams, 232 stationäre Hospizen und 63 Palliativdienste im Krankenhaus ausgewiesen. Weitere 24 spezialisierte Einrichtungen sind bis heute hinzugekommen. Außerdem sind aktuell 1321 ambulante Hospizdienste für Erwachsene verzeichnet. Die Einrichtungen für schwerkranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden zusätzlich ausgewiesen. Bis Ende 2017 hatten 11.440 Ärztinnen und Ärzte die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin erworben.

Der „Atlas of Palliative Care in Europe 2019“ wurde in 3. Auflage 2019 von Prof. Carlos Centeno und seinem Team an der Universität Navarra erstellt:
http://dadun.unav.edu/handle/10171/56787?mode=full

Prof. Dr. Christoph Ostgathe: Präsident der European Association for Palliative Care – Erster Auftritt vor 300 Ehrenamtlichen – DGP freut sich auf gute Zusammenarbeit

ChristophOstgatheSeit 24. Mai Präsident der European Association for Palliative Care: Prof. Dr. Christoph Ostgathe, Leiter der Palliativmedizinischen Abteilung Universitätsklinikum Erlangen. Foto: stefan-zeitz.deEs ist eine besondere Freude auch für die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) , dass Prof. Dr. Christoph Ostgathe seinen ersten Auftritt als Präsident der European Association for Palliative Care (EAPC) beim Internationalen Symposium zum Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung am Morgen des 25. Mai hatte – dies noch kurz vor Abrundung des 16. EAPC-Weltkongresses in Berlin.

„Das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt ist ein wichtiges Ziel der EAPC“, betonte Ostgathe vor rund 300 Teilnehmenden. Es sei dem Vorstand der EAPC gemeinsam mit der EAPC-Task Force on Volunteering ein Anliegen, mit diesem Symposium einen Austausch fortzusetzen, der mit der Charter „Voice of Volunteering in Hospice and Palliative Care“ beim 15. EAPC-Kongress 2017 in Madrid initiiert wurde.

Der bisherige Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Ostgathe wurde am 24. Mai als Nachfolger von Prof. Phil Larkin zum Präsidenten der europäischen Fachgesellschaft gewählt und nutzte seinen ersten öffentlichen Termin in dieser Rolle gern, um unmissverständlich klarzustellen, dass Ehrenamtliche in der Hospiz- und Palliativversorgung „elementarer Bestandteil des Teams“ seien und kein „Add on“ oder „Nice to have“.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin gratuliert Christoph Ostgathe, Vorstandsmitglied und zuletzt Vizepräsident der DGP von 2010 bis 1016, sehr herzlich zu diesem neuen Amt und freut sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit. Mit Ostgathe ist nun zum zweiten Mal ein deutscher Palliativmediziner Präsident der EAPC, von 2007 bis 2011 hatte DGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch dieses Amt inne.

PRESSEERKLÄRUNG PROF OSTGATHE NEUER EAPC PRÄSIDENT

EAPC-VORSTAND 2019 - 2023

PRESSEERKLÄRUNG 16. EAPC WORLD CONGRESS

PRESS RELEASE 16th WORLD CONGRESS OF THE EAPC

Einzigartiger Austausch zum Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung mit M.R. Rajagopal und Fatia Kiyange

rajagopal2kiyangeUnmittelbar im Anschluss an den 16. EAPC-Weltkongress hat am 25. Mai das internationale Symposium „Das Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung“ in Berlin stattgefunden, für das knapp 350 Teilnehmer*innen und Referent*innen aus zahlreichen Ländern wie Tschechien, England, Ungarn, Frankreich, Serbien, Spanien, Italien, Polen, den Niederlanden, Österreich und Deutschland angemeldet waren.

Im Fokus des vom Bundesfamilienministeriums großzügig geförderten Austausches: Weltweite Herausforderungen und Chancen für das Ehrenamt in der Hospizarbeit und Palliativversorgung wie auch länderspezifische Unterschiede. Highlights waren insbesondere die Vorträge von Dr. M. R. Rajagopal zu "Health Care with the people: Compassionate Communities in Kerala, Indien" sowie von Fatia Kiyange von der African Palliative Care Association zu "Volunteering in Palliative Care and the Wider Health Sector in Africa".

Für den Herbst ist ein Tagungsband zu den Vorträgen und Diskussionen in Vorbereitung.

EHRENAMTSYMPOSIUM

Fotos: Florian Willnauer

 

Präsident des World Summit zu Gast beim 16. Weltkongress der European Association for Palliative Care in Berlin

detlevganten2Prof. Dr. Detlev Ganten, Präsident des World Summit, ließ in seinem Statement zum Abschluss des 16. Weltkongresses der EAPC in Berlin keinen Zweifel an der Bedeutung und Notwendigkeit eines weltweiten Zugangs zur Palliativversorgung.

Foto: stefan-zeitz.de

Beim 16. Weltkongress der European Association for Palliative Care in Berlin vorgestellt: EAPC Atlas of Palliative Care in Europe 2019

germany1Spannende Daten und Grafiken zu Deutschland auf den S. 128/129 im druckfrischen EAPC-Atlas of Palliative Care in Europe.Die European Association for Palliative Care (EAPC) hat am 24. Mai auf ihrem 16. Weltkongress in Berlin den „Atlas of Palliative Care in Europe 2019“ vorgestellt. Diese 3. Auflage seit 2007 wurde von Prof. Carlos Centeno und seinem Team an der Universität Navarra erstellt.

Näheres erfahren Sie im EAPC-Blog "New edition of EAPC Atlas of Palliative Care in Europe launches at 16th EAPC World Congress in Berlin".

Darin schreibt Eduardo Garralda: "As in other editions, the Atlas assesses the progress made in terms of implementation of palliative care specialised services, the development of health policies, the expansion of the use of medicines or the incorporation of palliative care into mainstream health professionals’ education in the region.

But for the first time, the Atlas explores the degree to which palliative care has been integrated into different levels of care, diseases and disciplines. A careful selection of indicators and close collaboration with other EAPC task forces leaders have allowed an accurate view regarding the integration of palliative care into paediatrics, long-term care facilities, primary care, volunteering, public health, oncology and cardiology.It provides a comparative picture in simple and clear graphics, texts, tables, figures and maps that highlight the information given by national palliative care leaders in the region."

EAPC ATLAS OF PALLIATIVE CARE IN EUROPE 2019

16. EAPC-Weltkongress mit 3.000 Teilnehmenden in Berlin eröffnet: Grundrecht auf Palliativversorgung braucht weltweite Vernetzung von Klinik, Wissenschaft und Politik

Staatssekretär im Bundessozialministerium begrüßt 3.000 Teilnehmende aus über 100 Ländern in Berlin / Erfolgreiche Premieren: 23. Mai: Herausforderungen in der Kinderpalliativversorgung / 24. Mai: EAPC & ESMO zu Onkologie und Palliativmedizin / 25. Mai: Symposium Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung

larkinEAPC-Präsident Prof. Phil Larkin bei der Eröffnung des 16. Weltkongresses der EAPC in Berlin: "Palliative Care must be part of the global health agenda". Foto: stefan-zeitz.deSchwerst erkrankte Menschen und ihre Familien brauchen weltweit gleichberechtigten Zugang zu einer frühzeitigen, gut abgestimmten, vernetzten und schnittstellenübergreifenden Palliativversorgung. „Palliative Care must be part of the global health agenda“, forderte Prof. Phil Larkin, Präsident der European Association for Palliative Care (EAPC), bei der heutigen Eröffnung des 16. Weltkongresses der EAPC in Berlin. Der Kongress unter dem Titel „Global palliative care – shaping the future“ wird gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Bedeutung des Themas sowie die Rolle der EAPC als weltweiter Akteur in der Entwicklung und Umsetzung von Palliative Care wird auch unterstrichen durch mehr als 3.000 Teilnehmende aus über 100 Ländern – darunter Kongressgäste aus Australien, den USA, Kanada und Singapur.

EAPC-Weltkongress erstmals in Deutschland > 3.000 Teilnehmende aus 100 Ländern

staatssekretär schmachtenbergDer Staatssekretär im Bundessozialministerium Rolf Schmachtenberg betont die Bedeutung der Hospiz- und Palliativversorgung. Foto: stefan-zeitz.deDer Staatssekretär im Bundessozialministerium, Rolf Schmachtenberg, erklärte anlässlich der Kongresseröffnung: „Ohne wissenschaftlichen Austausch und fachliche Auseinandersetzung sind länderübergreifende Weiterentwicklungen für eine gute Hospiz- und Palliativ-Versorgung nicht denkbar. Ich begrüße nachdrücklich, dass der 16. Weltkongress der EAPC auch Personengruppen in den Blick nimmt, deren Versorgung und Begleitung ganz besonders herausfordernd ist, wie zum Beispiel Menschen mit schweren Behinderungen, Demenzerkrankte oder auch Menschen ohne festen Wohnsitz.“

sebastien moineDr. Sébastien Moine, Chair des wissenschaftlichen Komitees, freut sich über den Berliner Buddy Bären, der ihn zum Weltkongress willkommen hieß. Foto: stefan-zeitz.deDr. Sébastien Moine, Vorsitzender des wissenschaftlichen Komitees des EAPC-Weltkongresses, betonte die wichtige Rolle Deutschlands in der globalen Gesundheitspolitik, welche sich zukünftig unmissverständlich für einen weltweit gleichberechtigten Zugang zur Palliativversorgung aussprechen müsse. Im Sinne einer guten Grundversorgung zeigte sich Dr. Moine erfreut darüber, dass die 2019 aktualisierte Version des „EAPC Primary Palliative Care Toolkit“ aktuell durch WONCA, die Gesellschaft der „World Family Doctors“, befürwortet wurde und noch während des Kongresses gestartet wird: „Here’s hoping for the dissemination of the palliative approach in primary care!“

Globales Ungleichgewicht am Lebensende schwer zu ertragen

anneletsch2PD Dr. Anne Letsch begrüßt in ihrer Funktion als Co-Chair des wissenschaftlichen Komitees & Chair des Lokalen Organisationskomitees 3.000 Teilnehmende in Berlin. Foto: stefan-zeitz.de„Das globale Ungleichgewicht in der Versorgung von sterbenden Menschen ist schwer zu ertragen.“ so Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der gastgebenden Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Weltweit müssen Gesundheitsstrategien hinsichtlich der Fest-schreibung eines grundlegenden Rechts auf Palliativ- und Hospizversorgung überprüft werden, welches sicherstellt, dass der erkrankte Mensch mit seinen An- und Zugehörigen im Mittelpunkt steht. Es gehört zur guten Tradition der EAPC-Kongresse, nationale Strategien auf den Weg gebracht zu haben.

radbruchProfessor Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, bei der Pressekonferenz zum 16. EAPC-Weltkongress. Foto:stefan-zeitz.de„So haben wir in Deutschland, angestoßen durch den EAPC-Kongress 2007 in Budapest, eine Charta zur Betreuung und Begleitung schwer erkrankter Menschen implementiert und nationale Handlungsempfehlungen festgelegt. Doch gleichzeitig kämpfen lebensbegrenzend erkrankte Menschen in den Entwicklungsländern um den Zugang zu Schmerzmitteln – dies oft vergebens.“ Das internationale Netzwerk sei deshalb von außerordentlicher Bedeutung.

Entsprechend sei es eine besondere Ehre, so PD Dr. Anne Letsch als Co-Chair des wissenschaftlichen Komitees und Vorsitzende des lokalen Organisationskomitees des Weltkongres-ses, dass Prof. Dr. Detlev Ganten, Präsident des World Health Summit, zum Abschluss über Anknüpfungspunkte an das bedeutende internationale Forum für globale Gesundheitsfragen, strategische Entwicklungen und Entscheidungen im Gesundheitsbereich sprechen wird.

Im Fokus am 23. Mai: Schwerstkranke Kinder und Jugendliche

Laut Dr. Sébastien Moine, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Komitees des Weltkongresses, hat sich dieses erstmals dafür entschieden, zwei wesentliche Inhalte für jeweils einen kompletten Tag in den Mittelpunkt zu stellen: Palliativversorgung von Kindern und Heranwachsenden sowie die Integration von Onkologie und Palliativmedizin.

„Paediatric Palliative Care“ steht am 23. Mai im Fokus, dies auf Initiative von Dr. Julie Ling, Kinderpalliativmedizinerin wie auch Geschäftsführerin der EAPC. Erwartet werden rund 900 Teilnehmende. Dabei geht es sowohl um eine Studie zu „End of Life Decision Making in the Perinatal Period“ wie um die Palliativversorgung von Heranwachsenden in Uganda, um Symptommangement wie um Neues zum gezielten Einsatz verschiedenster Arzneimittel. Aktuelle Herausforderungen in der Entscheidungsfindung und in der Begleitung des Kindes bzw. Jugendlichen und seiner Familie sind ebenso Thema wie Lebensqualität und vorausschauende Planung mittels eines begleiteten Gesprächsprozesses zur Unterstützung der Kinder/Jugendlichen, Angehörigen und Gesundheitsfachkräfte.

24. Mai: Europäische Gesellschaften für Onkologie & Palliativversorgung im Dialog

Ebenfalls als Novum werden sich am 24. Mai die EAPC und die European Society for Medical Oncology (ESMO) gemeinsam einen Tag lang mit den Schnittstellen von Onkologie und Palliativmedizin, der wechselseitigen Integration beider Fachgebiete und deren Implikationen für die Weiterbildung, teamorientierte Kooperation und den gemeinsamen Blick auf die Bedürfnisse des tumorerkrankten Menschen auseinandersetzen – 1.000 Anmeldungen für diesen Strang verweisen auf die Relevanz des Dialogs und der Zusammenarbeit beider Fächer.

Die rasanten Entwicklungen insbesondere in der Krebsbehandlung haben auch Auswirkungen auf moderne Palliativkonzepte, erläutert Privatdozentin und Internistin Anne Letsch, Vor-standsmitglied der DGP, Oberärztin und Leitung des Palliativbereichs in der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Campus Benjamin Franklin, Charité Berlin: „Menschen mit Tumorerkrankungen leben länger, aber auch länger mit einer chronischen Erkrankung.“ Um die Palliativversorgung frühzeitig und bedarfsorientiert in den Krankheitsverlauf zu integrieren, sind Barrieren zu überwinden wie die Angst vor den Themen Sterben und Tod, die starke Sektorentrennung zwischen Versorgungsstrukturen, der Fachkräftemangel insbesondere in der Pflege.

Frühzeitige Integration von Palliative Care in weitere Fachgebiete

Inhaltlich setzt das umfassende Programm laut Dr. Sébastian Moine auch einen Schwerpunkt bezüglich der dringend notwendigen Integration multiprofessioneller Palliativversorgung in weitere Fachdisziplinen und Fachgebiete: Beispiele sind lebenslimitierende Erkrankungen aus dem neurologischen, kardiologischen oder pneumologischen Formenkreis. Ebenso werden bislang unterrepräsentierte Gruppen, denen der Zugang zur Hospiz- und Palliativversorgung erschwert ist, in den Blick genommen. Während es in der Versorgung von Menschen mit Migrationshintergrund gilt, gemeinsam kulturspezifische und sprachliche Barrieren zu überwinden, sind für den angemessenen Umgang mit schwer erkrankten Menschen mit Beeinträchtigungen beispielsweise Informationsmaterialien für die Beteiligten hilfreich.

Noch kaum öffentlich diskutiert wird in der Palliativversorgung der Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt wie auch queeren Lebensweisen, dies soll sich ändern: In einem Open Meeting werden heute aktuelle Forschungsergebnisse zu entsprechender Zugangsgerechtig-keit am Lebensende vorgestellt. Zudem soll über Ideen und Möglichkeiten für weitere internationalen Aktivitäten diskutiert werden.

Gleichberechtigung wird bei diesem Kongress ebenfalls großgeschrieben. Außerdem überflügelt die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sämtliche bisherigen EAPC-Kongresse – mit 500 Anmeldungen allein aus Deutschland, 300 aus UK, über 200 aus den Niederlanden, jeweils über 100 aus Spanien, Belgien, Dänemark, Schweiz, Schweden.

Einladung zum Internationalen Symposium Ehrenamt am 25. Mai

Sehr gern nutzte Rolf Schmachtenberg das Opening des Kongresses, um auch auf ein vom Bundesfamilienministerium gefördertes internationales Symposium zum Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativversorgung mit rund 350 Teilnehmenden hinzuweisen, das am Samstag, 25. Mai stattfindet. Damit wird auch die beim EAPC-Kongress 2017 in Madrid initiierte „„Voice of Volunteering“ – the EAPC Madrid Charter on Volunteering in Hospice and Palliative Care“ mit Leben erfüllt. Tagungspräsident Prof. Dr. Lukas Radbruch: „Eine einmalige Gelegenheit, Spannendes zum Ehrenamt zu erfahren, sich miteinander auszutauschen und Netzwerke zu bilden!“ Eine besondere Freude sei es, M.R. Rajagopal aus Indien und Fatia Kiyange aus Uganda zu ihren Vorträgen zu begrüßen. Anmeldungen für die kostenfreie und simultan übersetzte Veranstaltung sind noch möglich.

Der Weltkongress in Kürze? Schöner als EAPC-Präsident Phil Larkin kann man das nicht ausdrücken: „We who we work in the field are as much about life as death, supporting patients and families to live and live well until the end. So, as the people of Berlin, we should embrace life and savour every moment that this congress and this city will offer us over the next few days.“ Welcome to Berlin!

#EAPC 2019: https://www.eapc-2019.org/home.html

ausführlich:

PRESSEMITTEILUNG

PRESS RELEASE

Opening des 16. EAPC-Weltkongresses in Berlin: Weltweiter Zugang zur Palliativversorgung und Schmerzlinderung im Fokus des Festvortrags von M.R. Rajagopal

rajagopalIn Berlin hat der 16. Weltkongress der European Association for Palliative Care (EAPC) mit einem Festvortrag von M.R. Rajagopal, Indien, zum Thema "Access to Palliative Care and Pain Relief" vor mehr als 3.000 Teilnehmenden aus über 100 Ländern begonnen.

Im Mittelpunkt des Kongresses steht das Thema "Global palliative care - shaping the future".

Foto: stefan-zeitz.de

Wissen schafft Lebensqualität! 25 Jahre Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin

RZ Logo DGP 25Jahre RGB Webseite 2Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) freut sich auf ihren 25. Geburtstag im Juli 2019. Die wissenschaftliche Fachgesellschaft trägt seit Sommer 1994 auf vielfältige Weise zu einer Verbesserung der Versorgung und Lebensqualität schwer kranker und sterbender Menschen bei.

Auf Bundesebene wird das Jubiläum gleich zweimal gefeiert: Am 22. Mai 2019 stand das Jubiläum beim Mitgliedertag plus Abendveranstaltung im Mittelpunkt - umrahmt vom EAPC-Weltkongress und einem Symposium zum Ehrenamt, hier alle vier guten Gründe für eine Berlinreise im Mai 2019!

Der Festakt zu 25 Jahren DGP findet am 12. September 2019 ebenfalls in Berlin statt. Nähere Informationen folgen.

Weitere regionale Veranstaltungen beziehen sich ebenfalls auf das Vierteljahrhundert DGP, los geht es im Januar 2019:10 Jahre Palliativmedizin 11 01 2019 90 002DGP-Vorstandsmitglied Andreas Müller (Mitte) überbringt Prof. Dr. Winfried Meißner (li) und PD Dr. Ulrich Wedding anlässlich der Festveranstaltung zu zehn Jahren Palliativmedizin am Universitätsklinikum Jena herzliche Glückwünsche der Fachgesellschaft. Foto: UKJ Michael Szabó

    • 11./12. Januar 2019, Jena: 10 Jahre Palliativmedizin am Universitätsklinikum Jena, Information
    • 20. September 2019, Potsdam: 4. Fachtag Hospizliche und palliative Begleitung von Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung - Wie kann gutes Sterben gelingen? Information
    • 25. September 2019, Mutlangen: Palliativpflegefachtag in Zusammenarbeit mit der örtlichen Palliativstation und der SAPV Ostalb, Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd.
    • 28. September 2019, Essen: Essener Fachtag - Palliativversorgung für Nicht-Tumorpatienten. Information
    • 10. Oktober 2019, Karlsruhe: Palliativmedizinisches Kolloquium "Was heißt hier "Sterbehilfe?" - Palliativmedizin zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge" am Städtischen Klinikum Karlsruhe, Information
    • 15./16. November 2019, Kempten: 20 Jahre Palliativstation des Klinikums Kempten

Sollte Ihr Symposium, Ihr Fachtag oder Ihre Tagung einen Bezug zu 25 Jahren DGP aufweisen, so stellen wir dafür gern das Logo „DGP 25“ zur Verfügung und machen Ihre Veranstaltung auf unserer Website sichtbar. Wenden Sie sich mit entsprechenden Plänen bitte an die Koordinationsstelle der DGP (koordination@palliativmedizin.de) oder an Ihre Landesvertretung, Arbeitsgruppe oder Sektion.

25 Jahre Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin: Lassen Sie uns gemeinsam die lebendige Vielfalt unserer Fachgesellschaft feiern und über das Jahr 2019 mit ausgewählten Veranstaltungen auf den Punkt bringen!

Forschungsteam empfiehlt sensiblen Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und queeren Lebensweisen

„Hiding who I am“- The reality of end of life care for LGBT peoplelgbt2Foto: Michael Ewers

Die Aufmerksamkeit für das Thema Homosexualität und Alter bzw. schwule, lesbische und bi-sexuelle, trans*, inter* und queere Menschen (LGBTIQ*) in der Altenpflege hat in Deutschland in den letzten Jahren zugenommen. Es gibt inzwischen auch Stellungnahmen von Organisationen und Landesministerien, die für dieses Thema sensibilisieren. In der Palliativversorgung wird der Umgang mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und queeren Lebensweisen aber noch kaum öffentlich diskutiert.

Das soll sich nun ändern. Auf dem 16. Weltkongress der European Association for Palliative Care (EAPC) in Berlin vom 23.-25 Mai 2019 werden in einem Offenen Meeting aktuelle Forschungsergebnisse zu Zugangsgerechtigkeit zu Palliativversorgung am Lebensende vorgestellt. Zudem soll über Ideen und Möglichkeiten für weitere internationale Aktivitäten diskutiert werden.

Ein Forscher*innen Team um den am Kings College in London/UK tätigen Richard Harding ha-ben in mehreren Forschungsprojekten die Erfahrungen und Bedürfnisse von LGBTIQ* sowohl in der Trauer als auch in der Palliativversorgung erforscht. Dabei wurde unter anderem deut-lich, dass Menschen mit von der Mehrheitsgesellschaft abweichenden Identitäten und Lebensweisen immer noch Gefahr laufen, in der Gesellschaft an den Rand gedrängt zu werden. In Einrichtungen der Gesundheitsversorgung sehen sie sich (auch am Lebensende) heteronormativen Zuschreibungen und Erwartungen bezogen auf Gender, Identität und Sexualität ausgesetzt. Ängste und Sorgen um fehlende Akzeptanz ihrer lebensbiografischen Bezüge, Einbeziehung ihrer Partner*innen und Wahlfamilie und fehlender Respekt ihrer lebensweltlichen Kontexte erschwert den Zugang zu vorhandenen Versorgungsangeboten. Dadurch droht nicht zuletzt die Versorgungsgerechtigkeit in einer zunehmend diversen Gesellschaft behindert zu werden.

Aus ihren drei ACCESS-Projekten haben sie konkrete Empfehlungen für den Umgang mit diesem Thema in der Palliativversorgung abgeleitet, die in englischer Sprache frei verfügbar sind: „Hiding who I am“- The reality of end of life care for LGBT people.

Insbesondere empfehlen sie Folgendes:
> Partner*innen von LGBTIQ* werden selbstverständlich in die Palliativversorgung eingebunden.
> Die individuellen Präferenzen zur Bekanntmachung sexueller Orientierung oder Genderbiografien werden respektiert.
> Diversity Schulungen in Einrichtungen vermitteln Kenntnisse zur LGBTIQ* Community.
> die Verankerung der Anerkennung von LSBTIQ* in Theorie und Praxis der Pflege.

16th World Congress of the EAPC / BERLIN / 23.05.2019 / Open Meeting 12.55-14.20 Uhr

Open Meeting "Improving Care for LGBT+ People Facing Serious Illness or Bereavement"
am Do, 23.05.2019, 12:55 – 14:20 Uhr, ESTREL Congress Center, Raum 4 / 2. Stock

Für weitere Infos stehen am 23.5., 11.30 – 12.30 Uhr, in der German Corner zur Verfügung:

Axel Doll, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und deutscher Koordinator des Open Meetings / E-Mail: axel.doll@uk-koeln.de / Tel: 0179-690-3962

Prof. Dr. Michael Ewers, MPH, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft / E-Mail: m.ewers@charite.de / Tel: +49 (0)30 450 520 092

PRESSEMITTEILUNG

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin feiert 25 Jahre mit zwei neuen Ehrenmitgliedern

EhrenmitgliederDGP-Präsident Prof. Dr. Lukas Radbruch gratuliert den beiden neuen Ehrenmitgliedern Martina Kern und Monika Müller (v.l.n.r.) Foto: Lie RömerDie Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin hat am 22. Mai in Berlin mit rund 300 Mitgliedern die 25 Jahre ihres Bestehens seit Gründung im Sommer 1994 gefeiert - tagsüber mit inhaltlichen Diskussionen in den zahlreichen Arbeitsgruppen & Sektionen und einem Plenum zur Frage „Palliativversorgung – Grundausbildung für alle oder Feld für Spezialist*innen?" und abends bei einer entspannten Party in der Berliner Heilig Kreuz-Kirche. Für großartige Stimmung sorgte die Berliner Live-Band "Echte Ärzte".

Eine besondere Freude war es für den Präsidenten der DGP, Prof. Dr. Lukas Radbruch, auf Beschluss der letzten Mitgliederversammlung der DGP die Ehrenmitgliedschaften in der DGP an Martina Kern und an Monika Müller zu verleihen. Diese Ehre ist damit im Laufe von 25 Jahren DGP acht äußerst verdienten Mitgliedern zuteil geworden - übrigens wunderbar ausgeglichen vier Frauen und vier Männern.

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