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Nachruf auf Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier

Prof Dr Dr Heinz PichlmaierDie Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin trauert um ihren Wegbereiter, Gründer und ersten Präsidenten Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier, der am 28. April 2019 nach kurzer Krankheit im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Sein Tod berührt uns tief.

Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier hat sich große Verdienste um die Entwicklung der Hospizarbeit und Palliativmedizin in Deutschland erworben. Gemeinsam mit Frau Dr. Ingeborg Jonen-Thielemann und Pfarrer Dr. Helmut Zielinski etablierte er als Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Köln die erste Palliativstation in der Bundesrepublik Deutschland. 1992 konnte mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe das Dr. Mildred Scheel Haus bezogen werden. 1994 gründete Heinz Pichlmaier die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), deren Präsident er von 1994 bis 1998 war.

Deren Vorstands-, Gründungs- und Ehrenmitglieder sowie die Prof. Heinz Pichlmaier nachfolgenden Präsidenten der DGP sind ihm zutiefst dankbar für das, was er für die Versorgung und Lebensqualität von schwerstkranken Menschen und deren Angehörigen auf den Weg gebracht hat. Bis zu seinem Lebensende blieb ihm dies ein persönliches Anliegen. Noch in der Januarausgabe der Zeitschrift für Palliativmedizin hat er anlässlich des 25-jährigen Bestehens unserer Fachgesellschaft anschaulich berichtet, wie es ihm im gemeinsamen Engagement mit Dr. Mildred Scheel, der Deutschen Krebshilfe und dem Kanzler der Universität Köln gelungen ist, die Palliativmedizin in Deutschland in Klinik und Wissenschaft zu etablieren. Es hat ihn gefreut, dass die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin heute 6000 Mitglieder zählt – dies sei für die 14 Gründungsmitglieder „damals unvorstellbar“ gewesen.

Sein Tod bedeutet einen erheblichen Verlust für uns und für alle, die sich der grundlegenden Idee einer umfassenden Palliativmedizin verpflichtet fühlen. Mit seiner visionären Weitsicht, für die er zum Beispiel im Jahr 1983 vier Zimmer seiner chirurgischen Privatstation zur Verfügung stellte, um Räume für die erste Palliativstation Deutschlands zu schaffen, seiner Zielstrebigkeit in der Umsetzung der Palliativversorgung und seiner Bereitschaft zu Austausch und Reflexion war er für viele der deutschen Palliativmedizinerinnen und -mediziner der ersten und zweiten Generation ein Vorbild und ein Mentor. Dabei blieb er stets ein großartiger Arzt, der für jeden Patienten sorgfältig alle (kurativen und palliativen) Therapieoptionen abwog, nie vor schweren Entscheidungen zurückwich und immer bereit war, zu beobachten und zu lernen.

Im Gedenken an Herrn Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier wird uns sein Pioniergeist und sein Engagement stets ein Ansporn bleiben, nötigenfalls auch Hürden beiseite zu schieben und darauf zu bestehen, dass Menschen an ihrem Lebensende so betreut, begleitet und versorgt werden, dass sie sich gut aufgehoben und gehalten fühlen.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin wird im Rahmen ihres Mitgliedertages am 22. Mai und beim Festakt anlässlich ihres 25jährigen Jubiläums am 12. September offiziell ihres Gründers und ersten Präsidenten gedenken. Ebenfalls wird des Verstorbenen im Rahmen einer Jubiläumsfeier am Gründungsort der DGP im Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik Köln im Dr. Mildred Scheel Haus am 5. Juli gedacht.

Prof. Dr. Lukas Radbruch                                         
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin     

Prof. Dr. Raymond Voltz
Direktor des Zentrums für Palliativmedizin an der Universitäsklinik Köln

Nachruf auf Prof. Dr. Dr. Heinz Pichlmaier

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