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Prof. Dr. Claudia Bausewein bei Pressekonferenz zur Eröffnung des DGIM-Kongresses: Wir brauchen in jedem Krankenhaus einen Palliativdienst!

dgim pkDGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein (obere Reihe, zwischen Anne-Katrin Döbler und Prof. Dr. Georg Ertl) und DGP-Vorstandsmitglied Alexandra Scherg (zweite Reihe neben Prof. Dr. Uwe Janssens (li) und Prof. Dr. Markus Lerch) bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des 128. DGIM-Kongresses. Hier geht es zur Videoaufzeichnung.

Wenn die Medizin am Lebensende an ihre Grenzen stößt  - Intensivmedizin rettet Menschenleben, Palliativmedizin begleitet unheilbar Kranke. So gegensätzlich beide Disziplinen sind, verbindet sie doch der Kontakt zu Schwerstkranken und Menschen am Lebensende. Wo das DRG-System falsche Anreize setzt und der Patientenwunsch und Lebensqualität in den Mittelpunkt der medizinischen Behandlung gerückt werden muss, diskutierten Expert:innen unterschiedlicher Fachbereiche auf der Eröffnungs-Pressekonferenz zum Start des 128. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM).

Für uns stehen nicht die Diagnosen im Vordergrund, sondern die Komplexität der Gesamtsituation der Patientin oder des Patienten

'Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, kommt der Linderung von Schmerzen, anderen belastenden Krankheitssymptomen und Ängsten eine wichtige Rolle zu. Die originäre Aufgabe der Palliativmedizin ist es daher, die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen zu ermitteln, auf sie einzugehen und ihre Lebensqualität bis zum Lebensende möglichst gut zu erhalten. „Dabei spielen körperliche Probleme ebenso eine Rolle wie seelische, soziale oder spirituelle Bedürfnisse“, sagte Frau Professor Dr. med. Claudia Bausewein, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin und Vorsitzende des Klinischen Ethikkomitees an der LMU Ludwig-Maximilians-Universität München und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Im Fokus der Palliativmedizin stehe die komplexe Gesamtsituation des Patienten oder der Patientin, die von der Art der Grunderkrankung oft weitgehend unabhängig sei. Das DRG-Fallpauschalensystem belohnt aber Prozeduren und Interventionen und nicht Zuwendung, Empathie oder das Beenden von lebensverlängernden Maßnahmen.

Hinzu komme, dass die Palliativversorgung oft in Konkurrenz zu teuren Therapien und apparativen Untersuchungen steht. „Gerade bei fortgeschrittenen Erkrankungen hinterfragt die Palliativmedizin viele dieser Therapien und diagnostischen Maßnahmen kritisch“, erläuterte Bausewein. So sei es mit einem würdigen Lebensende und dem unter Umständen vorhandenen Patientenwunsch nicht vereinbar, Todgeweihte noch an die Dialyse anzuschließen, invasiv zu beatmen oder künstlich zu ernähren, und so nur das Sterben zu verlängern. Aktuell würden palliativmedizinische Leistungen im Fallpauschalensystem über Zusatzentgelte abgerechnet, deren Höhe meist nicht kostendeckend für den Aufwand sind oder mit jedem Kostenträger einzeln verhandelt werden müssen.' (Auszug aus PM zur Eröffnung des DGIM-Kongresses)

DGP-Präsidentin Claudia Bausewein: Wir brauchen in jedem Krankenhaus einen Palliativdienst!

Mit über 320 Palliativstationen sei in 15 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland eine stationäre Struktur vorhanden, berichtete Prof. Dr. Claudia Bausewein außerdem. Eine Palliativstation sollte in jedem größeren Krankenhaus und in Universitätskliniken fest zum Spektrum dazu gehören. Doch brauche jedes Krankenhaus einen Palliativdienst, ein multiprofessionelles Team, das schwerstkranke Patient:innen auf primär versorgenden Stationen mit betreue. "Diese Entwicklung ist durch Nicht-Finanzierung maximal gebremst!"

AUFZEICHNUNG DER ERÖFFNUNGSPRESSEKONFERENZ

128. DGIM-KONGRESS PRESSEMAPPE

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