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Innovatives Projekt zur Ethikberatung erhält Anerkennungs- und Förderpreis / Zweite Preise: Mit 360 Grad Videos Wunschorte erlebbar machen / Digitale Sterbebegleitung

Zum Abschluss ihres 13. Kongresses hat die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zum 13. Mail den „Anerkennungs- und Förderpreis für ambulante Palliativversorgung“ verliehen. Im Rahmen einer virtuellen Verleihung wurden drei Preise vergeben, ein erster und zwei gleichwertige zweite, die sich nach Bewertung der DGP-Jury entlang der Kriterien Modellcharakter, Innovation, Originalität, Übertragbarkeit, Inspiration und Aktualität als preiswürdig erwiesen haben. Der insgesamt mit 10.000 € dotierte Preis wird seit 2008 jährlich von der Firma Grünenthal gestiftet.

Jurypräsidentin Prof. Dr. Gerhild Becker betonte vor dem Hintergrund des hohen Niveaus und der Qualität der eingereichten Arbeiten: „Die Jury hat sich entschieden, den Preis an innovative Projekte zu vergeben, die für das Feld der ambulanten Palliativversorgung eine Bereicherung darstellen und auch übertragbar sind, um so die Entwicklung und den Ausbau einer qualitätvollen ambulanten Palliativ-versorgung zu fördern und zu stärken.“ Insgesamt fokussierten alle drei ausgezeichneten Arbeiten aktuelle Bereiche oder Themen der ambulanten Palliativversorgung und ließen darauf hoffen, dass die Konzepte auch auf andere Regionen übertragen werden.

1. Preis

Wetzstein ea Anerkennungspreisv.l.n.r: Dr. Verena Wetzstein, Henrike Voß, Wolfgang Heintschel, Iris Eggensberger. © Palliative Care ForumDr. theol. Verena Wetzstein, Iris Eggensberger, Dipl. Soz. Wolfgang Heintschel, Henrike Voß: Ethische Beratung in der ambulanten Palliativversorgung. Ein Modellprojekt von Palliativ Daheim – dem SAPV-Dienst im Landkreis Konstanz und dem Palliative Care Forum.

Die Arbeit beschreibt mit hoher Qualität ein sehr innovatives und vor allem anwendungsorientiertes und übertragbares Modellprojekt. Die Ethikberatung als Unterstützung und Entlastung in der ambulanten Versorgungssituation erfährt derzeit nicht die notwendige Beachtung und das Fehlen dieser stellt nach wie vor eine Herausforderung für alle Versorgungsbeteiligten dar. Die eingereichte Arbeit zeigt im Modellprojekt Strategien und Möglichkeiten, um Ethikberatung im ambulanten Bereich zu implementieren und etablieren. Das Projekt hat somit Modellcharakter und kann Multiplikator für weitere Regionen sein.

2. Preis

img 4252Für die Preisträger: Dr. Claudia Schmalz, Vorsitzende der hospiz-initiative kiel e.v., und Prof. Dr. Roland Repp, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbands Schleswig-Holstein e.V.. © Claudia Ohlsen Claudia Ohlsen, Regina Barthel, Prof. Dr. Roland Repp: Niemand soll alleine sterben. Digitale Sterbebegleitung in Zeiten der Corona- Pandemie

Die eingereichte Arbeit beschreibt ein Projekt, welches die aktuellen Themen COVID- 19-Pandemie sowie Technikeinsatz in der Versorgung verbindet. Das Projekt ist von hoher Aktualität und zeigt Strategien und Lösungen auf, um auf die aktuellen Herausforderungen im ambulanten Versorgungs-alltag reagieren zu können. Das Projekt ist praxisrelevant und gut übertragbar. Zwar ist der Einsatz von Tablets in anderen Versorgungsbereichen bereits fortgeschritten und entwickelt, jedoch soll der Preis dazu dienen, diesen Ansatz weiter auszubauen und auch im ambulanten Palliativversorgungsbereich weiter voranzubringen.

2. Preis

förderpreis 2020v.l.n.r.: Dr. Beatrix Gerhard, Carsten Fuß und Dr. Vanessa Jantsch © Iris FußCarsten Fuß, Dr. med. Vanessa Jantsch, Dr. med. Beatrix Gerhard: AugenBlicke: Mit 360 Grad Videos Wunschorte erlebbar machen.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen innovative Technologien (VR-Brillen/360° Videos), mit deren Hilfe Menschen in der palliativen Versorgungssituation die Möglichkeit erhalten, virtuell an verschiedene und ihnen wichtige Orte zu reisen und diese noch einmal zu erleben. Das Projekt ist von hoher Originalität und Innovation geprägt. Die beschriebene Technologie hat bereits positive Resultate in der Demenzversorgung erzielen können, im Palliativbereich wird sie derzeit jedoch kaum eingesetzt, obwohl die Erfahrungen positiv sind. Der Preis kann als Motor dienen, um das Projekt in die Breite zu tragen und dafür sorgen, dass eine Realisierbarkeit der Umsetzung in anderen Regionen und Bereichen gut gelingen kann.

Prof. Dr. Lukas Radbruch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dankte herzlich für die langjährige Förderung durch den Stifter. Wie wichtig diese Unterstützung sei, würde unmittelbar deutlich an der Arbeit des ersten Preisträgers: „Die Ethikberatung gerade in der ambulanten Versorgungssituation gilt es unbedingt weiterzuentwickeln, da sich im praktischen Alltag oft dringliche Fragen zu Entscheidungen um Leben und Tod stellen, ohne dass im ambulanten Setting Ethikberatungsstrukturen etabliert wären. Die Ethikberatung in Deutschland wurde bislang vor allem im stationären Bereich implementiert!“

Kai Martens, Geschäftsleiter des Stifters Grünenthal Deutschland, hob hervor, dass allein die Anzahl von 15 Einreichungen im Jahr 2020 zeigt, dass der Förderpreis für die ambulante Palliativversorgung weiterhin und mehr denn je von Bedeutung sei: „Insbesondere die beiden zweiten Preise zeigen im ´digitalen´ Jahr 2020, wie wichtig es ist, Ideen für den Einsatz aktueller Technologien in der ambulanten Palliativversorgung zu entwickeln, anzupassen und hinsichtlich ihrer Akzeptanz zu prüfen.“

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